Mögliches studienrechtliches Problem für Ministerin Aschbacher: Schwerwiegende Plagiate auch im Schlusskapitel entdeckt

Vier Seiten umfasst Kapitel 4, die „Schlussfolgerung“ der Diplomarbeit von Ministerin Christine Aschbacher. Das Kapitel hebt mit den Worten an:

„Hier wird die gesamte Arbeit zusammengefasst, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten.“ (S. 98)

Wo, wenn nicht hier erwartet sich der/die Leser/in eigene Gedanken und Formulierungen der Verfasserin. Gekennzeichnete Zitate finden sich auf diesen vier Seiten nicht. Fußnoten und Quellenangaben gibt es ebenso keine. Man traut seinen Augen kaum, aber auch hier hat Ministerin Aschbacher recht unverblümt plagiiert. Hier die Screenshots:

Wohlgemerkt referiert die Ministerin hier die Ergebnisse ihrer eigenen Befragung – aufbauend auf Hypothesen, die übrigens keine sind. Christine Aschbacher hat den Sinn wissenschaftlichen Arbeitens überhaupt nicht verstanden, oder er wurde ihr nie vermittelt. Letzteres hielte ich für schlimmer.

Rücktritt für Frau „Abschreibacher“ ist wohl unvermeidlich

Diese Diplomarbeit hat ein gravierendes Qualitätsproblem. Und es gibt möglicherweise zusätzlich eine Erschleichungs-/Täuschungsdimension. So oder so ist diese Arbeit ein Schlag ins Gesicht für alle AbsolventInnen, die korrekt gearbeitet haben. Ein Rücktritt als Ministerin ist wohl unvermeidlich und kann nicht davon abhängen, ob der Magistergrad widerrufen wird oder nicht. Ich möchte nicht von Politiker/inne/n regiert werden, die das nicht können, was von jedem vergleichbaren Durchschnittsabsolventen verlangt wird. Man nennt das übrigens „grob fahrlässig“.

12 Kommentare zu “Mögliches studienrechtliches Problem für Ministerin Aschbacher: Schwerwiegende Plagiate auch im Schlusskapitel entdeckt

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  2. Christoph Schatte

    Herr Altmann hält Schummelnde für staatsamtswürdig. Ja warum eigentlich sollten Kompromittierte nicht mitspielen dürfen?

    Etwas anderes allerdings stößt  in den Presseartikeln und besonders in den Kommentaren auf. Autoren mit oder ohne Titel, in deren Texten auch die Wörter (nicht Begrffe!) Zeichensetzung und Schreibung o.ä. erscheinen, enthalten zuhauf Fehler in Zeichensetzung Schreibung und Grammatik , u.a. auch der Text von Herrn Dozent Weber und der von Frau Dr. Lioba Lobmayr. Dass Hochschuldozenten vor allem der sog. MINT- und Business-Fächer halt in Zahlen-, Pixel-, und Grafikwelten leben, hat u.a. zur Folge, dass sie selbst außerstande sind, in den Texten ihrer Adepten gravierende spachliche und orthographische Mängel zu finden, so sie denn diese Texte selbst lesen und dies nicht gnädig ihren Hilfskräften überlassen.

    Herr Altmann z.B. liegt in Konflikt mit Grammatik und Interpunktion zugleich mit […] „Freitag, den 8. Jänner im Standard […]

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  3. Gerhard Altmann

    Grüß Gott, Herr Schlosser!
    Ich teile Ihre Einschätzung. Als Vorwissenschatliche Arbeit wäre es wohl mit „Nicht genügend“ zu beurteilen.
    Ich verstehe auch die Empörung. Und es ist gut, sehr gut, dass Herr Dozent Weber diese Arbeit macht.
    Aber mir geht es um eine grundsätzliche Sache: Einen Minister kann man aus dem Amt „drängen“, wenn er dafür nicht geeignet ist oder Fehler gemacht hat. Ein schlechter Studienabschluss (?)  in „jungen“ Jahren ist mir für eine politische Auseinandersetzung zu wenig. Aber das sind nur theoretische Überlegungen.

    Offensichtlich hat die fachliche Betreuung an der FH völlig versagt. Von der Beurteilung ganz zu schweigen.
    Die Dissertation habe ich erst heute gelesen. Schade, ich hätte gehofft, dass diese Arbeit besser gewesen wäre.
    Ich bin wohl doch zu naiv.

