Beste Plagiatssoftware am Markt findet keine weiteren Plagiate in Armin Laschets Buch „Die Aufsteigerrepublik“

Der heute von Martin Heidingsfelder mit einer einzigen abgeschriebenen Buchpassage konfrontierte Armin Laschet hat schnell die Flucht nach vorne ergriffen und die Druckfahnen seines Buchs aus dem Jahr 2009 im Volltext online gestellt. Das nenne ich mal Open Content, und das wünsche ich mir auch für die Masterthesis von Annalena Baerbock.

Ich nehme daher an, dass Herr Laschet auch nichts gegen die Publikation meiner Plagiatsanalyse seines Buchs mit der Software Turnitin hat (40,9 MB, 319 Seiten). Jetzt kann sich jeder ein Bild machen.

Mein Ergebnis ist entlastend für Laschet: Ich habe nach Durchsicht aller eingefärbten Textübereinstimmungen keine einzige Stelle gefunden, die ich als Plagiatsfragment bezeichnen würde. Die Quellen 1-3 mit den meisten übereinstimmenden Sätzen sind eine Rede Laschets sowie zwei Publikationen von Laschet. Des Weiteren finden sich in der Plagiatsanalyse zahlreiche spätere Zitate aus dem Buch, das also durchaus Gegenstand einer intellektuellen Debatte wurde. Drittens finden sich in dem Buch viele Zitate, die korrekt unter Anführungszeichen gesetzt wurden. Einige Wissenschaftler gibt Laschet paraphrasierend wieder, aber immer mit Verweis auf den Autor. Einmal könnte er ein Gorbatschow-Zitat aus dem Spiegel abgeschrieben haben. Zwei Sätze kann man auch auf Wikipedia nachlesen – es gibt da aber wohl eine gemeinsame dritte Quelle. Hier würden in der Wissenschaft tatsächlich andere Normen gelten, im Sachbuch nicht.

In der Summe wäre ich hier niemals mit einem Plagiatsvorwurf an die Öffentlichkeit gegangen. Ich habe ähnliche minimale Stellen auch bei Habeck gefunden, das waren ebenso keine Plagiate. Die Plagiate in Annalena Baerbocks Buch „Jetzt“ haben quantitativ und qualitativ hingegen ein völlig anderes Gewicht. Eine einzige Stelle ist der Debatte (noch) nicht wert und deren Veröffentlichung verwässert eher das Problem. Bei der Plagiatsidentifikation geht es immer um die Suche nach einem Muster und nicht um Singularität.

Wenn mein Kollege Martin Heidingsfelder nicht noch mehr Fundstellen auf den Tisch legt, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, eine Nebelkerze gezündet zu haben. Damit wir über Plagiate in einem Sprachwerk reden, müssen diese wesentlich bzw. erheblich, ja eigentlich sogar werkprägend sein. Freilich gilt mit Gerhard Dannemann: Wir können immer nur das Plagiat beweisen, nie das Nicht-Plagiat. Es mögen also weitere Fundstellen vorgelegt werden.

15 Kommentare zu “Beste Plagiatssoftware am Markt findet keine weiteren Plagiate in Armin Laschets Buch „Die Aufsteigerrepublik“

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  1. Pingback: Was steckt hinter den Skandalen von Armin Laschet? – sai

  2. Sucher

    https://twitter.com/antiplag/status/1421595536453406722 – „Jetzt muss gefragt werden: Wer googelt Wortketten bis S. 260? Das macht niemand auf diesem Planeten freiwillig & gratis. Ich kenne die Praxis seit 2002.“

    Anscheinend nicht gut genug: Bei etlichen Plagiatsdokumentationen im VroniPlag Wiki ist das eine gängige Praxis, insbesondere dann, wenn sich nach den bisherigen Funden ein Übernahmemuster abzuzeichnen beginnt, dass in vermutlich hohem Maße aus Onlinequellen übernommen wurde. Dieser manuelle Suchansatz via Google ist natürlich deutlich aufwendiger und zeitintensiver als die Benutzung von Software, aber er erwiesen sich schon oft direkt oder indirekt (Hinweise bei Google Books) als sehr hilfreich bei der Plagiatsdetektion.

