Teil 2: Colchicin-Fall: Die Fälschungshinweise verdichten sich – Ein Aufruf zur Mitarbeit und eine öffentliche Entschuldigung

Die Fälschungshinweise bezüglich des angeblich rumänischen Sammelbands „Colchicine – 100 years of Research“ (1982), auf dessen Grundlage von Martin Heidingsfelder und mir ein Plagiatsvorwurf gegenüber der Dissertation des Münchner Rechtsmediziners Matthias Graw aus dem Jahr 1987 erhoben wurde, verdichten sich. Die Indizien gehen mittlerweile weit über das hinaus, was die Ombudsstelle der Universität Hamburg entdeckt hat und was erste Medien berichtet haben, siehe FAZ und Merkur. Viele Fehler könnte man nämlich auch Rumänien oder der DDR anlasten, ein „Fake-Band“ dürfte kompatibel mit dem realen Sozialismus gewesen sein, wie mir viele Stimmen berichteten. – Nun aber zu den neuen Indikatoren:

Das Cover des Buchs, das bei Plagiatsforschern derzeit für schlaflose Nächte sorgt

1. Laut einem im ehemaligen Ostberlin arbeitenden Grafikdesigner und Schriftexperten sind zwei Schriften, die im Buch verwendet werden, erst nach der Jahrtausendwende, nämlich 2008 und 2009 eingeführt worden, siehe im Folgenden die Schrifttypenbestimmung von S. 286 des Buchs:

2. Ein Foto der Herbstzeitlosen auf S. 14 des Buchs dürfte aus Wikipedia stammen. Es wurde in Niederösterreich im Jahr 2004 aufgenommen und 2005 hochgeladen:

Quelle: S. 14, Colchicin-Sammelband


Quelle: Wikipedia, der Fotograf ist laut seiner Benutzerseite ein passionierter Naturfotograf. Auf Wikipedia finden sich von ihm aus der fraglichen Zeit mehrere Bilder aus Österreich, wie etwa aus Wien. Es gibt derzeit keinen Hinweis auf einen Klau seinerseits, etwa aus einem alten DDR-Lehrbuch.


Eingeständnis eines schweren fachlichen Fehlers und öffentliche Entschuldigung bei Matthias Graw

Dass das alles nicht schon im Zuge der Plagiatsprüfung der Dissertation entdeckt wurde, ist ein Desaster für die Plagiatsforschung. Hier gibt es nichts zu beschönigen. Die Standards, die ich seit Jahrzehnten „predige“, können vor mir selbst keinesfalls Halt machen, ganz im Gegenteil. Deshalb sage ich hier klipp und klar: Die ausgebliebene Herkunftsbestimmung und Echtheitsprüfung des „Originals aus Rumänien“ war ein schwerer fachlicher Fehler. Es ist nun Ermessenssache, ob man diesen als „honest mistake“, als leicht oder als grob fahrlässig bezeichnet. Wenn grob fahrlässig, war es selbst wissenschaftliches Fehlverhalten. Und auch die daran anschließende falsche Rufschädigung auf Basis eines falschen Beweises war wissenschaftliches Fehlverhalten – auch hier wende ich nur jene Standards, die ich selbst von allen anderen Wissenschaftler*innen fordere, auf mich selbst an. Mit dieser Bürde muss ich nun leben und klarkommen. Ich mache mich auch nicht zum Opfer einer Verschwörung, ich war Opfer und Mittäter zugleich.

Insofern ist eine öffentliche Entschuldigung bei Matthias Graw fällig, der aufgrund eines mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefälschten Kongressberichts zu Unrecht des Plagiats beschuldigt wurde. Ich hoffe, dass er diese Entschuldigung trotz des Geschehenen annehmen kann.

(Ich betone, dass dieser Text hier wie der gesamte Blogbericht nicht die Folge irgend einer rechtlichen Intervention ist.)


