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	Kommentare zu: Das &#8222;Nicht-objektierende&#8220; Denken und die neue Notation /…/ von Josef Mitterer	</title>
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	<description>Sachverständiger für Plagiatsprüfung</description>
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		<title>
		Von: Stefan Weber		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11976</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stefan Weber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 20:47:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11974&quot;&gt;F. Demache&lt;/a&gt;.

Ah ok, Niedersächsisches Hochschulgesetz: &lt;a href=&quot;https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/38127fea-24f4-37eb-b12f-1945254312bf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;nofollow ugc&quot;&gt;https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/38127fea-24f4-37eb-b12f-1945254312bf&lt;/a&gt;
Ich habe auf die Schnelle keine Bestimmung zu Ghostwriting oder sonstigen GWP-Verstößen gefunden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11974">F. Demache</a>.</p>
<p>Ah ok, Niedersächsisches Hochschulgesetz: <a href="https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/38127fea-24f4-37eb-b12f-1945254312bf" target="_blank" rel="nofollow ugc">https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/38127fea-24f4-37eb-b12f-1945254312bf</a><br />
Ich habe auf die Schnelle keine Bestimmung zu Ghostwriting oder sonstigen GWP-Verstößen gefunden.</p>
]]></content:encoded>
		
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		<title>
		Von: Stefan Weber		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11975</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stefan Weber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 20:38:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11974&quot;&gt;F. Demache&lt;/a&gt;.

Ich habe mich mit dem Fall nicht beschäftigt, sorry! Ich kann nur allgemein antworten: In Österreich ist Ghostwriting immerhin seit 2021 ein Verwaltungsstraftatbestand, und auch die Beauftragung eines Ghostwriters (Bestimmungstäter). Der Fall zeigt also für mich, dass Deutschland bzw. seine Länder bewusst nichts juristisch gegen akademischen Missbrauch unternehmen. Erst so wurde doch die Klage möglich, ohne sich selbst mit einem weiteren Verfahren zu belasten. In welchem Bundesland spielt denn der Fall? Dann wäre ein Blick in das Länder-Hochschulgesetz mal für mich der erste Schritt. Gerne können Sie mich mit Infos füttern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11974">F. Demache</a>.</p>
<p>Ich habe mich mit dem Fall nicht beschäftigt, sorry! Ich kann nur allgemein antworten: In Österreich ist Ghostwriting immerhin seit 2021 ein Verwaltungsstraftatbestand, und auch die Beauftragung eines Ghostwriters (Bestimmungstäter). Der Fall zeigt also für mich, dass Deutschland bzw. seine Länder bewusst nichts juristisch gegen akademischen Missbrauch unternehmen. Erst so wurde doch die Klage möglich, ohne sich selbst mit einem weiteren Verfahren zu belasten. In welchem Bundesland spielt denn der Fall? Dann wäre ein Blick in das Länder-Hochschulgesetz mal für mich der erste Schritt. Gerne können Sie mich mit Infos füttern.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: F. Demache		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11974</link>

		<dc:creator><![CDATA[F. Demache]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 19:45:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich würde gerne Ihre Meinung zum Fall Hatice A. hören (Sozi-Doktorandin verklagt ihren Ghostwriter), der jetzt in Lüneburg verhandelt wurde (Urteil steht aus). Danisch bringt den Fall auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich würde gerne Ihre Meinung zum Fall Hatice A. hören (Sozi-Doktorandin verklagt ihren Ghostwriter), der jetzt in Lüneburg verhandelt wurde (Urteil steht aus). Danisch bringt den Fall auch.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stefan Weber		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11972</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stefan Weber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 10:32:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11971&quot;&gt;Samuel&lt;/a&gt;.

