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	Kommentare zu: Die kranke Welt der österreichischen Hochschul-Governance: Fast 500 Paragrafen &#8222;regeln&#8220; ein dysfunktionales System	</title>
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	<description>Sachverständiger für Plagiatsprüfung</description>
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		Von: Heinrich C. Mayr		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/oesterreichische-hochschulgovernance/#comment-10705</link>

		<dc:creator><![CDATA[Heinrich C. Mayr]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2024 21:11:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich gebe zu, ich war seinerzeit sehr für das &quot;UG 2002&quot; und konnte kurz vor der Verabschiedung sogar noch ein paar Verbesserungen bewirken. Der Grund für meine Zustimmung lag in der Überzeugung, dass Universitäten autonom sein und &quot;unternehmerisch&quot; (im Sinne effizienter, effektiver und auf die Interessen der Universität ausgerichteter Organisation und Handlung)  geführt  werden müssen.  Aus diesem Grund habe ich mich im Jahr 2003 in &quot;meiner&quot; Universität für die Funktion des Gründungskonventsvorsitzenden zur Verfügung gestellt, und wir haben in unzähligen Sitzungen bis zum 1.1.2004, dem Tag des *Übergangs in die Autonomie&quot;, eine komplette Satzung hinbekommen, so dass wir durchstarten konnten. 

Der ursprünglichen Euphorie folgte jedoch bald Ernüchterung (ich war zu der Zeit einfach noch nicht genügend &quot;gelernter Österreicher&quot;): 
-  Universitätsräte, häufig ohne jede Ahnung vom Universitätsbetrieb, und oft mit einer eigenen oder fremdgesteuerten Agenda; 
-  kontinuierlich zunehmende Vorgaben seitens Ministerium und Politik bzgl. Dokumentation, Controlling, Revision; usw. . Dadurch musste in jeder einzelnen Universität eine absurde Anzahl zusätzlicher Verwaltungsposten geschaffen werden, was die Zahl der ursprünglich im Ministerium dafür zuständigen Beamten vervielfältigte und für Forschung und Lehre benötigte Ressourcen band; 
-  die für Universitäten unpassende studienplatzbezogene Finanzierung; 
-  der nach meiner Einschätzung das Gegenteil bewirkende &quot;Qualitätssicherungs-Wasserkopf&quot;;
-  die Ergänzung der früheren &quot;Minoritenplatz-Schleicherei&quot; um die &quot;Universitätsrats-Schleicherei&quot;;
- u.v.a.m.
Zur Qualität des Outputs der österreichischen Universitäten hat das alles nichts beigetragen.

Denn Wissenschaftler sind in der Regel nicht dumm, d.h., sie können sich anpassen und aus jeder Situation das Beste für sich herausschlagen. Verlangt man beispielsweise mehr &quot;Publikationen&quot; in Zeitschriften mit hohem Impact (1. Quartil), nun, dann gibt es plötzlich viel mehr solcher Zeitschriften; und die Zahl der Autoren pro Papier sowie der Zitationen (für die sich entsprechende Zirkel bilden) steigt sprunghaft an. Bahnbrechende Meisterleistungen kommen dadurch nicht notwendig zustande, zumal gute Ideen in viele gerade noch publizierbare Häppchen zerlegt werden müssen, um den Beteiligten eine möglichst lange Publikationsliste zu bescheren. Das führt dann folgerichtig zu der Unsitte &quot;kumulativer&quot; Dissertationen, in denen solche Häppchen-Papiere (meist mit Übereinstimmung in allen nicht das jeweilige Häppchen betreffenden Teilen, also Einleitung, Motivation, Grundlagen usw.) aneinandergereiht sind. Ein zusammenhängendes &quot;Meisterstück&quot;, das durchaus kurz sein darf, wenn der Inhalt stimmt, entsteht dadurch nicht. Und das Lesen solcher &quot;Dissertationen&quot; ist langweilig.

Die Qualität des Outputs der österreichischen Universitäten ist also auch dadurch nicht viel besser geworden.

Ich gebe Stefan Weber nur ungern recht, wenn er zur Hochschul-Governance sagt, dass etwas &quot;komplett Neues&quot; geschaffen werden muss. Denn wäre die ursprünglich dem UG 2002 zugrundeliegende Idee konsequent umgesetzt und auf die andeen Hochschulformen ausgerollt worden, hätten wir all die Fehlentwicklungen nicht.  Aber das Rad lässt sich leider nicht zurückdrehen.