    Einige Fallbeispiele aus jüngerer Zeit:

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Ts/Bericht

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Mhg/Bericht

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Cbr/Bericht

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Svr/Bericht (Diss 2001 [WU Wien], die Arbeit basiert fast ausschließlich aus ausgeschlachteten Quellen, die auch oder nur online verfügbar waren)

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Dt/Bericht

    https://vroniplag.wikia.org/de/wiki/Mdi/Bericht (Übernahmen großteils aus Onlinequellen)

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    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Lieber Sucher! Stimmt, da habe ich nicht an die VroniPlag Wiki-Beitragenden gedacht, sondern an „meine Zunft“. Ich mache das ja selbst seit 2002, das erste Mal für ein längeres Gutachten 2008, aber es ermüdet mich mittlerweile nur noch. Ich muss gestehen, ich habe selbst nach 20 Seiten Baerbock K.o. gegeben. Ich spreche mich ja seit Jahren dafür aus, dass hier mit der Google-API ein automatisiertes „Durchgoogeln“ möglich wird. Mir erscheint das manuelle Nachgoogeln wie das Anstehen in der Postfiliale mit einem Einschreiben, das man auch als Attachment hätte versenden können…
      Noch ein Hinweis: Es gibt nun doch ein Indiz für eine neue Plagiatsstelle bei Laschet. Vielleicht möchte sich VroniPlag Wiki das näher ansehen, sofern man sich nicht nur auf wissenschaftliche Texte beschränken will, sondern auch journalistische Sachbücher mit Quellenverzeichnis untersuchen möchte.

  3. Moreh Nevukhim

    Da Herr Dr. Weber sich ab heute im Urlaub befindet, seien zu diesem Zeitpunkt einige – vorläufig – abschließende Erwägungen gestattet, welche seine redlichen Bemühungen um eine Aufarbeitung der „nicht regelkonformen“ Arbeits- und Zitierweise in den Publikationen von Frau Baerbock sowie ihrer – inzwischen teilweise korrigierten – Ungenauigkeiten in ihrem Lebenslauf in einen größeren perspektivischen Zusammenhang zu stellen versuchen.
    Die Strategen der relevanten Parteien im „Kampf ums Kanzleramt“ (Daniel Koerfer) sind sich nach der Analyse der öffentlich zugänglichen und internen Informationen bewußt, daß die Partei der Grünen – in welcher Konstellation auch immer – als Koalitionspartner an der nächsten Bundesregierung beteiligt sein werden. Da man sich in dieser Perspektive die zu erwartenden Koalitionsverhandlungen nicht über Gebühr erschweren möchte, wird man die – wie auch immer berechtigte – Kritik an Frau Baerbock „unter Kontrolle“ zu halten bzw. nach parteipolitischem Kalkül zu kanalisieren versuchen. Damit werden der nach wissenschaft- und publikationsethischen Gesichtpunkten gerechtfertigten Kritik an Frau Baerbock bestimmte Hürden in den Weg gestellt, die sich an den Interessen der parteipolitischen Akteure ausrichten, welche sich in der Arena der politischen Konkurrenz an einem anderen Regelwerk orientieren als dies für den akademischen Bereich als gültig anerkannt wird. Insofern liegt die – bittere – Schlußfolgerung nicht ganz fern, daß sich die aus wissenschaftsethischer Perspektive notwendige Kritik am Ende als ein Kampf gegen Windmühlenflügel erweisen wird.
    Es sei aber auch – im Zusammenhang mit dem Wechselspiel von fachlicher Kritik und politischer Selbstinszenierung – ein kritischer Hinweis auf die Konkurrenten von Frau Baerbock gestattet. Herr Markus Söder hat auf Facebook mitgeteilt, daß in seiner Jugendzeit ein Poster seines Jugendidols Franz-Josef Strauß über seinem Bett hing, dem Kanzlerkandidaten von 1980, der zuvor als Verteidigungsminister 1957 „Pläne für eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr“ (Wikipedia) vorgelegt hatte. Herr Armin Laschet hat – indirekt und diskret – über seinen Bruder Patrick der Öffentlichkeit mitteilen lassen, daß er über 40 Generationen hinweg ein Nachkomme Karls des Großen sei. Dabei wurde allerdings – geschichtsvergessen – außer Acht gelassen, daß Karl der Große die Zwangschristianisierung in den Sachsenkriegen vorangetrieben hat und beim „Blutgericht von Verden“ (782) 4.500 Sachsen hinrichten ließ (auch wenn diese Zahlen in der historischen Forschung umstritten sind). Bei aller berechtigten Kritik an Frau Baerbocks Plagiaten schneidet sie vor dem Hintergrund einer solchen Selbstdarstellung ihrer Konkurrenten vergleichsweise positiv, wenn auch möglicherweise aus der Sicht mancher Kritiker eher naiv, ab.

