Schlagwort-Archiv: Karl-Theodor zu Guttenberg

Trikola und Antithesen schon in der plagiierten Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg aus dem Jahr 2008

Den Hinweis darauf, dass der Stil Guttenbergs bereits vor dem KI-Zeitalter existierte, verdanke ich meinem Plagiatsjäger-Kollegen Martin Heidingsfelder. Unten veröffentlichte Darstellung stammt vom Plagiatsexperten Gerhard Dannemann, beide haben mich unabhängig voneinander kontaktiert.

Und ich habe gestern von einem Journalisten einen weiteren Hinweis auf die Stilanalyse der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg erhalten. […]

Stil-Parallelen in Kommentaren von Chefredakteurin Anna Thalhammer im profil und Karl-Theodor zu Guttenberg auf LinkedIn

Es geht um seltsame, gehäuft auftretende Textmerkmale wie Dreier-Wortketten (Trikola), Antithesen (Affirmationen und Negationen) und sich selbst relativierende Aussagen in den jüngsten Texten der Chefredakteurin des österreichischen Nachrichtenmagazins profil, Anna Thalhammer, die mich seit einigen Tagen wissenschaftlich beschäftigen, siehe die von mir geposteten ersten Beispiele auf X hier, hier und hier. […]

Die neue Guttenberg-Dissertation: Erste Ergebnisse einer Plagiats- und Ghostwriting-Analyse

Fast möchte man ja sagen, Herr von und zu Guttenberg hat das Promotionswesen mit der Schrift „Agents, Bills, and Correspondents through the Ages ein zweites Mal verhöhnt. Denn diesmal hat er uns gezeigt, wie furchtbar irrelevant Dissertationen eigentlich sind: Mehr als ein Jahr lang nahm niemand von der Doktorarbeit Notiz. […]

„Person und Gewissen“ oder: Der Fall Guttenberg wird sich wiederholen

Ich hätte es nie im Leben für möglich gehalten, dass es in Deutschland eine Steigerung des Falles Guttenberg geben wird. Doch es gibt sie: in Form einer plagiierenden Ministerin, die für Bildung, Forschung und Wissenschaft zuständig ist. (Was würde Merkel nun sagen? Dieser Widerspruch ist nicht mehr auflösbar.) […]

Das große Scannen oder: Ehrendoktorat für Guttenberg!

Blicken wir mal zurück: Noch 2010, im Jahre vor Guttenberg, waren Kollegin Debora Weber-Wulff – schon länger präsent mit eigenem Webportal und Blog – und Ihr werter Plagiatsgutachter alleine auf weiter Flur. Dann kam Guttenberg, und neue Spieler wie „PlagDoc“ oder „Dr. Martin Klicken“ traten auf den Plan und förderten ziemlich Unschönes zutage. […]

Die „besten“ Ausreden der abschreibenden Zunft

Aus aktuellem Anlass eine kleine Sammlung:
1. Er habe die Dissertation selbst verfasst, was durch ein handgeschriebenes Konvolut bewiesen werden könne (Johannes Hahn, EU-Kommissar).
2. Er habe ein „Diskettenproblem“ gehabt, es handle sich somit um ein „elektronisches Versehen“ (Hubert Biedermann, Montanuniversität Leoben). […]

Ein denkwürdiger Tag

Sollten wir am 11. Mai fortan den „Tag der wissenschaftlichen Redlichkeit“ feiern? Heute morgen kam die Nachricht, dass die Universität Konstanz Veronica Saß den Doktortitel aberkannt hat. Am Vormittag folgte der Endbericht zu Guttenberg: Er findet klare Worte zu Guttenbergs unermesslichem Fake, aber leider keine klaren Worte zu Häberle und Streinz und deren Netzkompetenz anno 2006. […]

In Deutschland purzeln die Doktorgrade

Willkommen beim neuen Spiel (dank Massenmedien und vor allem Internet): „Ex-Doktor, ärgere Dich nicht“. Nach Guttenberg, zu dem der Prüfbericht der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ seit heute im Internet nachzulesen ist, nun also auch Veronica Saß. Zumindest drei oder vier weitere heiße Kandidaten für das Spiel, das zuletzt von VroniPlag maßgeblich gesteuert wurde, könnten folgen. […]

Einmal kein Plagiat, einmal Plagiat mit Vorsatz – und zweimal die Frage nach der Transparenz

Die Diplomarbeit des ehemaligen österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser stellt kein Plagiat dar, meldete heute die Universität Klagenfurt, auch unter Berufung auf eine „summarische Prüfung“ (?) der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI). Verdächtige Passagen der Arbeit waren unter anderem in einer österreichischen Tageszeitung als Faksimiles veröffentlicht worden (siehe die „Bilderstrecke“ hier). […]

In bester Gesellschaft


Quelle: Telepolis

Das Buch „Das Google-Copy-Paste-Syndrom“ Ihres werten Plagiatsgutachters findet sich im Amazon-Partnerprogramm von „Telepolis“ in bester Gesellschaft – gleich neben postmodernen Gesamtkunstwerken wie „Verfassung und Verfassungsvertrag“ oder „Regulierung im Mobilfunk“. Das freut mich!
Nur: Was bitte hat denn die Dissertation des CDU-Abgeordneten Günter Krings hier zu suchen? […]