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  4. Alfred Tarski

    Sie schreiben, diese Diplomarbeit habe „ein gravierendes Qualitätsproblem“.  Der Singular scheint mir hier fehl am Platz. 

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  5. Alta

    Herr Altamann, das ist wohl das unreflektierteste, was ich jemals gelesen habe. Auch eine Leistung.

    Herrn Weber hingegen muss man ewig dankbar sein für seine Dienste. Wenn Sie einmal Geld brauchen, ich spende sofort.

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  6. Alfred Schlosser

    Lieber Herr Altmann!
    Als kürzlicher Maturant empfinde selbst ich diese Arbeit als einen schlag ins Gesicht.
    Bei der VWA als Teil der AHS (Zentral-)Matura werden anscheinend höhere Standards und strengere Bewertungskriterien angewendet als hier bei der Diplomarbeit der FH. An  meinem Gymnasium wäre das mit einem netten Lehrer höchstens ein Genügend, höchstwahrscheinlich jedoch ein Nicht Genügend.
    Ich habe nicht die ganze Arbeit gelesen, Inhaltlich möge sie durchaus in Ordnung sein, jedoch lässt sich von diesen wirklich gravierenden sprachlichen Fehlern, wie man sie auch auf anderen Seiten finden kann, tatsächlich auf eine sehr schlampig durchgeführte Arbeit, in Folge auch auf eine sehr fragwürdige Bewertung schließen.
    Derartige Sprachfehler, die äußerst einfach Abwendbar sind, haben selbst in einer VWA nichts zu suchen. Genauso wenig wie in einer tatsächlichen wissenschaftlichen Arbeit. Einmal durchlesen hätte hier genügt.

    Mir ist durchaus bewusst, dass es strengere Schulen gibt, sowie es auch strengere höhere Bildungseinrichtungen gibt, anscheinend hat Frau Aschbacher hier einen Glücksgriff gemacht, und entweder einen äußerst netten Betreuer, oder eine äußerst nette FH erwischt. Hier sollte man meiner Meinung nach Stichprobenartig die Diplomarbeiten der FH untersuchen, genauso wie die Arbeiten des damaligen Betreuers.

    Möglichkeiten wie das passieren kann gibt es viele. Wie sehr niedrige Standards bei der Bewertung, womit man die Qualität der besagten FH untersuchen muss, genauso kann es aber auch spezielle Sympathie des Betreuers im Falle Aschbacher als Grundlage haben, woher solch eine folgenschwere Sympathie entspringt, bleibt dann natürlich zu untersuchen.

    Ich suche hier keine Schuld bei Frau Aschbacher, sondern eindeutig bei den betroffenen Bildungseinrichtungen und den jeweiligen Lehrenden. Hier kann man grobe Fahrlässigkeit unterstellen, sollte die Arbeit jedoch einen qualitative Ausnahme gewesen sein, dann muss man Korruption implizieren. Besonders unvorteilhaft wirkt hier auch die Benotung mit Sehr gut ein, denn die Arbeit wurde nicht nur als „ausreichend“ beurteilt, tatsächlich mit einem Sehr Gut.
    Hier muss man genauestens untersuchen, und entdeckt womöglich einen Skandal, einen Korruptionsring an der FH Wiener Neustadt.

    Wenn man Frau Aschbachers Bildung auch vor jener Arbeit untersucht stößt man vielleicht auf einiges anderes. Wie waren denn die Schulnoten in Deutsch? Deutsch Matura Note? Ich tippe auf Sehr Gut durch die Bank.
    Ebenso kann man nur Fürchterliches erahnen wenn man die 2020 abgegebene Dissertationsarbeit von Frau Aschbacher liest, es reicht eigentlich eh schon wenn man bei Seite 5 aufhört.

    Derartige Sprachfehler haben absolut keinen Platz in einer Doktorarbeit. Das hat sich anscheinend keiner durchgelesen, kann gar nicht anders sein. Deutet wieder auf fragwürdige Bewertung, hier lässt sich wieder spezielle Sympathie gegenüber der Titel Anwärterin unterstellen.

    Die getätigten Unterstellungen mit der vorliegenden Beweislage sind keinesfalls „unfair“, hier hat sich offensichtlich wer diverse Titel und Abschlüsse erschlichen. Es bleibt natürlich zu untersuchen bis man sowas offiziell bestätigen kann, dennoch ist es eine große Schande für das Bildungswesen, sowie für Frau Aschbacher.