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  4. Lieber Anonym

    Lieber Herr Weber

    Noch vor knapp 4 Wochen behaupteten Sie in einem Interview zu Laschets Texten nichts zu planen. Man kann also davon ausgehen, dass sie sich bis mind. dahin nicht mit Laschets Buch beschäftigt haben

    Und hier sind sie, keine 48h (!) an einem Wochenende , und springen Herrn Laschet zu Seite? Mit einer Entlastung für das gesamte Buch?

    Wie kann es sein, dass sie bei Frau Baerbocks Buch seit über 4 Wochen beschäftigt sind und immer wieder neue Passagen finden, aber bei Herrn Laschet mit ihrer Software nichteinmal die angeprangerte ( und bereits eingestandene!) Stelle finden.

    Dies wirkt wenig neutral oder wissenschaftlich… Vielleicht sollten sie in Herrn Laschets Buch auch ähnlich viel Zeit investieren, und nicht vorschnell nach 48h bereits einen Persilschein ausstellen 😉 Oder haben sie in den letzten 4 Wochen nicht-öffentlich ihre Meinung geändert und sind rein zufällig zeitlich zu diesem Ergebnis gekommen?

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  5. Sigrid Arndt

    Heidingsfelder und VroniPlag haben schon seit Jahren den Ruf, eine politische Schlagseite zu haben wie die Titanic nach dem Rammen des Eisberges. 🙂 Dass der gute Mann jetzt bloß mit so einem ‚Lercherlschas‘ an die Öffentlichkeit gestürmt ist, obwohl er und seine Gesinnungsfreunde in den letzten Wochen höchstwahrscheinlich wie verrückt Laschets Buch auf Plagiate durchforstet haben, deutet auf große Verzweiflung im Baerbock-affinen Lager hin. Das Motto könnte gewesen sein: Nullnummer oder nicht, irgendwas bleibt trotzdem hängen!

    Vor allem nimmt man damit aber der CDU die Möglichkeit, Baerbocks Plagiate im Wahlkampf zu nutzen. Könnte doch die Gegenseite dann immer sofort brüllen, dass Laschet selbst plagiiert hat; auch wenn seine kleinen Schlampereien kein seriöser Mensch mit dem großflächigen Plagiieren der Baerbock vergleichen würde (nur leider, Parteipolitiker sind halt in der Regel keine seriösen Menschen).

    Viele Grüße und machen Sie weiter so, Herr Weber!

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  6. Jens Greve

    Etwas fällt auf: Das nachgewiesene und auch eingestandene Plagiat, das Martin Heidingsfelder auf den Seiten 260-261 ausgemacht hat, wurde von Turnitin nicht erkannt. Dass Plagiatssoftware keine zuverlässige Methode ist, Plagiate zu erkennen oder eben ihre Abwesenheit zu belegen, dürfte Ihnen ja bekannt sein. Im Übrigen ist ohnehin fraglich, zu welchen Teilen Laschet eine Urheberschaft überhaupt zugeschrieben werden kann: „Als Integrationsminister hatte er 2009 das Buch “Aufsteigerrepublik‘ geschrieben, im Dankwort ist das halbe Ministerium verzeichnet, das alles machte, von der Koordinierung bis zur Ideenzulieferung. Schon 2010 wurde öffentlich gefragt, ob Laschet da nicht Persönliches und Dienstliches durcheinandergebracht habe. Nein sagte er: Es sei ganz normal, dass Mitarbeiter des Hauses für ihn Namensartikel oder Redebeiträge formulierten“ (https://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-nordrhein-westfalen-das-falsch-verbuchte-buch-von-armin-laschet-1.2525618).

