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	Kommentare zu: Neue Auswüchse einer &#8222;Textkultur ohne Hirn&#8220; in Wirtschaft und Politik	</title>
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	<description>Sachverständiger für Plagiatsprüfung</description>
	<lastBuildDate>Tue, 15 Jan 2013 23:19:49 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Erbloggtes		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/neue-auswuchse-einer-textkultur-ohne-hirn-in-wirtschaft-und-politik/#comment-1010</link>

		<dc:creator><![CDATA[Erbloggtes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 23:19:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Angst des Plagiators vor der Entdeckung ist vermutlich vorhanden, aber gering, und erscheint ihm beherrschbar. Dazu gehört der Glaube &quot;wird schon keiner merken&quot;, &quot;liest bestimmt keiner so genau&quot; usw. Das unterscheidet sie von der unbeherrschbaren Angst vor sozialem Abstieg, vor eigenem Versagen, und davor, imaginierten Ansprüchen nicht entsprechen zu können. T.-U. L. von Eichenbach schildert das ja in seinen Dissertations-Dokumenten plastisch.
Ein psychologischer Trick des Plagiators dürfte sein, dass er durch das Einreichen eines Textes, der gar nicht wirklich sein eigener ist, auch nicht persönlich scheitern kann. (Das eigene Scheitern liegt dann nur in der Nichterfüllung von Lippenbekenntnissen.)

Wegen des erwähnten Artikels zur Psychologie des Plagiierens erlaube ich mir auf Zusammenfassungen und Diskussionen psychologischer Artikel zu verweisen, die ich im Herbst 2011 gebloggt habe: &lt;a href=&quot;http://erbloggtes.wordpress.com/2011/10/17/versuche-den-fall-guttenberg-zu-verstehen/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Versuche, den Fall Guttenberg zu verstehen&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://erbloggtes.wordpress.com/2011/12/06/neue-versuche-den-fall-guttenberg-zu-verstehen/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Neue Versuche, den Fall Guttenberg zu verstehen&lt;/a&gt;.

Den &quot;Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen&quot; sehe ich übrigens andersherum: Die Wirtschaftskrise befeuert Abstiegsängste, starken Konkurrenzdruck, um den eigenen gesellschaftlichen Status auch nur erhalten zu können. Das befördert Plagiate.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Angst des Plagiators vor der Entdeckung ist vermutlich vorhanden, aber gering, und erscheint ihm beherrschbar. Dazu gehört der Glaube &#8222;wird schon keiner merken&#8220;, &#8222;liest bestimmt keiner so genau&#8220; usw. Das unterscheidet sie von der unbeherrschbaren Angst vor sozialem Abstieg, vor eigenem Versagen, und davor, imaginierten Ansprüchen nicht entsprechen zu können. T.-U. L. von Eichenbach schildert das ja in seinen Dissertations-Dokumenten plastisch.<br />
Ein psychologischer Trick des Plagiators dürfte sein, dass er durch das Einreichen eines Textes, der gar nicht wirklich sein eigener ist, auch nicht persönlich scheitern kann. (Das eigene Scheitern liegt dann nur in der Nichterfüllung von Lippenbekenntnissen.)</p>
<p>Wegen des erwähnten Artikels zur Psychologie des Plagiierens erlaube ich mir auf Zusammenfassungen und Diskussionen psychologischer Artikel zu verweisen, die ich im Herbst 2011 gebloggt habe: <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="http://erbloggtes.wordpress.com/2011/10/17/versuche-den-fall-guttenberg-zu-verstehen/" rel="nofollow">Versuche, den Fall Guttenberg zu verstehen</a> und <a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="http://erbloggtes.wordpress.com/2011/12/06/neue-versuche-den-fall-guttenberg-zu-verstehen/" rel="nofollow">Neue Versuche, den Fall Guttenberg zu verstehen</a>.</p>
<p>Den &#8222;Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen&#8220; sehe ich übrigens andersherum: Die Wirtschaftskrise befeuert Abstiegsängste, starken Konkurrenzdruck, um den eigenen gesellschaftlichen Status auch nur erhalten zu können. Das befördert Plagiate.</p>
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		<title>
		Von: Briegel		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/neue-auswuchse-einer-textkultur-ohne-hirn-in-wirtschaft-und-politik/#comment-1009</link>

		<dc:creator><![CDATA[Briegel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 17:16:09 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://plagiatsgutachten.com/blog/blog.php/?p=1248#comment-1009</guid>

					<description><![CDATA[Daß hier der Übernahmefall der &quot;geklauten&quot; Rede übernommen wurde, verwundert mich.

