Schlagwort-Archiv: Johannes Hahn

Warum verhindert der ÖVP-Hochschulsektionschef Elmar Pichl seit Jahren die Sicherstellung guter wissenschaftlicher Praxis?

Irgendwann reicht es mir mit der Karotte vor der Nase. Ich habe den derzeitigen Sektionschef für Hochschulen im österreichischen Bildungsministerium, Mag. Elmar Pichl, 2019 auf meinen Wunsch kennen gelernt. Was ich damals noch nicht wusste: Er kam von der ÖVP-Bundespartei, wurde dann im Jahr 2007 von Dissertationsplagiator und Ex-Wissenschaftsminister Johannes Hahn (kurz vor meinem Plagiatsvorwurf gegenüber Hahn) ins „Kabinett“ nach Wien geholt und wechselte dann, drei Jahre später, in die Hochschulsektion, siehe den Lebenslauf hier. […]

Novelle des Universitätsgesetzes: Österreich plant studienrechtliche Verjährung von Plagiaten nach 30 Jahren

Laut der bevorstehenden Novelle des Universitätsgesetzes (UG 2002) sollen an österreichischen Universitäten Plagiate nach 30 Jahren studienrechtlich verjähren. Das berichteten ORF und Austria Presse Agentur (APA) gestern, die auch weitere Details zur Anhebung der Zahl sogenannter „prüfungsaktiver Studierender“ aus dem Gesetzesentwurf durchsickern ließen. Die Novelle des Universitätsgesetzes kommt Anfang November in die sechswöchige öffentliche Begutachtung. […]

Veröffentlichung oder Geheimhaltung von Plagiaten und Titelaberkennungen? Zur überholten „Amtsverschwiegenheit“ in Österreich

Als der deutschen Ex-Bildungsministerin Annette Schavan 2013 der Doktorgrad aberkannt wurde, begab sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf, Bruno Bleckmann, nicht nur in die Öffentlichkeit, um den Verfahrensstand mitzuteilen, sondern auch, um forsch das Ergebnis des Verfahrens samt Abstimmungsdetails vor laufenden Kameras zu verkünden. […]

Plagiat, Widerruf des Grades und das intervenierende Moment

Ob ein Plagiat vorliegt oder nicht, hat in Österreich offenbar nicht wirklich viel mit dem Text selbst zu tun.
Ob ein akademischer Grad widerrufen wird oder nicht, hat in Österreich offenbar nicht wirklich viel mit dem Plagiat selbst zu tun.
Anders als in Form dieser beiden Arbeitshypothesen kann ich mir im Moment folgende Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre nicht erklären:
* Ein Magister der Universität Salzburg plagiiert mehr als ein Drittel seiner Diplomarbeit von einer ungenannten Quelle, er behält seinen Grad. […]

Die „marktschreierische Wichtigtuerei selbsternannter Plagiatsjäger“?

Im Zuge meiner Recherchen zur Ignoranz der Themen gute wissenschaftliche Praxis und Plagiarismus bei führenden österreichischen Wissenschaftsorganisationen stieß ich erst gestern auf einen schon etwas älteren Kommentar des FWF-Präsidenten Christoph Kratky. Das ist schon ein starkes Stück! Schuld sind offenbar die in der Sache nicht kompetenten Politiker, vor allem aber die „selbsternannten Plagiatsjäger“. […]

Zitierregeln und Plagiat – wie war es früher?

Die derzeitigen Debatten in Österreich um die Doktorarbeiten von Johannes Hahn, Peter Pilz und womöglich auch bald Christa Them werfen eine hochinteressante Frage auf: Herrschten früher, vielleicht vor 2000, vielleicht vor 1990, tendenziell Wildwuchs und Beliebigkeit in den textorientierten Wissenschaften? Wurden verbindliche Zitierregeln, ja am Ende die Grundregeln der Kennzeichnung fremden Textmaterials erst nach 1990 oder gar erst nach 2000 eingeführt? […]

Anti-Intellektualismus österreichischer Art

Nun ist also mein Gutachten zu Johannes Hahn Journalisten übergeben und online publiziert worden. Die Reaktionen sind im Wesentlichen seit Jahren dieselben, wenn in Österreich Plagiatsfälle aufgedeckt werden, und so kam es auch diesmal:
FAKTENIGNORANZ. Obwohl die Anschuldigungen schwarz auf weiß dokumentiert werden und von jedermann/frau nachvollzogen werden könnten, hat sich die Mehrheit der Netz-Poster bereits ihre Holzhammer-Meinung gebildet, oft mit haarsträubender Fakten-Unkenntnis, obwohl das PDF nur einen Mausklick weit vom Webforum entfernt wäre (nachzulesen etwa hier). […]

Die „besten“ Ausreden der abschreibenden Zunft

Aus aktuellem Anlass eine kleine Sammlung:
1. Er habe die Dissertation selbst verfasst, was durch ein handgeschriebenes Konvolut bewiesen werden könne (Johannes Hahn, EU-Kommissar).
2. Er habe ein „Diskettenproblem“ gehabt, es handle sich somit um ein „elektronisches Versehen“ (Hubert Biedermann, Montanuniversität Leoben). […]

Flucht nach vorne an der Uni Wien – Fragen zu einem gutachterlichen Schnellschuss

Auf Druck der vor einer Woche neu gegründeten „Initiative Transparente Wissenschaft“ und einiger Printmedien hat die Universität Wien nunmehr selbst die Dissertation von Johannes Hahn im Volltext sowie auch das umstrittene Entlastungsgutachten des Züricher Philosophen Peter Schulthess online gestellt. Dies darf einerseits als erster Etappensieg der „Initiative Transparente Wissenschaft“ gewertet werden, andererseits sollte nun aber auch ein offener Dialog über die auf den Tisch gelegten Fakten stattfinden. […]

Unwahrheit oder Unwissenheit? Was in der Plagiatsdebatte im Moment so alles behauptet wird

Die Plagiatsdiskussion wird in den deutschen und österreichischen Medien weiter intensiv geführt. Der österreichische Ex-Wissenschaftsminister und jetzige EU-Kommissar Johannes Hahn erscheint im Wiener ORF-Fernsehzentrum mit der handgeschriebenen Originalfassung seiner Dissertation. Offenbar soll das handschriftliche Konvolut Plagiatsfreiheit beweisen. – Ob Hahn weiß, dass die in perfekter Handschrift geübten mittelalterlichen Mönche fast nur abgeschrieben haben? […]

Widerlich: Auch Guttenberg ist ein Plagiator

Plagiarismus und politische Karriere stehen möglicherweise in einem gewissen Zusammenhang. Was in Österreich der Fall des ehemaligen Wissenschaftsministers und heutigen EU-Kommissars Hahn ist (zur Erinnerung: siehe hier und hier), ist nun in Deutschland der Fall des Verteidigungsministers Guttenberg. Ein positiver Aspekt des Internets ist: Die Vorwürfe können anhand der Originalstellen rasch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und von jedermann/frau überprüft werden, siehe die Dokumentation der „Süddeutschen Zeitung“. […]

Des Hahns fremde Federn (wieder mal…)

Nach der heutigen Medienberichterstattung zur „Eröffnung“ des Blogs haben mich mehrere Anfragen zur Dissertation des österreichischen Ex-Wissenschaftsministers Johannes Hahn erreicht. Hier nur kurz die Info, dass die von mir entdeckten Übereinstimmungen immer noch online hier abzurufen sind: http://phaidon.philo.at/qu/?p=348 (Es handelt sich um die Dokumente „Hahn gegen Zitate“ und „Hahn mag keine Anführungszeichen“ 1 und 2.) […]