Da gab&#039;s schon vor längerer Zeit einen, der hat es auch gecheckt <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />:

&lt;img src=&quot;https://plagiatsgutachten.com/blog/wp-content/uploads/2025/10/mitterer_revolution_1.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11971">Samuel</a>.</p>
<p>Da gab&#8217;s schon vor längerer Zeit einen, der hat es auch gecheckt 😉:</p>
<p><img src="https://plagiatsgutachten.com/blog/wp-content/uploads/2025/10/mitterer_revolution_1.jpg" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Samuel		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11971</link>

		<dc:creator><![CDATA[Samuel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 10:19:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://plagiatsgutachten.com/blog/?p=10139#comment-11971</guid>

					<description><![CDATA[Vielleicht ist hier anzumerken, dass - die &#039;dualisierende&#039; Entwicklungspsychologie bemühend - der Spracherwerb ein irreversibler Akt ist, der nur im Fall eines Sprachverlustes (Demenz z.B.) rückgängig gemacht werden kann.
Solange wir Sprache kennen, ist jede Sinneswahrnehmung mit dieser &#039;unternäht&#039;: &#039;Ich bin hier und die schöne Landschaft breitet sich vor mir aus&#039;, ist als &#039;Sprachwelt&#039; im Hintergrund auch dann aktiv, wenn ich diese Szenerie als, &#039;so schön, dass es mir die Sprache verschlagen hat&#039;, erinnere. Oder das &#039;Oben und Unten&#039; ist uns implizit immer (ausser bei extremem Schwindel) klar, auch wenn wir es nicht innerlich oder äusserlich verbalisieren müssen.
Das heisst, Sprache ist auch dann &#039;aktiv&#039;, wenn wir als sprachfähige Wesen Sinneserfahrungen machen und kein Wort explizit gedacht, gehört, geschrieben, gelesen oder gesprochen wird. 
Wissenschaftlich Phänomene beschreiben zu wollen, die scheinbar ausserhalb der Sprache liegen müssen (Tiere, Babies, Anfänge oder Enden der Evolution/des Universums, Teilchenphysik etc.) stösst diese in die Sprache rein und können somit nicht als unabhängig vom Besprechenden postuliert werden. D.h. &#039;das Ethos&#039; des &#039;Möglichst-objektiv-Bleibens&#039; der Naturwissenschaft stellt sich als prinzipielle Unmöglichkeit heraus - wegen der Sprache: Das angeblich sprachverschiedene &#039;Objekt&#039; kann niemals erforscht werden. Auch wenn wir eine möglichst sinnliche Wissenschaft erfinden würden, die &#039;sinnliche Erkenntnis&#039; verspricht (um einem überwertigen Rationalismus zu entgehen), bedürfte diese der differenzierenden Macht der Sprache, die die fünf Sinne, Gefühle und Empfindungen scheiden kann. Durch das Bezeichnen entsteht ausdifferenzierte Welt, und ohne Unterscheidungen lässt sich keine Wissenschaft betreiben. In diesem Sinne lässt sich &#039;Im Anfang war das Wort&#039; quasi säkularisiert lesen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist hier anzumerken, dass &#8211; die &#8218;dualisierende&#8216; Entwicklungspsychologie bemühend &#8211; der Spracherwerb ein irreversibler Akt ist, der nur im Fall eines Sprachverlustes (Demenz z.B.) rückgängig gemacht werden kann.<br />
Solange wir Sprache kennen, ist jede Sinneswahrnehmung mit dieser &#8218;unternäht&#8216;: &#8218;Ich bin hier und die schöne Landschaft breitet sich vor mir aus&#8216;, ist als &#8218;Sprachwelt&#8216; im Hintergrund auch dann aktiv, wenn ich diese Szenerie als, &#8217;so schön, dass es mir die Sprache verschlagen hat&#8216;, erinnere. Oder das &#8218;Oben und Unten&#8216; ist uns implizit immer (ausser bei extremem Schwindel) klar, auch wenn wir es nicht innerlich oder äusserlich verbalisieren müssen.<br />
Das heisst, Sprache ist auch dann &#8218;aktiv&#8216;, wenn wir als sprachfähige Wesen Sinneserfahrungen machen und kein Wort explizit gedacht, gehört, geschrieben, gelesen oder gesprochen wird.<br />
Wissenschaftlich Phänomene beschreiben zu wollen, die scheinbar ausserhalb der Sprache liegen müssen (Tiere, Babies, Anfänge oder Enden der Evolution/des Universums, Teilchenphysik etc.) stösst diese in die Sprache rein und können somit nicht als unabhängig vom Besprechenden postuliert werden. D.h. &#8218;das Ethos&#8216; des &#8218;Möglichst-objektiv-Bleibens&#8216; der Naturwissenschaft stellt sich als prinzipielle Unmöglichkeit heraus &#8211; wegen der Sprache: Das angeblich sprachverschiedene &#8218;Objekt&#8216; kann niemals erforscht werden. Auch wenn wir eine möglichst sinnliche Wissenschaft erfinden würden, die &#8217;sinnliche Erkenntnis&#8216; verspricht (um einem überwertigen Rationalismus zu entgehen), bedürfte diese der differenzierenden Macht der Sprache, die die fünf Sinne, Gefühle und Empfindungen scheiden kann. Durch das Bezeichnen entsteht ausdifferenzierte Welt, und ohne Unterscheidungen lässt sich keine Wissenschaft betreiben. In diesem Sinne lässt sich &#8218;Im Anfang war das Wort&#8216; quasi säkularisiert lesen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stefan Weber		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11970</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stefan Weber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 08:37:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11969&quot;&gt;Mario Kräft&lt;/a&gt;.

