Plagiate in der Diplomarbeit von Innenminister Gerhard Karner: Die ganze Dokumentation

Sie finden den Bericht zum Downloaden auch hier als PDF-File (36 Seiten, ca. 3,4 MB).

Der Bericht dokumentiert umfangreiche Text- und Abbildungsplagiate im Theorieteil der Diplomarbeit ab S. 30. Wie ich mittlerweile feststellen konnte, ist auch der Text bis S. 30 über weite Strecken ein Amalgam aus nicht oder nicht ausreichend zitierten Fremdtexten. Und auf S. 63 des empirischen Teils der Diplomarbeit ist zu lesen:

„Im Sommersemester ’94 wurde im Rahmen der Übung aus Werbung und Marktforschung (Institut Prof. Schweiger) der Fragebogen von Studenten unter der Leitung von Mag. Oliver A. Herzig erarbeitet.“

Ich frage mich daher, was in dieser Arbeit überhaupt vom ehemaligen Diplomanden stammt – bis auf die Textseite 1, die durch eine Spezialität in der Interpunktion auffällt: vier Mal ein Leerzeichen vor dem Fragezeichen.

Plagiatsbericht Karner Seite 01
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9 Kommentare zu “Plagiate in der Diplomarbeit von Innenminister Gerhard Karner: Die ganze Dokumentation

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  1. Vermutlich...

    Hallo Herr Weber,

    im Unterschied zu Zadic, sind stellenweise hier keine Quellenangaben gemacht worden. Einerseits ist der Fall vergleichbar mit der Arbeit von Kuhn, was das Nichtnennen von direkten Übernahmen betrifft, andererseits kann man den Fall vielleicht auch mit der Arbeit von Drozda vergleichen, da Diplomarbeit und nicht Dissertation. Und das ist jetzt interessant: Welches Vorgehen ist denn eher ein Plagiat – bei Drozda oder bei Karner. Ersterer hat belegpflichtige Stellen zB in Täuschungsabsicht umgeschrieben, Herr Karner nur nicht immer, zB aus Schlamperei, zitiert. Plagiate mögen strenggenommen beide Arbeiten zum Teil sein (Herr Drozda ist rehabilitiert), doch welches Vorgehen ist eher eine Täuschung bzw. eine Erschleichung? Der Betreuer Karners kannte die Quelle Kuß sicher, der Betreuer Drozdas dachte vielleicht bei den umgeschriebenen Stellen, das sei Eigentext- und analyse? Was ich auch nicht verstehe – auf welcher Rechtsgrundlage wird jetzt ein akademischer Grad widerrufen und was ist jetzt am neuen Gesetz strenger? Neu ist, dass Plagiieren mit Geldstrafe bei Aberkennung geahndet werden kann. Erschleichen war damals und ist heute Voraussetzung für ein Handeln von Amts wegen. Gibt es nicht außerdem ein Rückwirkungsverbot im öffentlichen Recht? Das nullum tributum sine lege? Vergehen von damals müssen doch mit den Grundlagen von damals sanktioniert werden, oder?

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    1. Andy Dufresne

      Ich würde meinen, dass man mit Zadic sowieso Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn abgesehen von diversen beachtenswerten Unsauberkeiten (Stichwort Strukturplagiat mit dem Inhaltsverzeichnis, uneigenständige Conclusio et cetera) ist für mich der Faktor der Täuschungsabsicht nicht gegeben, wenn die Quellen immer genannt sind – und zwar am Ende der jeweiligen Sätze oder meinetwegen am Ende der jeweiligen Sinneinheiten. Zadic hat nicht sauber paraphrasiert – was möglicherweise auch daran liegt, dass der Schöpfungswert nicht am Wortlaut der Originalquellen lag (es handelt sich ja nicht um Texte literarischen Wertes), sondern am Inhalt – und sie vielleicht in der englischen Sprache eingeschränkt war. Das ist nur ein Gedanke von mir, keine Tatsachenbehauptung. Aber die Quellen standen immer da – somit wollte sie diese nicht verschleiern, und eine Aberkennung wäre zumindest wegen DIESER Unsauberkeit nicht gerechtfertigt, finde ich. Alles andere kann debattiert werden. Mit fehlenden Quellen gehe ich jedenfalls strenger um als mit fehlenden Anführungszeichen. Ich betreute selbst schon wissenschaftliche Arbeiten. Bei fehlenden Anführungszeichen weise ich den Verfasser mit der Bitte um Überarbeitung nochmal darauf hin aber fühle mich nicht getäuscht. Bei fehlenden Quellen allerdings würde es Granada spielen…..
      Bei Drozda einigte man sich meines Wissens darauf, dass die (eindeutigen) Plagiate in einem so unwesentlichen Teil der Arbeit platziert waren, dass man da ein Auge zudrückte. Davon kann man halten, was man will, aber hier zwischen diesen Fällen Parallelen zu ziehen, finde ich schwierig. Und Bemerkung am Rande- um noch einen prominenten Fall ins Spiel zu bringen. in einen Topf mit Seepocken dürfte man sowieso keinen der genannten werfen.