Daß hochrangige Politiker einen großen Teil ihrer Reden nicht selbst schreiben, ist doch bekannt. Wenn aber bekannt ist, daß das so ist, dann ist selbst der Begriff Ghostwriter übertrieben.

Ist es aber dennoch angebracht, im vorliegendem Fall von einer &quot;Textkultur ohne Hirn&quot; zu sprechen?

Von einer Rede zur Begründung eines Parlamentsantrages erwarte zumindest ich nichts Neues, sondern vor allem eine schlüssige Argumentation und inhaltliche Korrektheit. Besondere Formulierungen, inhaltliche und sprachliche Individualität und so weiter erwarte ich nicht. 

Das ist etwas anderes bei Reden wie z.B. den Berliner Reden, Reden zur Übernahme der US-Präsidentschaft, aber auch Weihnachts- oder Neujahrsansprachen von Bundespräsidenten und Bundeskanzlern, da erwarte ich eine gewisse Originalität und nicht nur einen nahezu vollständigen Abklatsch vom Vorjahr.

Auch sollte man beachten, welche Ressourcen für ein Amt vorhanden sind. Eine Bundeskanzlerin oder ein Bundesaußenminister sollte sich jemanden leisten können, der gute Reden schreiben kann. Aber ist zu erwarten, daß sich eine Landtagsfraktionsvorsitzende
einer Fünfzehn-Prozent-Partei einen guten Redenschreiber leisten kann? Oder sollte sie es evtl. selbst sogar können? Erst recht, wenn sie Politikwissenschaften studiert hat?

Was spricht dagegen, sich z.B. für Geschäftsbriefe, Behördenbriefe, Widersprüche usw. Formulierungen aus Vorlagen zu übernehmen oder gleich Mustertexte zu verwenden? 

Ich versuche gerade den Unterschied zur Rede im Gemeinderat oder eben auch Landtag zu finden, kann ihn aber nicht erkennen.

Oder anders gesagt: Ich kann bei der vorliegenden Übernahme das Problem nicht erkennen, denn der Redetext erfüllt seine Funktion und mangelnde Kreativität oder Eigenständigkeit kann ich in einem solchen Fall nicht als Problem erkennen.

Und genau das ist der Unterschied zum zweiten Fall, der Übernahme von Texten auf Websites, denn diese Texte erfüllen ihre Funktion nicht, die Individualität der Firma zu verdeutlichen bzw. Individualität suggerieren zu wollen, wo gar keine vorhanden ist, oder sind sogar inhaltlich falsch (Behauptung einer Firmentradition, wo gar keine vorhanden ist). 

