Die bundesdeutschen Wikipedianer sind entweder zu dumm, um im Internet vorfindbare Gesetzestexte zu lesen – oder sie legen sie bewusst falsch aus. Nachdem ich vor wenigen Tagen in einem Blogbeitrag darauf hingewiesen hatte, dass die Passage über meine Gewerbeberechtigung als Berufsdetektiv „Vollholler“ ist (wie man in Österreich sagen würde), wurde die Passage mittlerweile verändert. Allerdings genau so, wie ich es kritisiert habe: Wieder schrammt die Darstellung messerscharf an den Fakten vorbei. Wieder wurde die Wirklichkeit im Sinne einer bereits vorab eingenommenen Auffassung, wohl genauer: einer politischen Haltung zurechtgebogen. Man nennt dies Framing oder Confirmation Bias.
Sehen wir genau hin. Das steht nunmehr in Wikipedia über mich („wegen“ ist übrigens immer noch eine Präposition, die den Genitiv verlangt):

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Weber_(Kommunikationswissenschaftler) (12.10.25, 23:25 Uhr)
Das ist falsch. Es steht nicht im Gesetz. Es ist Bullshit. Um Ghostwriting oder gar die Erlaubnis, so betrachtet im „Bereich der Hochschulkorruption“ zu ermitteln, geht es im Gesetz mit keinem Wort. Was steht dort wirklich?

Quelle: Österreichische Gewerbeordnung
Hier steht „die Ausforschung […] der Verfasser, Schreiber oder Absender anonymer Briefe“. Die anderen beiden genannten Teilbereiche der Ausforschung sind Differenzierungen und beziehen sich nicht auf die anonymen Briefe. Eine akademische Qualifikationsschrift ist aber kein anonymer Brief. Damit steht in Wikipedia schon wieder Mist. Er wurde gesichtet, freigegeben – also für richtig befunden. Damit versagt das System der Qualitätssicherung in Wikipedia. Und das sogar noch, nachdem die Passage bereits öffentlich kritisiert wurde und dies zu einer Diskussion auf Wikipedia geführt hat.
Und so könnte ich in fast einem Dutzend weiterer Punkte Quatsch in meinem Eintrag Punkt für Punkt akribisch widerlegen. Aber ganz ehrlich, wer bin ich, dass ich mich mit diesen Idioten und Ideologen rumärgern muss? Bin ich hier in einer Beweisschuld, wenn die freigebenden Köpfe der deutschsprachigen Wikipedia nicht einmal in der Lage sind, einen Gesetzestext zu lesen oder eben dies bewusst nicht tun?
Wenn in allen Beiträgen von politisch missliebigen Personen so viel Unsinn wie in meinem Beitrag steht, ist Wikipedia Teufelszeug. Eine Vergiftung der sozialen Wirklichkeit durch ideologische Propaganda.
Warum kümmern sich eigentlich die großen Desinformationsexperten wie Ingrid Brodnig nicht um solche Dinge?
Geht es bei Ihrer Tätigkeit nicht um Abs. 3 dieses Paragrafens? Eine Depromovation ist ein Verwaltungsakt.
Gute Rechtsfrage!
Ich glaube, dass das AVG hier die Gewerbeordnung überschreibt:
„§ 46. Als Beweismittel kommt alles in Betracht, was zur Feststellung des maßgebenden Sachverhaltes geeignet und nach Lage des einzelnen Falles zweckdienlich ist.“
https://ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10005768
Noch viel bedenklicher ist die Fütterung des large-language Modells (KI). Fehler wie von Herrn Weber angemerkt potenzieren sich und werden plötzlich wahr weil sie in einem Medium auftauchten!
Warum kann man eigentlich auf Ihre Antworten nicht antworten, Herr Weber? Sie sind doch sicher an einer produktiven Diskussion interessiert?
Bin ich. Das geht nun, danke für den Hinweis.
Bestens!
Nicht Wikipedia sagt das über Sie, sondern die Austria Press Agentur. Wikipedia gibt lediglich wieder, was in dem verlinktem Artikel steht.