Die Frage ist nur, ob sich die große Mehrheit der sich im bestehenden System Wohlfühlenden überhaupt für etwas &quot;komplett Neues&quot; erwärmen ließe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe zu, ich war seinerzeit sehr für das &#8222;UG 2002&#8220; und konnte kurz vor der Verabschiedung sogar noch ein paar Verbesserungen bewirken. Der Grund für meine Zustimmung lag in der Überzeugung, dass Universitäten autonom sein und &#8222;unternehmerisch&#8220; (im Sinne effizienter, effektiver und auf die Interessen der Universität ausgerichteter Organisation und Handlung)  geführt  werden müssen.  Aus diesem Grund habe ich mich im Jahr 2003 in &#8222;meiner&#8220; Universität für die Funktion des Gründungskonventsvorsitzenden zur Verfügung gestellt, und wir haben in unzähligen Sitzungen bis zum 1.1.2004, dem Tag des *Übergangs in die Autonomie&#8220;, eine komplette Satzung hinbekommen, so dass wir durchstarten konnten. </p>
<p>Der ursprünglichen Euphorie folgte jedoch bald Ernüchterung (ich war zu der Zeit einfach noch nicht genügend &#8222;gelernter Österreicher&#8220;):<br />
&#8211;  Universitätsräte, häufig ohne jede Ahnung vom Universitätsbetrieb, und oft mit einer eigenen oder fremdgesteuerten Agenda;<br />
&#8211;  kontinuierlich zunehmende Vorgaben seitens Ministerium und Politik bzgl. Dokumentation, Controlling, Revision; usw. . Dadurch musste in jeder einzelnen Universität eine absurde Anzahl zusätzlicher Verwaltungsposten geschaffen werden, was die Zahl der ursprünglich im Ministerium dafür zuständigen Beamten vervielfältigte und für Forschung und Lehre benötigte Ressourcen band;<br />
&#8211;  die für Universitäten unpassende studienplatzbezogene Finanzierung;<br />
&#8211;  der nach meiner Einschätzung das Gegenteil bewirkende &#8222;Qualitätssicherungs-Wasserkopf&#8220;;<br />
&#8211;  die Ergänzung der früheren &#8222;Minoritenplatz-Schleicherei&#8220; um die &#8222;Universitätsrats-Schleicherei&#8220;;<br />
&#8211; u.v.a.m.<br />
Zur Qualität des Outputs der österreichischen Universitäten hat das alles nichts beigetragen.</p>
<p>Denn Wissenschaftler sind in der Regel nicht dumm, d.h., sie können sich anpassen und aus jeder Situation das Beste für sich herausschlagen. Verlangt man beispielsweise mehr &#8222;Publikationen&#8220; in Zeitschriften mit hohem Impact (1. Quartil), nun, dann gibt es plötzlich viel mehr solcher Zeitschriften; und die Zahl der Autoren pro Papier sowie der Zitationen (für die sich entsprechende Zirkel bilden) steigt sprunghaft an. Bahnbrechende Meisterleistungen kommen dadurch nicht notwendig zustande, zumal gute Ideen in viele gerade noch publizierbare Häppchen zerlegt werden müssen, um den Beteiligten eine möglichst lange Publikationsliste zu bescheren. Das führt dann folgerichtig zu der Unsitte &#8222;kumulativer&#8220; Dissertationen, in denen solche Häppchen-Papiere (meist mit Übereinstimmung in allen nicht das jeweilige Häppchen betreffenden Teilen, also Einleitung, Motivation, Grundlagen usw.) aneinandergereiht sind. Ein zusammenhängendes &#8222;Meisterstück&#8220;, das durchaus kurz sein darf, wenn der Inhalt stimmt, entsteht dadurch nicht. Und das Lesen solcher &#8222;Dissertationen&#8220; ist langweilig.</p>
<p>Die Qualität des Outputs der österreichischen Universitäten ist also auch dadurch nicht viel besser geworden.</p>
<p>Ich gebe Stefan Weber nur ungern recht, wenn er zur Hochschul-Governance sagt, dass etwas &#8222;komplett Neues&#8220; geschaffen werden muss. Denn wäre die ursprünglich dem UG 2002 zugrundeliegende Idee konsequent umgesetzt und auf die andeen Hochschulformen ausgerollt worden, hätten wir all die Fehlentwicklungen nicht.  Aber das Rad lässt sich leider nicht zurückdrehen.</p>
<p>Die Frage ist nur, ob sich die große Mehrheit der sich im bestehenden System Wohlfühlenden überhaupt für etwas &#8222;komplett Neues&#8220; erwärmen ließe.</p>
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		<title>
		Von: Zeya		</title>
		<link>https://plagiatsgutachten.com/blog/oesterreichische-hochschulgovernance/#comment-10704</link>

		<dc:creator><![CDATA[Zeya]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Sep 2024 18:07:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Klare Botschaft - sollte auch für PolitikerInnen, die mit der Hochschulfrage wenig am Hut haben , verständlich sein. Welche Partei traut sich, noch vor den Wahlen dazu eine Äußerung mit Substanz abzugeben?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klare Botschaft &#8211; sollte auch für PolitikerInnen, die mit der Hochschulfrage wenig am Hut haben , verständlich sein. Welche Partei traut sich, noch vor den Wahlen dazu eine Äußerung mit Substanz abzugeben?</p>
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