Software-Analyse bestätigt Plagiatsvorwurf gegenüber Bob Dylans Nobelpreis-Rede

Ich schreibe „Plagiatsvorwurf gegenüber Bob Dylans Nobelpreis-Rede“ und nicht „Plagiatsvorwurf gegenüber Bob Dylan“. Ich kann mir schwerlich Bob Dylan vorstellen, wie er eigenhändig auf SparkNotes herumklickt und die Moby-Dick-Interpretation von dort unzitiert paraphrasiert. Ich kann mir hingegen sehr wohl vorstellen, dass er das Elaborat von einem Ghostwriter (vor)texten ließ. Das würde auch gut dazu passen, dass ihm der Nobelpreis zumindest ziemlich egal, wenn nicht gar lästig war.

In dem ursprünglichen Artikel von Andrea Pitzer, die das Plagiat enthüllte, wurden elf Übereinstimmungen dokumentiert. Interessant ist, dass folgende beiden Konkordanzen nicht erwähnt wurden:

Nobelpreis-Rede: „This book tells how different men react in different ways to the same experience.“
SparkNotes: „He is a foil for Ahab, as the two men react in different ways to a similar experience.“

Nobelpreis-Rede: „Moby Dick is a fascinating book, a book that’s filled with scenes of high drama and dramatic dialogue.“
SparkNotes: „In these chapters, scenes of high drama alternate […].“ („Drama“ und „Dialogue“ kommen etwas weiter unten. Alle Hervorhebungen S.W.)

Und es finden sich noch mehr Übereinstimmungen zwischen beiden Texten, wenn man die Parameter mit der Software WCopyfind richtig einstellt.

Ich glaube, Bob Dylan hat nicht plagiiert. Vielmehr gehört sein Ghostwriter auch zur problematischen Copy & Paste-Generation. Ob wohl die Ausführungen zu „Im Westen nichts Neues“ und „Odysseus“ plagiatsfrei sind?

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