Ich habe 32 Jahre benötigt, um mich zu trauen, den Text in dieser Form zu veröffentlichen. Das muss also erst sickern. Lassen Sie sich Zeit! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />

Ein Schlüssel bzw. Zugang ist vielleicht: Die Unterscheidung zwischen Ding und Wort kommt immer erst &lt;em&gt;nach &lt;/em&gt;dem Wort. Die Zeit läuft während dieser Unterscheidung weiter. Damit ist das Ding aber nicht mehr kategorial vom Wort verschieden.

Die Mainstream-Philosophen würden sagen: Der klassische Fehler des Idealismus. Es werden Anschauungen von Dingen mit Dingen von Anschauungen verwechselt.

Mitterer ist der Erste, der dies mit der Sprache durchexerziert hat, mit hoher analytischer Präzision.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11969">Mario Kräft</a>.</p>
<p>Ich habe 32 Jahre benötigt, um mich zu trauen, den Text in dieser Form zu veröffentlichen. Das muss also erst sickern. Lassen Sie sich Zeit! 😉</p>
<p>Ein Schlüssel bzw. Zugang ist vielleicht: Die Unterscheidung zwischen Ding und Wort kommt immer erst <em>nach </em>dem Wort. Die Zeit läuft während dieser Unterscheidung weiter. Damit ist das Ding aber nicht mehr kategorial vom Wort verschieden.</p>
<p>Die Mainstream-Philosophen würden sagen: Der klassische Fehler des Idealismus. Es werden Anschauungen von Dingen mit Dingen von Anschauungen verwechselt.</p>
<p>Mitterer ist der Erste, der dies mit der Sprache durchexerziert hat, mit hoher analytischer Präzision.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Mario Kräft		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/das-nicht-objektierende-denken/#comment-11969</link>

		<dc:creator><![CDATA[Mario Kräft]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2025 06:06:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://plagiatsgutachten.com/blog/?p=10139#comment-11969</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Herr Dr. Weber,

wenn ich Ihren Text über das nicht-objektierende Denken richtig verstanden habe – und das ist bei Mitterer ja, wie man hört, kein ganz gefahrloses Unterfangen –, dann geht es im Kern darum, dass wir die Wirklichkeit nicht einfach vorfinden, sondern sie uns mit jedem Satz, den wir darüber sagen, selbst zusammensprechen.

Anders gesagt: Der Apfel ist nicht an sich grün, sondern wird es erst in dem Moment, in dem ich ihn grün nenne – und bleibt es, solange niemand auf die Idee kommt, ihn umzubenennen.

Beim Lesen musste ich unweigerlich an Friedrich Schulz von Thun denken, an seine „Landkarten der Wirklichkeit“. Nur scheint mir, dass Mitterer die Karte gleich mit dem Gelände verschmelzen lässt – was natürlich konsequent ist, wenn man das Gelände ohnehin nur durch Sprechen betritt.