Und genau das ist ein weiteres Grundlagenproblem von Wikipedia. „Wenn es in einem Massenmedium oder in einer Agenturmeldung stand, dann stimmt es.“ Fragen Sie mal das Brockhaus-Team, ob die so gearbeitet haben. Das ist doch ein völliger Irrweg! Also: Es gab keine Abmahnung der WKO. Ich arbeite auch nicht in einem angemieteten Büro in den Räumen der Universität Salzburg, obwohl es der „Zeit“-Journalist, der extra angereist ist, so geschrieben hat.
Naja, das Brockhaus-Team kann man ja schlecht fragen, heute. Aber im Ernst: Das ist eine Grundfunktion von Wikipedia, dass wir dort nicht selbst forschen, sondern dass wir darstellen, was andere sagen und schreiben. Ist das perfekt? Nein, natürlich nicht. So wird etwa am Anfang eines Skandals gerne und oft berichtet – wenn aber sechs Monate später alles in sich zusammenfällt, interessiert das oft deutlich weniger. Also gibt es dafür auch weniger / gar keine Quellen.
Wikipedia ist Tertitärliteratur, stellt also nur dar, was andere schreiben. Kurz gesagt: Zu Zeiten von Gallileo hätte bei Wikipedia gestanden: Die Sonne ist ein Himmelskörper, der sich um die Erde dreht. War halt Stand der Forschung.
Was wäre denn die Alternative dazu?
Und Sie halten es für „normal“, dass man zuerst die Lemmaperson dauerhaft sperrt und dann über sie im Diskussionsraum irgendwelche Fantasien ausbreitet?
In jedem Diskussionsraum steht zu Beginn in Fett: „Persönliche Betrachtungen zum Thema gehören nicht hierher.“
SPD-Mann Jens Best schrieb ebendort: „Weber meint mal wieder den Pseudo-Schnüffler spielen zu müssen. Gut, dass Habeck diese Nummer im Vorfeld bereits entkräftet.“
Das ist jetzt sicher keine persönliche Betrachtung, oder?
Das ist doch alles toxische Scheiße. Lassen Sie die Mitarbeit an dem Mist einfach sein.
Wenn du Verschwörungserzählungen wie „Politbüro“ rezipierst und Menschen als Idioten und dumm bezeichnest und Zensurvorwürfe formulierst, nimmt dich eben auch keiner ernst. Viel Spaß noch beim Rumpoltern auf deinem Blog.
Vielen Dank! Habe ich.
Herr Weber, Bernd (das Brot) offenbart hier exakt die immer gleiche Vorgehensweise dieser Schmähtandler und Diskurslinienrichter:
Zuerst unliebsame Menschen maximal mit Dreck bewerfen. Wenn die sich dann wehren, Wort-Tabus formulieren und heuchlerisch Knigge bemühen, damit das Schwert der Gegenkritik möglichst stumpf bleibt. Garniert wird die Nummer mit pseudowissenschaftlichen Pejorativen wie „Verschwörungserzählungen“, die […] eifrig in irgendwelchen banalen Publikationen sowie in der ihr weltanschaulich gleichgesinnten Journaille promotet werden. Online-Trolle wie dieser Bernd – der eher kein Mensa-Aspirant sein dürfte – plappern dergleichen natürlich eifrig nach. Damit erspart man sich – faul und boshaft wie diese Leute nun einmal sind – jede inhaltliche Auseinandersetzung.
Lassen Sie sich von dieser durchsichtigen Strategie nicht unterkriegen.
Ich stimme zu, habe aber den Angriff auf eine bestimmte Person entfernt.
@HILTIBOLD: Herzlichen Glückwunsch zu dem unsinnigen Strohmannargument, ich würde andere mit Dreck bewerfen. Stimmt nicht 😉 Die Kritik an Webers Ton ist legitim.
Politbüro ist doch eine gute Metapher. Sie verstehen den Unterschied nicht zw. gutem Bild und schlechter Erzählung…