Schlagwort-Archive: Titelbetrug

„Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Ralf Herwig, MD, PhD, FRSM“ ist kein „falscher Arzt“, aber seit 2014 nicht mehr „Assoziierter Professor“

Der Urologe und systematische mobile Coronavirus-Tester Ralf Herwig ist seit mehr als einer Woche Dauergast in den heimischen Medien – mit verstörenden Themen und Vorwürfen, die hier nicht bewertet werden können. Ralf Herwig ist spätestens seit dieser Berichterstattung eine Person des öffentlichen Lebens in Österreich und es sollte ein berechtigtes Interesse der Öffentlichkeit an seiner akademischen Vita geben, das den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte des Mediziners überwiegt. […]

Harte Zeiten für den Plagiatsjäger? Von Einschüchterungsversuchen der WKO, einer Geldstrafe des Magistrats und einer obskuren Klage vor dem Landgericht Stuttgart

Nein, es sind keine harten Zeiten, es sind einmalig spannende Zeiten. Rund 250 Kundenanfragen seit Bekanntwerden der Causa Aschbacher am 07.01.2021, spannende neue Fälle wie noch nie zuvor, neue kompetente Kooperationspartner und vieles mehr. Der Preis für das vermehrte Licht der Öffentlichkeit: Einschüchterungsversuche und Bestrebungen, mich mürbe und mundtot zu machen. […]

Ministerin Aschbacher in akademischen Nöten: Der Magistergrad an der FH muss widerrufen werden, damit verliert sie aber auch den PhD-Titel aus Bratislava

Aber alles der Reihe nach an diesem turbulenten Tag: Heute gab der Pressesprecher von Ministerin Aschbacher bekannt, dass diese an der FH Wiener Neustadt ein „Sehr gut“ für ihre Plagiatsdiplomarbeit bekommen hat. Damit kommt auf die Ministerin ein weiteres großes Problem zu: Der österreichische Verwaltungsgerichtshof (VwGH) sagt nämlich in einem Stammrechtssatz zu Plagiaten, dass eine Erschleichung dann anzunehmen ist, wenn der Verfasser/die Verfasserin bei objektiver Betrachtung und mit entsprechenden Hinweisen eine schlechtere Note bekommen hätte:

Quelle: https://www.ris.bka.gv.at/JudikaturEntscheidung.wxe?Abfrage=Vwgh&Dokumentnummer=JWR_2011100187_20140527X01 […]

Welche Wissenschaft wollen wir? – Brauchen die Universitäten Betrüger? Einige grundsätzliche Überlegungen

Es ist schon immer wieder befremdlich, wenn ich die Kopfnoten in den Schuljahreszeugnissen meiner Kinder lese: Da werden unter anderem „Leistungsbereitschaft“, „Zuverlässigkeit und Sorgfalt“ und „Selbstständigkeit“ benotet (Anmerkung: Meine Kinder gehen in Sachsen zur Schule). […]

Wie konnte Staatssekretärin Ulrike Lunacek auf den Promotionsbetrüger und Urkundenfälscher Axel Spörl hereinfallen?

Nun ist es also amtlich: Axel Spörl hat seine Promotionsurkunde gefälscht und alle – auch mir im persönlichen Gespräch berichteten – Fakten zu seiner Dissertation frei erfunden. Man muss sich das einmal vorstellen: Ein Mann in einer Spitzenposition im österreichischen Kulturbetrieb, mit mehr als 200 MitarbeiterInnen ‚unter‘ sich und einer Jahresgage von rund 200.000,– Euro (das verdient auch der bisherige Chef von „Art for Art“), der diese Zeilen zu seiner Dissertation einfach so frei erfindet:

„Im Kern betrachtet die Arbeit Regeln der Harmonielehre (Gestaltung von Mehrstimmigkeit) und Kompositionstechnik (Entwicklung von Phrasen und Melodien) aus mathematischer und physikalischer Sicht. […]

„Art for Art“ oder doch „Art of Upgrading“: Was die Causa Spörl über die Besetzungspolitik in Staatsbetrieben aussagen könnte

Axel Spörl ist also zurückgetreten. Das Problem jener Seilschaft, die ihn in Zeiten einer durch das Coronavirus dahin darbenden Kunst- und Kulturszene in den 200.000-Euro-Posten gehievt hat, ist damit noch nicht einmal im Ansatz gelöst.

Wenn es jetzt von der Bundestheater Holding via APA heißt, niemand habe vor der Bestellung von den Verdachtsmomenten gewusst und alle Unterlagen seien durch einen externen Personalberater genau geprüft worden, muss man doch einiges zurechtrücken:

1) Diese Sachverhaltsdarstellung wegen Verdachts des Verstoßes gegen § 116 UG durch Herrn Spörl habe ich am 30.12.2019 der Bezirksverwaltungsbehörde, in diesem Fall dem Magistrat Wien und namentlich Bürgermeister Dr. […]

Ghostwriting-Fall bei WU Wien angezeigt: Hans-Peter Haselsteiner war offenbar Mitwisser von Titelerschleichung seiner späteren Ehefrau

Ghostwriting ist neben Plagiarismus eines der großen Probleme an den Universitäten, und Softwareanbieter wie Turnitin oder PlagScan arbeiten hier an Lösungen. Der diese Zeilen schreibende Plagiatsgutachter hat über die Jahre einen eigenen stilometrischen Kriterienkatalog entwickelt, mit dem er Texte auf Autorschaft vergleichen kann, basierend auf einer Liste von 21 formalen und stilistischen Merkmalsgruppen mit Untermerkmalen. […]