Neuer Begriff macht die Runde: „Gutteln“

„gutteln“ im „Wörterbuch der deutschen Sprache“, 1838, damals in etwa gleichbedeutend mit „gluck gluck gluck machen“

Die Guttenberg-Affäre hat nicht nur der Frage nach dem Sinn wissenschaftlicher Abschlussarbeiten und der Qualitätssicherung bei ebendiesen eine völlig neue Dimension gegeben, sie hat nicht nur die Kultur der Aufdeckung radikal verändert, sie hat nun auch bereits erste Auswirkungen auf die deutsche Sprache: Der Begriff „gutteln“ macht die Runde. […]

Unwahrheit oder Unwissenheit? Was in der Plagiatsdebatte im Moment so alles behauptet wird

Die Plagiatsdiskussion wird in den deutschen und österreichischen Medien weiter intensiv geführt. Der österreichische Ex-Wissenschaftsminister und jetzige EU-Kommissar Johannes Hahn erscheint im Wiener ORF-Fernsehzentrum mit der handgeschriebenen Originalfassung seiner Dissertation. Offenbar soll das handschriftliche Konvolut Plagiatsfreiheit beweisen. – Ob Hahn weiß, dass die in perfekter Handschrift geübten mittelalterlichen Mönche fast nur abgeschrieben haben? […]

Fall Guttenberg: Data Mining als nächster Schritt nach dem kollektiven Ergoogeln?

Der Stellungnahme auf GuttenPlag-Wiki ist völlig rechtzugeben: Guttenberg hat „bei der Ankündigung seines Rücktritts [erneut] keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden“. Wir wissen immer noch nicht die ganze Wahrheit.
Das brachte mich heute auf die Idee, dass das kollektive Ergoogeln der Arbeit (und eventuell der darauf folgende Abgleich mit nur offline verfügbarer Literatur) vielleicht nur der erste Schritt sein könnte, um die ganze Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. […]

Und noch ’n Guttenberg-Plagiat… Aber wer hat diesmal von wem abgeschrieben?


Aus der Webseite von Herrn Guttenberg


Aus der Webseite von Herrn Thering (auch CDU, allerdings Hamburg)

Doktorarbeiten mit Höchstnote entpuppen sich als jenseitig plumpe Internetcollagen mit minimaler „Editierarbeit“, die gegen alle Regeln des wissenschaftlichen Handwerks verstoßen. Und nun auch das noch: Plagiate (auch im nicht-wissenschaftlichen Kontext gibt es Plagiatsbegriffe!) […]

Nicht nur Guttenberg sollte abdanken

„Nach den Übereinstimmungen, die bisher nachgewiesen wurden, muss man jedenfalls sagen: Der Artikel aus der NZZ zur Invocatio Dei im EU-Parlament, den Guttenberg wohl komplett und ohne Kennzeichnung übernommen hat, ist ein Langzitat ohne Urhebernachweis, also Plagiat im Sinne des Urhebergesetzes. Bei den beiden anderen Autoren sind zwar wörtliche Übernahmen nicht als Zitate gekennzeichnet, aber es wird auf den Autor hingewiesen. […]

Einmalige Dynamik: Kollaborative Dokumentation der Guttenberg-Plagiate im Netz

So etwas hat es noch nicht gegeben: Der Fall Guttenberg wird nun nicht von verschwiegenen Gremien der Universität Bayreuth und der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgeklärt, sondern kollaborativ im Netz. Die Liste der Übereinstimmungen umfasste bereits heute in der Früh 23 Seiten und wird wohl in den nächsten Stunden und Tagen noch deutlich wachsen. […]

Fall Guttenberg: Eine Plagiatsfundgrube mit Auszeichnung – und noch mehr?

Mittlerweile ist es durch alle Medien gegangen: Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit nicht nur ein paar Mal plagiiert, sondern ein paar dutzend Male, wenn nicht noch öfter. Dass auch schon Guttenbergs Einleitung abgeschrieben wurde, ist – neben vielen anderen Vergleichsstellen – hier dokumentiert. Das erinnert frappierend an die ganz plumpen Copy & Paste-Arbeiten, die ich früher in Österreich aufgedeckt habe. […]

Widerlich: Auch Guttenberg ist ein Plagiator

Plagiarismus und politische Karriere stehen möglicherweise in einem gewissen Zusammenhang. Was in Österreich der Fall des ehemaligen Wissenschaftsministers und heutigen EU-Kommissars Hahn ist (zur Erinnerung: siehe hier und hier), ist nun in Deutschland der Fall des Verteidigungsministers Guttenberg. Ein positiver Aspekt des Internets ist: Die Vorwürfe können anhand der Originalstellen rasch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und von jedermann/frau überprüft werden, siehe die Dokumentation der „Süddeutschen Zeitung“. […]