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    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Hallo Herr Greve!

      Auf das habe ich natürlich als Erstes geschaut. Aber auch PlagScan (jene bundesdeutsche Software, die Herr Heidingsfelder verwendet) findet die Stelle mit den etablierten Einstellungen nicht, siehe https://plagiatsgutachten.com/blog/wp-content/uploads/2021/08/Laschet_PlagScan.jpg.

      Dies nährt nun ein wenig den Verdacht, hier habe jemand sehr genau untersucht, auch jenseits der Softwarelösungen und habe nur diese eine Stelle gefunden. Ich werde das Herrn Heidingsfelder gleich fragen.

  7. Don Quixote

    Plagiatjagd Episode 2.0 – Es wird aberwitzig!

    Jetzt erleben wir also die wundersame Wandlung des Stefan Weber vom Saulus zum Paulus.
    Wurden im Baerbock Buch noch Übernahmen aus dem eigenen Parteiprogramm, aus Creative Common (Wikipedia) bzw. Open Source Content als Plagiate angeprangert und der Rücktritt von der Kandidatin gefordert, geht es jetzt also in die Verteidigung. Solche zahlreichen Fundstellen seien bei Laschet etwa nicht als Plagiate zu werten?
    Die Debatte ist ganz schön übertrieben: Ein handwerklich schlecht „zusammengebasteltes“ Buch von Baerbock, das nicht mehr als dem Anspruch von Trivialliteratur genügt, hatte also wochenlang für Aufregung gesorgt.

    Aber was haben wir tatsächlich Armin Laschet anzulasten?
    – Verstrickung in die Heinsberg-Studie, in der die Ergebnisse von Storymachine geradezu „gescripted“ wurden

    – Verstickung in die Maskenaffäre mit Van-Laack
    https://www.fr.de/politik/maskenaffaere-cdu-csu-van-laack-skandal-armin-laschet-stolpert-forderung-an-nrw-stoffmasken-90239105.html
    – Behinderung des längst überfälligen Kohleausstiegs, dazu Lügen und bewusste Desinformation
    https://www.tagesspiegel.de/politik/schwere-vorwuerfe-gegen-cdu-kanzlerkandidaten-laschet-luegt-oder-ist-falsch-informiert/27457016.html
    Und viele weitere Affären und Skandale – ich will sie hier nicht alle aufzählen. Die Geschichte der freierfundenen Klausurnoten hätte den „Würfel-Armin“ fast noch sympathisch gemacht. Es geht nicht um einige abgeschriebene Passagen in einem Buch, es geht in Deutschland um eine Richtungswahl.

    Es geht nicht um die Person Baerbock oder Laschet, es geht darum, dass die CDU/CSU auf Bundesebene mit unter 60-jährigen heute keine Wahl mehr gewinnen könnte!
    https://www.kas.de/documents/252038/11055681/Wahlbeteiligung+und+Wahlverhalten+nach+Alter+und+Geschlecht+in+Deutschland.pdf/4c2323f8-d1a0-e2d0-cab9-91f3159699ed?version=1.0&t=1613568331926
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article194198267/Europawahl-2019-Wer-waehlte-wen-nach-Alter-Beruf-Geschlecht.html
    Anstatt sich einer sachlichen Debatte zu stellen, welche der Parteien bessere Konzepte für die Zukunft bereit hält, wird ein sinnloser Kulturkampf geführt, der wirklich keinem Teil der Gesellschaft weiter hilft (nicht einmal den älteren Generationen).

    Der engagierte Einsatz des Stefan Weber im Sinne der „wissenschaftlichen Redlichkeit“ mutet mir an, wie das letzte Aufbäumen des sog. „alten weißen Mannes“, der um den Verlust seines Status und seiner Deutungshoheit fürchtet.

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    1. chr/christiane

      Kohleausstieg..und ob Herr Laschet lügt oder falsch informiert ist.

