Archiv für das Jahr: 2024

Siegfried Weischenberg, Hannes Haas und Wikipedia als unerwähnte Quellen: Plagiate in journalistischen Artikeln und in der Doktorarbeit von Alexandra Föderl-Schmid, Süddeutsche Zeitung

Am 18.12.2023 berichtete Marvin Schade vom mir bis dahin unbekannten Portal medieninsider.com über fehlende Quellenangaben in Artikeln von Alexandra Föderl-Schmid, der stellvertretenden Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“. Vor Weihnachten war viel los im „Plagiatsbusiness“, auch Alice Weidel und Claudine Gay sahen sich zu der Zeit mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. […]

Plagiatsverdacht in der Fischereiökologie: Was für die Universität Innsbruck alles kein Plagiat ist

Die Universität Innsbruck gibt, ähnlich wie die Universität Klagenfurt, seit langem Rätsel auf, was den Umgang mit Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens anbelangt. Man könnte einmal eine wissenschaftliche Arbeit der folgenden Hypothese widmen: Je höher die Berge, desto größer sind die Mauern des Schweigens und desto unausgeprägter ist die Fehlerkultur. […]

Plagiatsvorwurf gegen den Sportunions-Präsidenten und Ex-ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald

Das Kapitel trägt die für Außenstehende durchaus bizarre Überschrift „Unternehmenskultur der Delphine als Wettbewerbsvorteil höherer Ordnung“. – Nachdem der ehemalige ÖVP-Generalsekretär, der gegenwärtige Präsident der österreichischen Sportunion und Manager bei Johnson & Johnson Medical, Peter McDonald, in seiner im Jahr 2002 an der Universität Linz approbierten Diplomarbeit auf den ersten fünfzig Seiten fast nur zitiert – genauer: fast nur falsch zitiert – hat, freut sich der Leser sehr auf ein komplett fußnotenfreies Kapitel in eigenen Worten. […]

Uniko-Chef Oliver Vitouch macht Ernst und startet seine Gerichtsoffensive gegen Inhalte dieses Blogs

Der Rektor der Universität Klagenfurt (ist der Name nicht schon ein Hinweis auf Klagefreudigkeit?) macht Ernst: Heute sind die ersten medienrechtlichen Anträge gegen diesen Blogbeitrag eingetroffen:

Der „Chef“ der 22 staatlichen österreichischen Universitäten geht also jetzt gerichtlich gegen den jahrelangen Kämpfer für mehr Qualität und eine bessere gesetzliche Grundlage für die Universitäten vor. […]

Plagiatssoftware, Statistik wissenschaftlichen Fehlverhaltens, KI-generierte Inhalte: Keine Vereinheitlichungsaktivitäten in Österreich in Sicht

Die Frage des „Standard“-Redakteurs Theo Anders an unseren Wissenschaftsminister Martin Polaschek lautete: „Nicht einmal der verpflichtende Einsatz von Plagiatssoftware wird politisch vorgegeben, warum nicht?“ Und der Minister, offenbar bar jeder Ahnung von Plagiatssoftware, antwortete: „Weil nicht alle Universitäten gleich sind und die autonomen Unis in ihren Bereichen am besten entscheiden können, welche individuellen Vorkehrungen sie brauchen.“ […]

Das unzitierte Ab- und Umschreiben in den österreichischen Rechtswissenschaften: Was ist erlaubt, was nicht?

Anlässlich der Zitierweisen in der juristischen Diplomarbeit von Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) und in der juristischen Dissertation von Justizministerin Alma Zadić (Grüne) richtete ich Anfang 2022 einen Offenen Brief an rechtswissenschaftliche Fachgesellschaften und Experten. Denn ich stellte schon seit Jahren fest, dass österreichische Rechtswissenschaftler häufig aus Judikatur und aus wissenschaftlicher Literatur (!) […]

„Hochschulrechtspaket“ 2024: Die „gute wissenschaftliche Praxis“ übersiedelt von einem Gesetz ins andere – und sonst?

Vielleicht vergegenwärtigen wir uns zu Beginn, welche die aktuellen Probleme in der (nicht nur, aber vielleicht insbesondere österreichischen) Hochschullandschaft sind:

  • Studienanfänger sind zunehmend studierunfähig, das verlangt nach neuen Kriterien (gar nicht nur im Sinne von Hürden) für den Zuschlag eines Studienplatzes. Das BMBWF erforscht aber nicht die Hypothese der zunehmenden Studierunfähigkeit, sondern setzt auf Studierbarkeit.
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