Ich komme ja eher aus der technischen Ecke – Ingenieurwesen, Maschinen, Explosionsschutz – und bin daher mit objektivierbaren Größen wie Druck, Temperatur und Zündenergie vertrauter als mit philosophischen Notationen. Vielleicht gerade deshalb fasziniert mich dieser gedankliche Perspektivwechsel so, auch wenn das für mich als Techniker wirklich keine leichte Kost ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir noch die Frage, wie sich dieses Denken zur Mathematik verhält. Die Mathematik ist ja letztlich eine Geisteswissenschaft, die ihre eigenen Gegenstände – Zahlen, Funktionen, Räume – in sich selbst erschafft und keiner anderen Wissenschaft bedarf. Umgekehrt bedienen sich die Naturwissenschaften der Mathematik, um die Welt zu erklären. Doch auch das funktioniert nicht ohne Sprache: Gleichungen, Symbole, Definitionen – sie alle sind Ausdrucksformen einer bestimmten Redeweise. Vielleicht ist die Mathematik also das konsequenteste Beispiel für nicht-objektierendes Denken, weil sie eine Welt schafft, die nur in ihrer eigenen Sprache existiert.

Die Originaltexte von Mitterer kenne ich (noch) nicht – vielleicht ist das sogar besser so, um mich nicht zu früh zu objektivieren.

Habe ich Sie da halbwegs richtig verstanden, oder steckt hinter diesem Gedanken noch eine Dimension, die mir als Techniker schlicht verborgen bleibt?

Mit besten Grüßen

Mario Kräft]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Dr. Weber,</p>
<p>wenn ich Ihren Text über das nicht-objektierende Denken richtig verstanden habe – und das ist bei Mitterer ja, wie man hört, kein ganz gefahrloses Unterfangen –, dann geht es im Kern darum, dass wir die Wirklichkeit nicht einfach vorfinden, sondern sie uns mit jedem Satz, den wir darüber sagen, selbst zusammensprechen.</p>
<p>Anders gesagt: Der Apfel ist nicht an sich grün, sondern wird es erst in dem Moment, in dem ich ihn grün nenne – und bleibt es, solange niemand auf die Idee kommt, ihn umzubenennen.</p>
<p>Beim Lesen musste ich unweigerlich an Friedrich Schulz von Thun denken, an seine „Landkarten der Wirklichkeit“. Nur scheint mir, dass Mitterer die Karte gleich mit dem Gelände verschmelzen lässt – was natürlich konsequent ist, wenn man das Gelände ohnehin nur durch Sprechen betritt.</p>
<p>Ich komme ja eher aus der technischen Ecke – Ingenieurwesen, Maschinen, Explosionsschutz – und bin daher mit objektivierbaren Größen wie Druck, Temperatur und Zündenergie vertrauter als mit philosophischen Notationen. Vielleicht gerade deshalb fasziniert mich dieser gedankliche Perspektivwechsel so, auch wenn das für mich als Techniker wirklich keine leichte Kost ist.</p>
<p>In diesem Zusammenhang stellt sich mir noch die Frage, wie sich dieses Denken zur Mathematik verhält. Die Mathematik ist ja letztlich eine Geisteswissenschaft, die ihre eigenen Gegenstände – Zahlen, Funktionen, Räume – in sich selbst erschafft und keiner anderen Wissenschaft bedarf. Umgekehrt bedienen sich die Naturwissenschaften der Mathematik, um die Welt zu erklären. Doch auch das funktioniert nicht ohne Sprache: Gleichungen, Symbole, Definitionen – sie alle sind Ausdrucksformen einer bestimmten Redeweise. Vielleicht ist die Mathematik also das konsequenteste Beispiel für nicht-objektierendes Denken, weil sie eine Welt schafft, die nur in ihrer eigenen Sprache existiert.</p>
<p>Die Originaltexte von Mitterer kenne ich (noch) nicht – vielleicht ist das sogar besser so, um mich nicht zu früh zu objektivieren.</p>
<p>Habe ich Sie da halbwegs richtig verstanden, oder steckt hinter diesem Gedanken noch eine Dimension, die mir als Techniker schlicht verborgen bleibt?</p>
<p>Mit besten Grüßen</p>
<p>Mario Kräft</p>
]]></content:encoded>
		
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