Nicht jede Übernahme ist problematisch und auch nicht überall ist es pflicht oder zumindest üblich, eine Übernahme auszuweisen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß hier der Übernahmefall der &#8222;geklauten&#8220; Rede übernommen wurde, verwundert mich.</p>
<p>Daß hochrangige Politiker einen großen Teil ihrer Reden nicht selbst schreiben, ist doch bekannt. Wenn aber bekannt ist, daß das so ist, dann ist selbst der Begriff Ghostwriter übertrieben.</p>
<p>Ist es aber dennoch angebracht, im vorliegendem Fall von einer &#8222;Textkultur ohne Hirn&#8220; zu sprechen?</p>
<p>Von einer Rede zur Begründung eines Parlamentsantrages erwarte zumindest ich nichts Neues, sondern vor allem eine schlüssige Argumentation und inhaltliche Korrektheit. Besondere Formulierungen, inhaltliche und sprachliche Individualität und so weiter erwarte ich nicht. </p>
<p>Das ist etwas anderes bei Reden wie z.B. den Berliner Reden, Reden zur Übernahme der US-Präsidentschaft, aber auch Weihnachts- oder Neujahrsansprachen von Bundespräsidenten und Bundeskanzlern, da erwarte ich eine gewisse Originalität und nicht nur einen nahezu vollständigen Abklatsch vom Vorjahr.</p>
<p>Auch sollte man beachten, welche Ressourcen für ein Amt vorhanden sind. Eine Bundeskanzlerin oder ein Bundesaußenminister sollte sich jemanden leisten können, der gute Reden schreiben kann. Aber ist zu erwarten, daß sich eine Landtagsfraktionsvorsitzende<br />
einer Fünfzehn-Prozent-Partei einen guten Redenschreiber leisten kann? Oder sollte sie es evtl. selbst sogar können? Erst recht, wenn sie Politikwissenschaften studiert hat?</p>
<p>Was spricht dagegen, sich z.B. für Geschäftsbriefe, Behördenbriefe, Widersprüche usw. Formulierungen aus Vorlagen zu übernehmen oder gleich Mustertexte zu verwenden? </p>
<p>Ich versuche gerade den Unterschied zur Rede im Gemeinderat oder eben auch Landtag zu finden, kann ihn aber nicht erkennen.</p>
<p>Oder anders gesagt: Ich kann bei der vorliegenden Übernahme das Problem nicht erkennen, denn der Redetext erfüllt seine Funktion und mangelnde Kreativität oder Eigenständigkeit kann ich in einem solchen Fall nicht als Problem erkennen.</p>
<p>Und genau das ist der Unterschied zum zweiten Fall, der Übernahme von Texten auf Websites, denn diese Texte erfüllen ihre Funktion nicht, die Individualität der Firma zu verdeutlichen bzw. Individualität suggerieren zu wollen, wo gar keine vorhanden ist, oder sind sogar inhaltlich falsch (Behauptung einer Firmentradition, wo gar keine vorhanden ist). </p>
<p>Nicht jede Übernahme ist problematisch und auch nicht überall ist es pflicht oder zumindest üblich, eine Übernahme auszuweisen.</p>
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		<title>
		Von: admin		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/neue-auswuchse-einer-textkultur-ohne-hirn-in-wirtschaft-und-politik/#comment-1008</link>

		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 14:48:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://plagiatsgutachten.com/blog/blog.php/?p=1248#comment-1008</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Erbloggtes Bloggender,

na mit diesem Posting outen Sie sich doch als älteres Semester, oder ;-)?

Aber wovor haben die Leute Angst? Angst vor der wie auch immer &quot;besseren&quot; Konkurrenz? Angst, keinen Job zu bekommen oder ihn zu verlieren? Hat man nicht als Plagiator hausgemachte Angst, nämlich die Angst, eines Tages entdeckt und am Ende gar von Menschen wie mir öffentlich vorgeführt zu werden?

Ich bin mir nicht sicher. Gerade habe ich einen interessanten Artikel zu psychologischen Aspekten des Plagiierens gelesen (noch unveröffentlicht). Mich interessiert immer mehr die Frage: Warum wird plagiiert? Was war etwa bei diesen mutmaßlich hunderten großteils One-Man- (Woman-)Beratungs&quot;unternehmen&quot; die Motivation für das Textplagiat? Woher nahm man die Textbausteine, warum galten die überhaupt als &quot;best practice&quot;? Wer garantierte wo wann deren &quot;Funktionieren&quot;?