    Ich stelle auch nicht die Qualifizierung als Ministerin in Frage, meines Erachtens braucht man dafür keinen derartigen Abschluss, dennoch hat die akademische Ausbildung bei der Auswahl anscheinend eine Rolle gespielt, daher bleibt wohl nichts anders als der Rücktritt.

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    1. Jutta Gut

      Ich stimme Ihnen in der Sache zu, aber wenn Sprachfehler kritisiert, sollte man selbst Sprach- und Rechtschreibfehler vermeiden:
      „als einen schlag ins Gesicht“ – „Schlag“ wird groß geschrieben
      „Derartige Sprachfehler, die äußerst einfach Abwendbar sind“ – „anwendbar“ gehört klein geschrieben
      „Hier sollte man meiner Meinung nach Stichprobenartig die Diplomarbeiten der FH untersuchen“ – „stichprobenartig“ gehört klein
      „dann muss man Korruption implizieren“ – man kann nicht etwas implizieren, sondern eine Tatsache impliziert eine andere Tatsache (Zitat Duden: „diese Äußerung impliziert eine ungewöhnliche Haltung“)
      „Besonders unvorteilhaft wirkt hier auch die Benotung mit Sehr gut ein“ – auch das ist kein deutscher Satz
      Auch die Beistrichsetzung kommt mir an einigen Stellen seltsam vor, aber da bin ich selbst nicht immer sicher.

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  8. Dr. Lioba Lobmayr

    Durch Zufall bin ich auf die Kurzfassung der Dissertation der BM Christine Aschbacher an der Universität Trnava gestoßen, ein 24-seitiges Dokument zum Thema „Entwurf eines Führungsstils für innovative Unternehmen“ eingereicht an der Slowakischen Technischen Universität in Bratislasvas, Fakultät für Werkstoffe und Technologien in Tnava.

    https://www.mtf.stuba.sk/buxus/docs/OAKC/autoreferaty_PhD/Autoreferat_Aschbacher.pdf

    Es tun sich für mich mehrere Fragen auf. Warum wählte Frau Aschbacher eine Universität in der Slowakei? War dies eine Entscheidung aufgrund der Anforderungen und Qualität im Vergleich zu den heimischen Hochschulen?

    Wie konnte eine Dissertation bewältigt werden, wenn zeitgleich eine sehr verantwortungsvolle Position im Vollzeitausmaß ausgeübt wurde / wird, wie zum Beispiel eines Bundesministers? Als Naturwissenschafter war / ist man zumindest 3 Jahre full-time mit den experimentellen Arbeiten beschäftigt, leistete in den 199er Jahren volle Arbeit unter der „Betreuung“ des „Doktorvaters“ – damit möglichst einige Papers mit hohen Impact-Punkten unter dessen Namen als Letztautor (wichtigste Stelle) publiziert oder eingereicht werden können, bevor man überhaupt an das Zusammenschreiben der Arbeit denken kann. Das war und ist wohl noch immer Usus an den Universitäten in Österreich. Oder ist hier mein Blickwinkel eingeschränkt, dass diese Anforderungen nur für Naturwissenschafter (experimentelle Wissenschafter) anzuwenden wären und für wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten nicht gelten und die Recherche- und Schreibarbeit in wenigen Monaten berufsbegleitend absolviert werden können, um seinen Namen mit 2 weiteren Buchstaben bereichern zu können?

    Nach meiner Information sind die Anforderungen an eine Dissertation klar geregelt. Es muss sich um eine eigenständige Forschungsarbeit handeln, die neue Ergebnisse oder Erkenntnisse bringt, das Werk muss selbst verfasst worden sein und die eigenen Ergebnisse / Erkenntnisse in Beziehung von bereits Bekanntem oder Widersprüchlichem gesetzt werden – wobei klar zu erkenne sein muss, von wem welche Behauptung / These stammt.