      Martin Kaiser –Geschäftsführer von Greenpeace, der dieser Kohlekommission angehört hatte –erhebt neben Anderen diesen Vorwurf.
      Vielleicht könnte ein Interview, das Herr Kaiser dem Deutschlandfunk am 26.1.2019–am selben Tag, als auch die Kohlekommission ihren Abschlussbericht vorgelegt hatte–, weiterhelfen.

      Deutschlandfunk–Martin Kaiser im Gespräch mit Ann-Kathrin Büüseker–26.1.2019–„Empfehlungen der Kohlekommission-Greenpeace: Kohleausstieg wichtiges internationales Signal“

      Deutschland hat ein Problem mit den Medien. Vor allem mit den Öffentlich-Rechtlichen.-Eigentlich wäre es Aufgabe dieser Medien, für Aufklärung zu sorgen.Weil es kaum Faktenchecks gibt, kann mittlerweile jeder behaupten, was er will. Sämtliche Medien übernehmen jeden „Scheiß“–je nachdem wie es gerade parteipolitisch passt.
      Auch gibt es bezüglich Kommentarfreischaltungen anscheinend parteipolitische Bevorzugungen. Beim RBB z.B habe ich keine Chance.Ich freue mich deshalb, dass meine Kommentare in Nichtdeutschen Medien und Blogs freigeschaltet werden.

      Zum Thema Kohlekommission (Abschlussbericht Kohlekommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung-29.1.2019–Seite 64)/Laschet/Lügen/ Kaiser/Greenpeace/BUND finden Sie weitere Kommentare von mir bei: nau.ch-„Bund und Greenpeace werfen Laschet Falschaussagen vor“

      Es müsste nicht nur Plagiatsjäger, sondern vor allem auch viel mehr Faktenjäger geben.
      Gerne auch aus Nicht-Deutschland….

    2. chr/christiane

      Sachliche Debatte:
      Frau Baerbock wurde nicht zur Kanzlerinnenkandidatin auf dem Grünen-Parteitag gewählt.
      Es gab diesbezüglich keine Möglichkeit einer Wahl.
      Ich hätte so etwas nie für möglich gehalten, aber: Die Wahl des Wahlkampfteams Baerbock/Habeck und die Wahl der Kanzlerkandidatin Baerbock wurde zu einer einzigen Gemeinschaftswahl zusammengelegt. Mit einer einzigen Stimme mussten die Grünen sowohl die Kanzlerkandidatin Baerbock als auch das Wahlkampfteam Baerbock/Habeck wählen.

      Wer lediglich das Wahlkampfteam –vielleicht auch nur wegen Herrn Habeck–wählen wollte, aber Frau Baerbock nicht als Kanzlerinnenkandidatin–der hatte dazu keine Möglichkeit. Wieviele Stimmen die damals bereits angezählte Frau Baerbock als Kanzlerinnenkandidatin tatsächlich erhalten hatte–kann deshalb niemand sagen. Trotzdem wird in den meisten Medien davon berichtet, Frau Baerbock sei mit 98,5% als Kandidatin gewählt worden.Vielleicht wollte man auch durch diese Wahl Frau Baerbock „größer“ machen, als sie ist. Übrigens: Auch Herr Habeck gehörte zu denen, die diese Mischmasch-Wahl ausgeklüngelt hatten. Niemand von unseren Qualitätsjournalisten wollte wissen, warum diese Wahl so stattgefunden hatte. Warum?

      Dass sich die Grünen ohne Murren diese historische Chance nehmen lassen, das erste Mal in ihrer Geschichte eine Kanzlerkandidatin direkt wählen zu können, –verstehe, wer will. Ich verstehe das nicht.
      Auch kann ich nicht verstehen, dass so eine „Huckepack-Wahl“ in einem Rechtsstaat überhaupt erlaubt ist.