Aufruf zur Mitarbeit

Ich würde mich freuen, wenn sachkundige Leser*innen zur weiteren Erhellung des Sachverhalts beitragen würden. Den gesamten Inhalt des Buchs finden Sie hier. (Ein urheberrechtliches Problem mit dieser Veröffentlichung schließe ich aus.) Das Buch enthält weitere Fotos und zahlreiche Abbildungen, die vielleicht aus Quellen nach 1982 stammen. Ebenso ist die Herkunft der Texte interessant, Turnitin weist einen Übereinstimmungsgrad von 42 Prozent mit anderen Texten aus.

Vorwort von Elena Ceaușescu wohl von Helmut Knolle plagiiert

Wie wurde im Buch gearbeitet? Das angebliche Vorwort von Elena Ceaușescu dürfte in Teilen vom deutschen Biomathematiker Helmut Knolle stammen:

Quelle: S. 10, Colchicin-Sammelband, angebliches Vorwort von Elena Ceaușescu


Quelle: Habilitationsschrift von Helmut Knolle 1985, publiziert 1988 (dieser Text könnte freilich auch älter sein)

Eine Abbildung, die (mit völlig falsch geschriebenem „courtesy“) in wie auch immer gearteter Form einem Dr. Namunescu zugeschrieben wird, ist ein Bildausschnitt einer Abbildung von Bensch/Malawista 1969:

Quelle: S. 78, Colchicin-Sammelband


Quelle: Klaus G. Bensch/Stephen E. Malawista (1969): Microtubular Crystals in Mammalian Cells. In: The Journal of Cell Biology, 40. Jahrgang, hier S. 102.

Eine Antwort des Krankenhauses, in dem das Symposium zu Colchicin stattgefunden haben soll, steht noch aus. Ein befragter Experte für Rumänien zur Ceaușescu-Zeit mit Sitz an der Universität Iași schließt aus, dass der Sammelband echt ist. Er schreibt: „It was written by someone working in the Western world, who had current access to recent scientific literature and names of real researchers affiliated at real unviersities.“

Der Ombudsstelle der Universität Hamburg ist zu danken für ihre ersten Ermittlungen, ohne die die Fälschungshypothese gar nie entstanden wäre.

Teil 1: Mögliche unglaubliche Wende im Fall Matthias Graw: Ist das „Original“ des „Plagiats“ eine Fälschung?

Teil 3: Chronologie eines gescheiterten Rufmords – Wie der Colchicin-Coup abgelaufen sein muss

38 Kommentare zu “Teil 2: Colchicin-Fall: Die Fälschungshinweise verdichten sich – Ein Aufruf zur Mitarbeit und eine öffentliche Entschuldigung

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  1. Dr. Thomas Geedau

    Ei eBay wird ein Buch verkauft mit dem Titel
    Eigsti Dustin Colchicine IN Agriculture Medicine, Biology And Chemistry 1955.

    Roter Umschlag, gleiche Schrifttype, Lesebändchen.

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  2. Heinrich Acker

    Sehr geehrter Herr Dr. Weber,
    an dem derzeit mir bekannten Stand der Angelegenheit ist mir unverständlich, warum Ihnen so wichtig ist, den Wunsch des Auftraggebers zu respektieren, nicht genannt zu werden. Der Auftraggeber ist entweder der Täter oder die Spur zum Täter. Es spricht alles dafür, dass es sich bei der Tat um eine Straftat handelt, bei dem Wunsch um den Versuch, die Identität des Täters zu verschleiern. Seltsam ist auch Ihr Kommentar, der Auftraggeber hätte etwas unterschrieben, obwohl es nur darum gehen kann, was Sie unterschrieben haben. Lassen Sie sich juristisch beraten, ob Sie unter den heutigen Randbedingungen an eine solche Vertragsklausel gebunden sind. Falls das nämlich nicht der Fall ist, stehen Sie besser da, wenn Sie jetzt in die Offensive gegen den Auftraggeber gehen, als wenn Sie bis zu einer evtl. gerichtlichen Aufarbeitung des Falls warten. Ethisch, meine ich, juristisch, weiß ich nicht. Haben Sie übrigens mal daran gedacht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis einer Ihrer Feinde die These veröffentlicht, Sie seien der Fälscher oder einer von dessen Komplizen, wenn Sie dessen Interessen aus freien Stücken so hoch halten?

    Lobenswert finde ich, dass Sie Ihren Fehler unumwunden öffentlich eingestehen, anstatt herumzueiern.