    zB https://www.academics.at/ratgeber/anforderungen-dissertation

    Bei einem Titel „Entwurf eines Führungsstils für innovative Unternehmen“ – abgesehen davon, dass der Titel an sich sehr „patschert“ klingt – würde man sich erwarten, dass sich die Arbeit mit geeigneten Organisationsformen befasst, die für innovations-getriebene Unternehmen (die also Neues entwickeln oder schaffen) förderlich sind und von den klassischen Hierarchie- oder Matrix-Organisationen wesentlich unterscheiden. Wenn man wirtschaftswissenschaftliches Allgemeinwissen wie die Tätigkeit eines Key Account Managers zu lesen bekommt – ob dies als eine der Erkenntnisse dieser Arbeit verstanden werden sollte? – oder einen 6-stufigen Innovationsprozess als Grafik geliefert bekommt (ähnliches findet sich zahlreich unter Bildern wenn man eine bekannte Suchmaschine bemüht) –  ohne Erklärung, Bewertung und Zitation von anderen Quellen – löst dies in meiner naturwissenschaftlich geprägten Welt einiges an Befremden aus.

    Was mich am meisten entsetzt, ist allerdings die sprachliche Ausdrucksweise, die Gestaltung von Satzbau und Zeichensetzung aber vor allem der Aufbau und die Logik bzw. der Sinn des Geschriebenen. Die Phrasen, Bullet-Point-Listen oder auch Grafiken scheinen zwar einiges an Papier (oder Bytes) in Anspruch zu nehmen ohne einen Sinn oder eine Erkenntnis zu ergeben oder einen Zusammenhang schlüssig darzustellen. Dafür entbehren sie aber jeglichen Anspruch, den man an eine wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades stellen würde.

    Wenn wissenschaftliche Arbeiten in dieser Qualität von Universitäten angenommen werden und somit akademische Grade verliehen werden, wird dies sicher den Ruf dieser Universitäten beeinflussen. Viel mehr wird aber die Glaubwürdigkeit des Kandidaten / der Kandidatin am Gehalt so einer eingereichten Arbeit zu bemessen sein.

    Letzten Endes legt man einen Schwur unter Berührung des Szepters der Universität einen Schwur ab, dass man den akademischen Stand, dem man dann angehört, entsprechend vertritt – auch im Sinne einer Kommunikation nach außen. Besonders im Sinne einer Vorbildwirkung, wenn man ein Staatsamt innehat.

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  9. Michael Pass

    Frau Aschbacher hat die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens verletzt. Der Titel muss ihr aberkannt werden, da er ihr versehentlich verliehen wurde. Die durch den irrtümlich verliehenen Titel entstandenen Vorzüge sollten ihr, soweit es möglich ist, entzogen werden.

    Frau Aschbacher hat plagiiert und gleichzeitig gesagt, dass sie nicht plagiiert hat. Wenn sie gelogen hat, dann ist sie nicht vertrauenswürdig. Wenn sie sich ihrer Tat nicht bewusst war, dann ist sie nicht zurechnungsfähig. In beiden Fällen sollte sie keine so hohe öffentliche Position bekleiden, von der aus sie über viele ehrliche und gewissenhafte Menschen entscheidet.

    Ihr steht das zu, was sie sich ehrlich verdient hat. Und was sie sich unehrlich verdient hat, hat sie zurückzugeben oder es wird ihr erlassen. Darüber hat die Gesellschaft, in der sie lebt und von der sie irrtümlicherweise bevorzugt behandelt wurde, zu befinden.

