Schon mehr als 500 Wikinepp-Bücher in Bibliotheken

Der Karlsruher Virtuelle Katalog verrät, dass sich schon mehr als 500 Bücher mit plump aus der Wikipedia kopierten Inhalten in deutschsprachigen Bibliotheken befinden – vorwiegend in Universitätsbibliotheken. 360 davon sind derzeit alleine in Deutschland erfasst. Dieses Ergebnis erhält man, wenn man nach Verlagen wie „Alphascript“, „Betascript“, „Fastbook“ und „Books LLC“ sucht. Mindestens 15.000 Euro Steuergeld wurden von Bibliothekaren also bereits völlig sinnlos ausgegeben, ja mehr noch: Das Geld wurde in die Qualitätsminderung neuer wissenschaftlicher Arbeiten investiert.

Noch nicht online erfasst sind zahllose kommunale und privat geführte Bibliotheken, viele Bibliotheken von Vereinen und anderen Institutionen sowie Schulbibliotheken. Wie hoch wird wohl die ‚Dunkelziffer‘ sein? Das Magazin WISO des ZDF plant für heute, 15. November 2010, ab 19:25 einen Beitrag zum Thema Wikinepp-Bücher. Wird Amazon wohl dann endlich reagieren und die Bücher von ihrem Marktplatz verschwinden lassen?

2 Gedanken zu „Schon mehr als 500 Wikinepp-Bücher in Bibliotheken

  1. GvR

    Das „Wikipedia-Copy-Paste-Syndrom“ erhöht inzwischen nicht nur Amazons Umsatz, sondern auch den von Libri, Buch.de, Thalia etc. Leider reagieren die Händler nicht und es wird im Web noch zu wenig vor den Pamphleten von Verlagen wie „Bucher Gruppe – Books LLC“ gewarnt.

  2. Jan Kammerath

    Ich wollte mich recht herzlich für die zahlreichen Hinweise zu Books LLC & Co. bedanken! Als Amazon-Partner biete ich den Lesern meines Blogs über die Amazon Product Advertising API selbst Bücher an. Da dies – wie es sich für einen Technik-Blog gehört – natürlich voll automatisch geschieht, war ich umso entsetzter als ich sah, was für Schindluder dabei herum kommt. Es sind nicht nur kopierte Wikipedia-Artikel sondern auch endlos viele sinnlose Auflistungen von Begriffen oder Herstellern. Nichts, wofür ein Mensch auch nur ansatzweise sein Geld hergeben sollte. Ich pflege mittlerweile eine Liste gesperrter Anbieter (Verlag kann man diese Buden wohl kaum nennen, denn das wäre ja eine Beleidigung für Springer & Co.).

    Meine Liste beinhaltet die folgenden Kandidaten:
    „Books LLC“, „Books Group“, „General Books LLC“, „General Books Club“, „Million-books.com“, „Rare Books Club“, „Livres Groupe“, „Bücher Gruppe“, „Betascript Publishing“, „Alphascript Publishing“, „Vdm Verlag Dr. Mller Ag & Co. Kg“.

    Als wohl schwachsinnigstes Druckwerk möchte ich hier mal nachfolgendes Erzeugnis auflisten, welches man findet, wen man zu Büchern bzgl. der Technik DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) sucht.

    http://www.amazon.de/Digital-Cable-Providers-Fibre-Coaxial-Application/dp/1155911180/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1306881479&sr=8-7

    Besonders Nett: Es enthält eine Liste aller Internetprovider. Würde mich ja drüber kaputt lachen, aber leider kaufen Leute versehentlich solche sinnbefreiten Druckerzeugnisse.

    Danke nochmal und viele Grüße,

    Jan

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