    Hoffentlich gibt sich keiner der Beteiligten damit zufrieden, dass die Fälschung erkannt wurde. Der Täter MUSS zum Schutz der Wissenschaft zur Strecke gebracht werden, d.h. aus seiner Position entfernt werden, sofern er in Wissenschaft und/oder öffentlichem Dienst tätig ist. Da gibt es nichts zu respektieren, er möge einen harten Richter finden, der den angerichteten Schaden erkennt und nicht nur in bezifferbaren finanziellen Schäden denkt.

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  3. Ein anderer interessierter Leser

    Ich bin durch die Berichterstattung in der F.A.Z. auf diesen Blog aufmerksam geworden.

    Im Abschnitt „Synthesis of Colchicine by Schreiber Synthesis“ auf den Seiten 39-44 sehe ich einige Ungereimtheiten, dies sich ein Chemiker (ich bin keiner) ansehen sollte. Der Abschnitt scheint eine direkte, schlechte, teils sinnentstellende Übersetzung des Originalartikels von Schneider zu sein.
    https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/ange.19590712002

    Auf der Seite 40 ist im unteren Bild der Stoff als „Puprpurogalin“ bezeichnet, zwei Buchstabierfehler entfernt von dem wohl korrekten „Purpurogallin“.
    Auch die Strukturformel erscheint mir suspekt, wenn ich sie mit der Arbeit von Schneider vergleiche. Dort steht das R für eine CH3 Gruppe, aber beide Zwischenprodukte haben entweder nur OH-Gruppen (II) oder drei OCH3 Gruppen (III), aber nicht den im Buch gezeigten Mix.
    Darüber hinaus wird teilweise die Abkürzung „Fp“, die m.E. Flammpunkt sein müsste, als „m.p.“, als Schmelzpunkt übersetzt.
    Wie schon gesagt, bitte einen Fachmann zur weiteren Prüfung hinzuziehen.

    Viel Erfolg bei der weiteren Prüfung

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  4. F.A.B.

    Geruchsprobe: DDR-Bücher hatten einen speziellen Geruch – zumindest für Westnasen. Ein 1987 gekauftes Lehrbuch, das seit Jahren im Regal steht, hatte auch heute noch einen Hauch von diesem Duft, allerdings scheint er jetzt doch verflogen. Jetzt riecht das Buch hauptsächlich alt, was auch von dem Tagungsband zu erwarten wäre. Hat der Fälscher auch am Geruch gearbeitet?
    Ein echtes Buch aus den 80er Jahren wird wahrscheinlich im Offsetdruckverfahren gedruckt worden sein. Die Vorlage für die Druckplatten wird aber sicherlich nicht digital erstellt worden sein. Es wären dann leichte Unregelmäßigkeiten bezüglich Buchstabenform und Abständen zwischen Wörtern zu erwarten, während bei digital erzeugten Vorlagen keinerlei Varianz zu erwarten ist – praktischerweise wurde ja kein Blocksatz verwendet, also könnte man nachmessen und mit einem Buch aus der Zeit vergleichen. Leider ist die Auflösung im Scan nicht ausreichend, um Unregelmäßigkeiten bzw. ihre Abwesenheit zu erkennen.

    Ist bei den Bildern in der Druckversion eigentlich die für den Offsetdruck typische Rasterung zu erkennen? Auch in einer für die damalige Zeit erwartbaren Auflösung?
    Ich nehme an, das müsste der Fall sein – eine Annahme, die natürlich verifiziert werden müsste.
    Und die chemischen Formeln könnten auch noch eine Untersuchung wert sein. Ist der Schriftfont authentisch? Sind eventuell Jpeg-Artefakte oder ähnlich „Fehler“ zu erkennen?
    Es sieht ein bisschen so aus, als wenn das der Fall wäre, allerdings kann das auch durch den Scan der Druckversion hervorgerufen worden sein.

    Namunescu – nomen nescio? Ein Scherz?

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  5. Markus Hoffmann

    „Warum fälscht jemand 367 Seiten und macht dann solche Fehler bei Bildern und Grafiken?“
    Damit SIE um so dümmer aussehn! Kann es sein, dass Sie so sehr von soch selbst eingenommen sind, dass Sie nicht verstehen, worum es hier eigentlich geht geht?