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  10. Gerhard Altmann

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Ich beziehe mich auf einen Artikel, der am Freitag, den 8. Jänner im Standard erschienen ist.
    Dieser ist überschrieben mit „Vorwürfe zur Diplomarbeit von Ministerin Aschbacher“.
    Absichtlich habe ich das erste Wort weggelassen.
    Es gibt eine grundsätzliche Unterscheidung zu beachten. Der Text der Masterarbeit (2006), die Beurteilung dieses Textes und die davon abgeleiteten Forderungen.
    Zur Beurteilung: Ob die Wortwahl „schwere“ bzw. „schwerwiegende“ Verfehlungen bzw. „schwere“ Vorwürfe gerechtfertigt ist, wage ich nicht zu sagen.
    Grundsätzlich hat der zuständige betreuende Professor die Arbeit beurteilt und für „ausreichend“ befunden. Die Verantwortung liegt grundsätzlich einmal beim betreuenden Professor.
    Eine politische  Forderung nach einem Amtsverzicht halte ich für ziemlich anmaßend. Die Schreiber des Standard sollten sich hier wohl etwas zurückhalten. Vielleicht trifft dies auch auf Herrn Dozent Weber zu.
    Die Lektüre des Dissertationsansuchens finde ich im Grunde allgemein interessant.
    Es zeigt einiges auf. Ich würde das aber nicht als ein persönliches Problem von Frau Aschbacher betrachten. Es spiegelt die Verhältnisse an den Fachhochschulen und Universitäten allgemein. Eine Beurteilung der Arbeit von Frau Aschbacher müsste im Vergleich mit vielen anderen Arbeiten geschehen, die an diesen Institutionen als Bachelor-Arbeiten oder Master-Arbeiten akzeptiert werden.
    Ohne diesen Vergleich im Detail durchgeführt zu haben, habe ich eine Vermutung. Viele Arbeiten sehen ähnlich aus wie die Texte von Frau Aschbacher. Und das ist fürs Erste auch  kein Problem. So ist es einfach. Es fällt vielen Maturanten schwer, längere Texte zu schreiben. Besonders schwierig wird es, wenn die Texte wissenschaftlichen Ansprüchen genügen sollten. Das führt zu schwer lesbaren Satzkonstruktionen und zu einer unverständlichen Ausdrucksweise. Für die banalsten Dinge werden Fremdwörter verwendet. […].
    Die Betreuung der Abschlussarbeiten beschränkt sich meist wohl nur auf fachliche Aspekte. Die sprachliche Ausdrucksweise, Wortwahl und Verständlichkeit bleiben unberücksichtigt – wie wir am Beispiel Aschbacher schön sehen können. Manchen Lehrenden an den Universitäten fällt das vielleicht auch gar nicht auf, oder sie haben resigniert.
    Es hat schon seine Gründe, weshalb gute Verlage Lektorinnen und Lektoren anstellen.
    Als Student hat man – so glaube ich – nicht die Kraft und die Zeit dafür, sprachlich die Texte gut zu gestalten. Eigentlich müsste man sich diese Leistung „einkaufen“. Aber wer hat schon das Geld dafür.
    Und wir müssen ehrlich festhalten. In der Ausbildung und im Studium wird darauf kein Wert gelegt. Muss man auch nicht. Und dem entsprechend sollte man dann auch diese Arbeiten – angesichts dieser Umstände – fair beurteilen.
     
    Das Literaturverzeichnis des Dissertationsansuchens ist durchaus lange und ausführlich.
    Eine grundsätzliche Absicht der böswilligen Täuschung kann ich daraus nicht ableiten.
    Den Charakter einer „Öffentlichen Arbeit“ würde ich diesem Ansuchen nicht beimessen.
    Hier sollte man doch die Kirche im Dorf lassen.
    Ob man in einem Schlusswort (Fazit, Zusammenfassung) jeden einzelnen Satz aus einer anderen Quelle tatsächlich noch einmal quellenmäßig ausweisen muss, weiß ich nicht. Als „Betreuer“ würde ich das nicht fordern. Wichtig ist es, dass im Hauptteil die Gedanken und Zitate korrekt ausgewiesen sind.
     
    Ich komme zum Punkt: Es ist in meinen Augen äußerst unfair, diese allgemeinen Probleme so in der Öffentlichkeit darzustellen, dass damit die Position einer Person ins Wanken gebracht werden soll.
    Es mag gute Gründe geben, einen Minister oder eine Ministerin als ungeeignet zu erachten. Aber dann sollten das mit Beispielen aus ihrer Tätigkeit belegt und begründet werden.
    Wenn es schwerwiegende Fehler und Versäumnisse in der Arbeit der Ministerin gibt, dann kann man diese öffentlich diskutieren.
    Abgesehen davon ist eine Bachelor-Arbeit oder Dissertation keine Voraussetzung dafür ein Ministerium zu führen.
     
    Ergänzung: Es zeigt sich noch etwas. Etwas klischeehaft formuliert waren viele Jahre lang Menschen in der Politik tätig, die aus dem Bauern- und Arbeiterstand kamen bzw. aus deren Vertretungsorganisationen. Oder aus dem Bankwesen, … . Nun sind es häufig Menschen, die aus der Welt des Marketing kommen oder zumindest in dieser Fachrichtung eine Ausbildung absolviert haben. Interessanterweise trifft das auf die „Junge Wirtschaft“ (als Vertretungsorganisation) im Besonderen zu.
    g.a.

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