      Wenn ich mir diesen Parteitag der Grünen nicht persönlich angesehen hätte, hätte ich das alles niemals glauben können.
      Don Quixote–Sie dürfen meine Behauptungen gerne als Faktenjäger selbst recherchieren.(Sollten Sie doch Hilfe brauchen, sagen Sie Bescheid)

      Da ich etlichen Medien nicht mehr vertrauen kann, sehe und höre ich mir Landtagsdebatten, Parteitage, Bundestagsdebatten immer gerne selbst in Gänze an. Auch hole ich mir Informationen von offiziellen Stellen, z.B. über kleine Anfragen des Bundes-und Landtages.
      Da wird einem schnell klar, wer lügt und wer nicht.
      Und man erkennt, welche Medien die Fakten beugen.

  8. Jacob Bosshard

    sehr geehrter Herr Dr. Stefan Weber
    Sie arbeiten nicht neutral, wie Sie es ja immer behauptet haben, zuerst bombardieren Sie Frau Baerbock, zum Teil mit Recht, und nun wollen Sie den Herrn Laschet entlasten? Und Morgen wird dann auch noch der Herr Scholz zur Kasse gebeten.
    Erlauben Sie mir Ihnen zu sagen, dass Sie hier ein ganz falsches politisches Spiel treiben. Was haben Sie persönlich in der deutschen Politik verloren, Sie sind doch nur ein Österreicher, das reicht mir schon. Ich stehe immer noch zu meiner Meinung, dass Sie in beiden Fällen auftragsbezogen gearbeitet haben. Herauszufinden, wer Ihre Auftraggeber in beiden Fällen waren, wer Sie für die aufwändige Arbeit bezahlt hat, wird ein schwieriges Unterfangen, nur irgendwann wird es ans Tageslicht kommen.
    Erwarten Sie bitte kein Verständnis für Ihr Kasperlitheater, für uns alle sind Sie für immer abgeschrieben.
    Seien Sie gegrüsst
    Jacob Bosshard

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    1. Max

      Liebe Österreicherinnen, liebe Österreicher!
      Wir haben echt Mitgefühl mit Euch, dafür dass ihr so einen, naja, dahergelaufenen rechten Schnösel zum Bundeskanzler habt. Ganz ehrlich! Aber bitte, bitte, sorgt dafür, dass euer Landsmann Stefan Weber nicht unsere Bundestagswahl verpfuscht. Der ist ja noch schlimmer als Putin mit seinem RT Deutsch. Wenn wir diesen rheinischen Karnevalsjecken als Kanzler bekommen sind wir ein armes Land. Noch rückwärtsgewandter als der geht nicht. Echt. Noch schlimmer als Sebastian Kurz, Jörg Haider und alles was ihr schon mal hattet. Ihr werdet uns in nur vier Jahren hinsichtlich jeden Fortschritts überholen. Ja. Aber unsere Wahl so zu manipulieren ist doch unfair! Zu dumm halt, dass es so viele bildungsferne Deutsche gibt, die jeden Bullshit glauben und sich durch die auflagenstarken Axel-Springer- und Burda-Verlag usw. leicht auf die rechte Seite ziehen lassen. Unsere „Leitmedien“ scheinen auch nicht allzu viel von ordentlicher Recherche zu halten. Die deutsche Öffentlichkeit verhält sich seit Monaten wie ein Borderline-Patient, der zwischen Schwarz und Weiß keine Graustufen mehr erkennt. Aber bis zur Wahl bekommen wir den Patienten nicht mehr hin. Leider. Ihr müsst uns bitte helfen:
      Bitte, bitte verpasst Eurem Stefan Weber wenigstens bis zum 26. September einen Maulkorb.