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    1. F.A.B.

      Sie meinen, da treibt jemand diesen Aufwand nur, um Herrn Weber vorzuführen?
      Zerstörung der Reputation von Herrn Graw und die psychische Belastung, die ein Plagiatsvorwurf beim Beschuldigten und seinem Umfeld auslöst, sind ein Kollateralschaden? Alles nicht so schlimm?

  6. Markus Hoffmann

    „Das ist bitte zu respektieren.“
    Nein, das ist es nicht: Offensichtlich liegt hier der Ursprung des Betruges. Kann es sein, dass Ihr Geschäftsmodell gerade zusammenbricht?

    PS: Da dieser Kommentar eh‘ nicht öffentlich wird: Ha Ha Ha.

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  7. Markus Hoffmann

    „Aber wenn Version 1 stimmt, suche ich mir einen neuen Job.“
    Mit diesem Satz kommen Sie der Intention dieser Fälschung näher als Sie denken.

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  8. Eine Buchhistorikerin

    Es gibt auch interessante Textverarbeitungsfehler, wie man sie aus dem Word-Zeitalter kennt: auf S. 216 und 217 ist in den Bildlegenden der Text ab „Courtesy“ in einem anderen Font.

    Ich frage mich: warum wendet jemand eine so irrsinige Mühe auf und macht dann mit dem Impressum (Offizin Alexander Nexö, Berlin) einen so leicht aufzudeckenden und leicht zu vermeidenden Fehler? Alles in allem wirkt das ja fast wie ein riesiger Aprilscherz.

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  9. Sebastian Laser

    Die Frage ist eher warum konnten Sie und ihr das Team nicht innerhalb der letzten Monate entdecken? Anonymer Auftraggeber, Scans, Bücher die nur bei ebay aufzufinden sind … Interviews in denen gesagt wird das es ein Totalplagiat ist und zu allem Überfluss noch öffentlich eine Freistellung des Betroffenen fordern. Ich glaube ihr Kollege und Sie haben sich selbst maßlos überschätzt und das liest man auch aus ihren Zeilen heraus. Nur weil die Presse sie als Koryphäen feiert sind der diplomierte Kaufmann und Sie es noch lange nicht.
    Es erforderte auch garantiert nicht die Genialität eines Hitler Tagebuch Fälschers, der hat sich wenigstens die Mühe gemacht altes Papier zu verwenden und keine Bilder aus der Google Bildersuch zu verwenden

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  10. Martin

    Wie wahrscheinlich ist es, dass ein im Verlag Volk und Gesundheit herausgegebenes und in der DDR gedrucktes Manuskript auf S. 6 sowohl den Namen der Druckerei als auch die Anschrift der Druckerei falsch benennt und im Titel des Journals selbst, als dessen Supplementum es angeblich erscheint („Zentralblatt für Pharmazie, Pharmakotherapie, und Laboratoriumsdiagnostik“), ein Komma zuviel ist? Hätte man da nicht gleich etwas genauer hinschauen müssen?

    Die Abbildung auf S. 29 weist – im Gegensatz z.B. zu dem auf S. 14 – deutliche Bildkompressionszacken auf. Wenn das auch im Buch selbst (und nicht nur in der oben zur Verfügung gestellten .pdf) der Fall sein sollte, wäre das ein weiterer allzu offensichtlicher Hinweis auf eine Fälschung.

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  11. Stephan Martin

    Ein Zufallsfund, der bei der Suche nach den Quellen des Fälschers behilflich sein könnte:

    Fälschung, S. 331:

    »A molecular target as microtubule protein, one would expect the potential effects of colchicine in man to be limited only by the number of cell Systems to which the drug has significant access …«

    Western journal of medicine, 1977:
    https://archive.org/details/westernjournalof1271cali/page/20/mode/2up?q=%22potential+effects+of+colchicine%22

    »Since the microtubular system is ubiquitous in cells, the potential effects of colchicine in man may be limited only by the number of cell systems to which the drug has access.«

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    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Das Bild ist gemeinfrei. Das bedeutet also nichts. Mittlerweile liegt auch die schriftliche Bestätigung des Fotografen vor, dass es 2004 entstanden ist.