Und wenn wir die These aufstellen, dass die Wirtschafts- und (Kopf)arbeitswelt immer hirnloser wird (und dafür sammle ich ja derzeit Indikatoren), gäbe es einen Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen, Korruption etc.?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Erbloggtes Bloggender,</p>
<p>na mit diesem Posting outen Sie sich doch als älteres Semester, oder ;-)?</p>
<p>Aber wovor haben die Leute Angst? Angst vor der wie auch immer &#8222;besseren&#8220; Konkurrenz? Angst, keinen Job zu bekommen oder ihn zu verlieren? Hat man nicht als Plagiator hausgemachte Angst, nämlich die Angst, eines Tages entdeckt und am Ende gar von Menschen wie mir öffentlich vorgeführt zu werden?</p>
<p>Ich bin mir nicht sicher. Gerade habe ich einen interessanten Artikel zu psychologischen Aspekten des Plagiierens gelesen (noch unveröffentlicht). Mich interessiert immer mehr die Frage: Warum wird plagiiert? Was war etwa bei diesen mutmaßlich hunderten großteils One-Man- (Woman-)Beratungs&#8220;unternehmen&#8220; die Motivation für das Textplagiat? Woher nahm man die Textbausteine, warum galten die überhaupt als &#8222;best practice&#8220;? Wer garantierte wo wann deren &#8222;Funktionieren&#8220;?</p>
<p>Und wenn wir die These aufstellen, dass die Wirtschafts- und (Kopf)arbeitswelt immer hirnloser wird (und dafür sammle ich ja derzeit Indikatoren), gäbe es einen Zusammenhang mit Wirtschaftskrisen, Korruption etc.?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Erbloggtes		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/neue-auswuchse-einer-textkultur-ohne-hirn-in-wirtschaft-und-politik/#comment-1007</link>

		<dc:creator><![CDATA[Erbloggtes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 13:57:25 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://plagiatsgutachten.com/blog/blog.php/?p=1248#comment-1007</guid>

					<description><![CDATA[Plagiate in akademischen Qualifikationsschriften bereiten perfekt auf diese Wirtschafts- und Arbeitswelt vor. Insbesondere ist man nach Abgabe einer solchen Arbeit jung und unverbraucht, hat die Haare schön und hatte nebenbei Zeit für Vitamin B. Das ist auch das, was in den meisten Berufen gefordert wird. Kompetenzsimulation.
Taschenbuch-Ratgeber dazu gibt es seit Jahrzehnten. &quot;Uni-Angst und Uni-Bluff&quot;, ein Klassiker von 1977 (&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/akademische-rituale-der-uni-bluff-blueht-a-456752.html&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;siehe hier&lt;/a&gt;), ist aber nicht einfach die Anleitung zum Schummeln, sondern baut auf eine Funktionsanalyse des Universitätsbetriebs auf. Ausgehend von den Plagiatsmengen müsste man eigentlich eine Analyse machen:
Plagiate &#060;-- Kompetenzsimulation &#060;-- Zeitdruck &#060;-- Zunahme oberflächlicher Konkurrenz &#060;-- kritische Gesellschaftsanalyse
Angst wird als verantwortlich für Bluff angesehen. Wenn die Angst wächst, werden die heruntergebeteten Normen zu Lippenbekenntnissen. Angstfrei studieren - wie soll das heute gehen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Plagiate in akademischen Qualifikationsschriften bereiten perfekt auf diese Wirtschafts- und Arbeitswelt vor. Insbesondere ist man nach Abgabe einer solchen Arbeit jung und unverbraucht, hat die Haare schön und hatte nebenbei Zeit für Vitamin B. Das ist auch das, was in den meisten Berufen gefordert wird. Kompetenzsimulation.<br />
Taschenbuch-Ratgeber dazu gibt es seit Jahrzehnten. &#8222;Uni-Angst und Uni-Bluff&#8220;, ein Klassiker von 1977 (<a target="_blank" rel="noopener noreferrer" href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/akademische-rituale-der-uni-bluff-blueht-a-456752.html" rel="nofollow">siehe hier</a>), ist aber nicht einfach die Anleitung zum Schummeln, sondern baut auf eine Funktionsanalyse des Universitätsbetriebs auf. Ausgehend von den Plagiatsmengen müsste man eigentlich eine Analyse machen:<br />
Plagiate &lt;&#8211; Kompetenzsimulation &lt;&#8211; Zeitdruck &lt;&#8211; Zunahme oberflächlicher Konkurrenz &lt;&#8211; kritische Gesellschaftsanalyse<br />
Angst wird als verantwortlich für Bluff angesehen. Wenn die Angst wächst, werden die heruntergebeteten Normen zu Lippenbekenntnissen. Angstfrei studieren &#8211; wie soll das heute gehen?</p>
]]></content:encoded>
		
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