  9. Moreh Nevukhim

    Sehr geehrter Herr Dr. Weber,
    auch wenn der Kanzler-Kandidat Herr Armin Laschet nicht unbedingt jedermanns „cup of tea“ sein mag, so kann eine Gegenüberstellung seiner Person und seines Umgangs mit Kritik an seinem Zitierverhalten mit der eher atrophierenden Bereitschaft zu Transparenz seitens Frau Baerbock aufschlußreich sein.
    Aus gegebenem Anlaß sei auf den Stand der Diskussion über Frau Baerbocks Dissertation hingewiesen, welche sie nach eigener Aussage gegenüber dem „Tagespiegel“ vom 20.10.2013 fast fertig gestellt habe. Bezüglich dieser Aussage regen sich nunmehr vermehrt Zweifel, analog zu den nicht ganz „faktenkonformen“ Angaben zu dem seinerzeit veröffentlichten Lebenslauf, die inzwischen teilweise korrigiert werden mußten.
    Aufgrund eines Hinweises von Herrn Peter Müller in seinem Kommentar vom 06.07.2021 wurde Frau Prof. Dr. Beate Rudolf als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Betreuerin des Dissertationsprojektes von Frau Baerbock ausfindig gemacht. Frau Rudolf war seinerzeit Juniorprofessorin am Fachbereich Rechtswissenschaften der FU Berlin mit der Lehrbefugnis für „Öffentliches Recht und Gleichstellungssrecht“ (allerdings nicht für „Völkerrecht“, wie in der Stellungnahme des Fachbereichs mitgeteilt wurde). Sie wird im Jahr 2009 als Betreuerin und „Mentorin“ den Arbeitstitel „Naturkatastrophen und humanitäre Hilfe“ für das Dissertationsprojekt von Frau Baerbock vorgeschlagen haben, möglicherweise in Anregung durch eine gleichzeitig im Fachbereich Politikwissenschaft bearbeitete englischsprachige Dissertation von Herrn Matteo Garavoglio (betreut durch Prof. Dr. Thomas Risse) mit dem Titel „Humanitarian Aid and Natural Disasters“, obgleich – wie Herr Marquardt in seinem Beitrag vom 21.06.2021 ausführlich nachzeichnet – es keine inhaltliche Kongruenz bei der Bearbeitung des Themas gegeben hat.
    Frau Prof. Rudolf wurde indes bereits zum 01.01.2010 als Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) in Berlin berufen und ist seither ohne Unterbrechung in diesem Amt tätig. Aufgrund der überaus hohen Arbeitsbelastung in diesem Amt wird Frau Rudolf seit diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage gewesen sein, das Dissertationsprojekt von Frau Baerbock angemessen zu betreuen. Frau Baerbock kann ihrerseits aufgrund ihrer intensiven politischen Arbeit als Vorstandsmitglied der Europäischen Partei der Grünen (2009-2012) sowie als Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg (2009-2013) und ihres Wahlkampfes für ein Direktmandat des Wahlkreises Frankfurt/Oder im Bundestag 2009 – sowie ihrer familiären Situation – kaum mehr in der Lage gewesen sein, sich gründlich und unter Einhaltung der Vorgaben für die Gewährung ihres Stipendiums der Arbeit an ihrem Dissertationsvorhaben zu widmen. Insofern ist davon auszugehen, daß ihr Dissertationsprojekt sich bestenfalls bestenfalls in einem rudimentären Anfangsstadium befand, als es zunächst „auf Eis gelegt“ wurde.
    Hieraus ergeben sich zwei wichtige Fragen:
    (1) War die Aussage von Frau Baerbock gegenüber dem Tagesspiegel vom 20.10.2013 korrekt, daß ihre Dissertation „fast fertig“ sei, oder handelt es sich bei der Dissertation um eine „Chimäre“? Zieht man die oben genannten Aspekte in Erwägung, so ergeben sich erhebliche Zweifel an Frau Baerbocks „Wahrhaftigkeit“ (ein zugegebenmaßen etwas altmodischer Begriff, insbesondere in der politischen Arena, wo möglicherweise andere Spielregeln gelten), die selbstverständlich durch entsprechende Informationen aus dem Weg geräumt werden können.
    (2) Sollte es zutreffen, daß die Dissertation bereits in einem rudimentären Anfangsstadium „steckengeblieben“ ist, dann schließt sich daran die Frage an, inwieweit die öffentliche Stellungnahme der Böll-Stiftung korrekt ist, daß Frau Baerbock in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt ihrer Arbeit an der Dissertation berichtet hat. Konnte die Arbeit aus den oben genannten Gründen bereits in einem frühen Stadium nicht weiter fortgesetzt werden, so stellt sich die Frage, auf welcher faktischen Grundlage die Berichte über den Forschritt der Arbeit beruhten und inwiefern sie überprüft wurden (Siehe hierzu die ausführlichen Bemerkungen von Herrn Quando vom 10.07.2021).

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