  12. Ralf Rath

    Nicht nur deswegen, weil mir sogar hier im Blog nicht zuletzt der Leser „Florian Schuster“ kurzerhand ein pseudowissenschaftliches Arbeiten vorwirft, dabei aber nicht einmal im Ansatz begründet, was das Pseudos angeblich sein soll, böte es sich an, völlig unabhängig von der Fälschung eines Kongressbandes sich auch im Zusammenhang mit der von Matthias Graw vorgelegten Doktorarbeit mit solch einer zentralen Frage auseinanderzusetzen. In den vergangenen rund dreißig Jahren konnte zumindest mir gegenüber noch nie jemand den inzwischen unzählige Male erhobenen Vorwurf jemals aufrechterhalten. Sollte der Vorwurf insofern bei Matthias Graw ebenfalls hinfällig sein, wäre der Rechtsmediziner davon freizusprechen. Bleibt der Vorwurf allerdings bestehen, müsste die Ombudsstelle der Universität Hamburg die entsprechenden Maßnahmen ergreifen und ihm den Doktorgrad entziehen.

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    1. Florian Schuster

      Sorry, Leide Ich mittlerweile an einer Hirnkrankheit, oder bin ich der einzige der kein Wort von dem versteht was Sie schreiben?

  13. Andy Dufresne

    „Geniale Hitler-Tagebuch-Fälschung wegen eines abgedruckten Screenshots aus ‚Schindlers Liste‘ entlarvt“. Sorry, ich packs echt nicht!

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  14. Andy Dufresne

    Im Nachhinein ist man immer klüger. Sie haben nichts falsch gemacht!
    Aber mal abgesehen davon: Ich kenne weder Herrn Graw, noch müsste mich dieses Thema tangieren. Und ich heiße weder Columbo, noch arbeite ich für eine Ombudsstelle. Und deshalb frage ich mich, warum ICH derjenige sein muss, der einfach mal die anderen Bilder googelt (der Anstoß dazu war Ihr Posting mit dem Wikipedia-Bild). Ich dachte, wenn einer Herrn Graw anpatzen will, dann vermutlich jemand aus seinem Umfeld. Ergo: deutschsprachig. Deshalb hat derjenige wahrscheinlich den DEUTSCHEN Begriff dieser Pflanze gegoogelt. Mal ehrlich: Auf diese Idee kam bei der Ombudsstelle niemand??? Damit wäre ja dann eh alles bewiesen gewesen – denn wenn das Bild nachweislich ein digitales ist, KANN der Rest ja nur fake sein. Tolle Sherlocks bei der Ombudsstelle. Meine Hochachtung! Genauso viel Hochachtung wie vor dem Fälscher, dessen Arbeit fürn Hugo war, nachdem er ein völlig unnötiges Bild reinkopierte, das jeder Trottel (und damit mein ich jetzt ausnahmsweise mich) googeln kann. Kann die Tagespresse nicht erfinden!!

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  15. Andy Dufresne

    Ich habe das gesamte PDF des Buches gesichtet. Mal ehrlich: Wer würde überhaupt auf die Idee kommen, dass sowas generell gefälscht wird?
    Im Nachhinein ist es wahrscheinlich auch leicht, einen gefälschten Geldschein als solchen zu entlarven. Wenn man aber gar nicht davon ausgeht, einen Falschgeldschein in der Hand zu halten, würde diesen ja niemand so genau betrachten! Also bitte! Oder hätte Stefan Weber als erstes „Herbstzeitlose“ googeln sollen??

    Antworten
    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Es war dies der erste Fall überhaupt in 15 Jahren mit einer bibliothekarisch nicht nachgewiesenen Quelle, also mit „grauer Literatur“ im engeren Sinne. Da müssen wir ab sofort höllisch aufpassen. Wenn Kunden einen Plagiatsvorwurf erheben und ein „Original“ vorlegen, das bibliothekarisch nicht nachgewiesen ist, müssen wir eine Herkunftsbestimmung und Echtheitsprüfung vornehmen. Das war weder im Angebot noch im Vertrag enthalten. Das wird nicht mehr passieren.

