Archiv für den Monat: Mai 2012

„Person und Gewissen“ oder: Der Fall Guttenberg wird sich wiederholen

Ich hätte es nie im Leben für möglich gehalten, dass es in Deutschland eine Steigerung des Falles Guttenberg geben wird. Doch es gibt sie: in Form einer plagiierenden Ministerin, die für Bildung, Forschung und Wissenschaft zuständig ist. (Was würde Merkel nun sagen? Dieser Widerspruch ist nicht mehr auflösbar.) […]

Entscheidender Fehler von VroniPlag

Viele Universitäten haben wohl darauf gewartet, dass die VroniPlag-Aktivisten genau in diese Falle tappen: Sie bezeichnen eine noch nicht fertig recherchierte Arbeit als „Grenzfall„, machen damit einen bedeutenden ontologischen Fehler und wischen einen völlig zu Recht erhobenen Plagiatsvorwurf vom Tisch. Die Dissertation von Schavan ist aber, wenn man sich nur die Unterlagen auf schavanplag genau ansieht, längst kein „Grenzfall“ mehr. […]

Fall Schavan: Doktorgrad muss aberkannt werden

Mittlerweile habe ich die Textvergleiche zwischen der Dissertation von Frau Schavan und den Originalen akribisch studiert (ich unterstelle nun einmal eine Authentizität der Gesamtdokumentation, nicht zuletzt, da ja auch auf VroniPlag der Fall bereits zum Teil kompiliert wurde). Ich komme im Wesentlichen zu demselben Urteil wie Volker Rieble: Es handelt sich hierbei um Plagiate, die auf eine Arbeitsmethode hinweisen, die eindeutig als wissenschaftliches Fehlverhalten zu bezeichnen ist. […]

Abschreibende Politiker, abschreibende Professoren: Auch die Ausreden sind die gleichen

Vor einigen Wochen erhielt ich den Hinweis, dass der Erziehungswissenschaftler Heinz Reinders ein klares Plagiat begangen hat. Nun lesen Sie einmal, was der Ertappte dem Beklauten schreibt. Inhalt und Wording kommen einem doch irgendwie bekannt vor, oder?

„Seit gestern Nachmittag versuche ich zu rekonstruieren, wie es dazu gekommen ist, dass ich nicht auf Ihren Text als Quelle für das Kapitel ‚Soziale Kompetenz‘ ordnungsgemäß verwiesen habe. […]

Wenn schavanplags Textvergleiche stimmen, dann,…

… ja dann hat auch Frau Annette Schavan abgeschrieben, und zwar auf die bekannt widerwärtige, die Wissenschaft kaputt machende Art und Weise. Dann gehört auch sie zu jenen, die nicht begriffen haben und/oder nie richtig gelernt haben, worum es in der Wissenschaft eigentlich geht. Langsam wird es redundant, ich schreibe es dennoch noch einmal: Es geht darum, dass man Texte einerseits korrekt zitiert und andererseits in eigenen Worten interpretiert – und nicht darum, dass man beides vermengt: dass man nach gesetzten Fußnoten noch ein bisschen vom soeben referenzierten Autor „mit abschreibt“, dass man Belege irgendwo einstreut, aber ganze Absätze leicht umgeschrieben übernimmt usw. […]