  16. Interessierter Leser

    Mal sehen ob der Heidingsfelder die Größe aufbringt sich zu entschuldigen. Der hat ja in seinem PolitPlag-Blog auch noch die Ombudsstelle aufs tiefste beschimpft und lag damit, wie jetzt ersichtlich wird, fundamental daneben. Dieses Ego muss man erst aufbringen.

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    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Ja, ich hoffe sehr, dass ich meinen Kollegen umstimmen kann. Ich lebe gerade meine „Fehlerkultur“, die ich von anderen auch verlange.

    2. T. Nolte-Berndel

      Mein Eindruck nach Lesen des Blogs von Herrn Heidingsfelder ist, dass ich diesen nicht beauftragen würde, wenn mir an sachlicher Aufklärung liegt, sondern eher, wenn ich eine Person beschädigen wollte.

      Herr Graw wird sinnvollerweise strafrechtlich gegen die öffentlich erhobenen Vorwürfe vorgehen. Im Rahmen von Hausdurchsuchungen etc. sollte sich dann der ominöse Auftraggeber identifizieren lassen. Danach lassen sich Entschädigungen zivilrechtlich durchsetzen.

    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Nein, das möchte ich zurückweisen. Das Gegenteil von „naiv“ und „unkritisch“ war der Fall. Ich habe die Scans des fraglichen Kapitels des Bandes vom Auftraggeber erhalten. Daraufhin habe ich mich auf eine weltweite Suche nach dem Band gemacht. Meine Bibliothekarin hat mitgeholfen und schließlich das Angebot auf eBay entdeckt. Ich habe den Sammelband bestellt, erhalten und mit dem Scan abgeglichen. Ich habe selbstverständlich die angegebenen Autoren gegoogelt etc. Für mich war es konsistent, nichts zu finden (das Framing war: „perfide Quelle des Abschreibens“). Versuchen Sie bitte, sachlich zu bleiben und spotten Sie nicht über vergangene Fehler auf Basis eines aktuellen Wissensstandes. Vielen Dank!

    2. Sven Schroder

      Sie weichen aus, Herr Weber. Das ist unsachlich, aber verständlich.

      Fragen Sie doch einfach mal Ihren Auftraggeber!

      Das ist die Botschaft.

    3. Stefan Weber Beitragsautor

      Auch dies ist eine unzutreffende Unterstellung. Der Auftraggeber hat einen Vertrag unterschrieben, in dem steht, dass er in keinem Fall genannt werden darf. Das ist bitte zu respektieren. Punkt.

    4. Sven Schroder

      „Dennoch: keine Schadenfreude.“ Das war meine Botschaft.

      Nach Ihren Antworten habe ich nun Mitleid …

      „Der Auftraggeber hat einen Vertrag unterschrieben, in dem steht, dass er in keinem Fall genannt werden darf.“

      Fragen Sie NACH den neuen Erkenntnissen Ihren Auftraggeber. Sie müssen den Namen hier doch nicht nennen.

      Verstehen Sie diesen Vorschlag nicht? OMG!

    5. Stefan Weber Beitragsautor

      OMG too. Das habe ich doch längst getan. Aber das ist nichts für den Blog hier. Hier ist das Thema, dass nicht die Dissertation, sondern das „Original“ offensichtlich die Fälschung war.

  17. Andy Dufresne

    Das Bild ist der vierte Treffer bei Google Bilder. Da hat jemand nicht lange herumgesucht.
    In dem Fall ist es dann eh schon klar, dass dann alles Andere eine Fälschung sein muss. Qed.

    Antworten
  18. Andy Dufresne

    Keine Ahnung, wer dieses Foto geschossen hat – aber wenn es sich hier um eine eingescannte Fotografie aus der DDR der frühen 80er-Jahre handelt, heiß ich Erich Honecker!!

    Antworten
    1. Stefan Weber Beitragsautor

      Es sieht nicht nur „verdammt ähnlich“. Es IST dieses Bild! Danke für den Fund. Warum fälscht jemand 367 Seiten und macht dann solche Fehler bei Bildern und Grafiken?

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