    2. Andy Dufresne

      Zusatzfrage: Was war eigentlich bei Kuhn dann am Ende doch noch „sauber genug“? War der Zeitpunkt des Verfassens einfach zu lange her, um diesbezüglich noch ein Fass aufzumachen, oder war der inhaltliche Schöpfungswert der abgekupferten Quelle so gering (also allgemein bekanntes Wissen in einschlägigen Fachkreisen)?

  2. Baal Ariman

    Wie kann dieser Herr im Angesicht der Faktenlage, die schlicht eine Sauerei ist, ernsthaft behaupten, dass alles super sauber sei?
    Im Übrigen halte ich den gesamten Uni-Betrieb in Österreich mittlerweile für eine hochkorrupte, moralisch abgesandelte Titelmühle, in der sich Politiker und akademische Seilschaften gegenseitig Titel, Ehrungen, gekaufte Pseudoexpertisen Jobs und Finanzmittel zuschanzen.

    Antworten
    1. Andy Dufresne

      „Wie kann dieser Herr im Angesicht der Faktenlage….“ Jo, eh. Aber:
      Zum Punkt mit den moralisch abgesandelden Titelmühlen: Das trifft heutzutage auf so manche Fernuni definitiv zu. Dennoch sollte man bitte nicht alle Unis und alle Studienrichtungen über einen Kamm scheren! Absolventen irgendwelcher halbschwindliger Masterstudiengänge dürfen nicht in einen Topf geworfen werden mit Menschen, die sich einen akademischen Grad an einem seriösen Institut einer renommierten Uni ehrlich und teils unter mühsamen Bedingungen erarbeitet haben. Und von BWL mag man halten, was man will: ein „moralisch abgesandeldes“ System war allgemein sicher nicht vorhanden. Und ein öffentlichkeitswirksamer Diskurs über Plagiate war in den Neunzigern ebenso nicht gegeben. Gerade in weniger schreiblastigen Studien beschäftigte man sich nicht so akribisch mit Zitierregeln und Formalitäten, da der Fokus der Curricula nicht im Verfassen von Arbeiten liegt, sondern an der Aneignung facheinschlägigen, umfangreichen Faktenwissens und Könnens! Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, die ohne Referenz absatzweise kopieren – und das ist nicht in Ordnung. Vorsätzliches Plagiieren (und auch dies muss im konkreten Fall erst nachgewiesen werden) ist ein No-Go, aber daraus abzuleiten, dass alle Akademiker eh nur von einem korrupten System profitiert hätten und sämtliche Prüfungsleistungen (die oft in solchen Debatten übersehen werden – die Abschlussarbeit ist nicht alles!) wahrscheinlich eh nur erschlichen sind, ist ein Trugschluss! Auch ich kritisiere diese ganzen Schmarrn-Studienrichtungen und die dortigen einfachen Bedingungen sehr – aber bitte lassen Sie diesbezüglich die Kirche im Dorf. Ich weiß von keinem einzigen ehemaligen Kommillitonen, dass er in seiner Arbeit abgekupfert hätte (man tauschte sich ja mit jenen Studienfreunden, die zur gleichen Zeit schrieben, aus. Viele – inklusive mir – gingen zum Schreiben in die Bibliothek und man machte gemeinsame Pausen in einer Schweiß-, Blut- und Tränen-Zeit und bekam mit, was und worüber die Anderen forschten und schrieben). Sie pauschalisieren wegen vereinzelter Fälle. Über all jene, die sauber arbeiten, wird ja begreiflicherweise nicht berichtet.

  3. Dr. Harald W. Vetter

    Sg. Herr Doz. Dr. Weber,
    habe mir die inkriminierten Passagen von Karners „wissenschaftlichem“ Text angeschaut und komme zum Schluss, dass diese Diplomarbeit ein ziemlicher Skandal ist, aus dem er wohl nicht mehr herauskommen wird, auch bei aller universitärer Nachsicht nicht! Zitat-Aneignungen sind dabei fast noch das Geringste, am ärgerlichsten aber Faulheit und Dummheit, eigene Ideen und Erkenntisse zu entwickeln. Wor waren da die „Betreuer“? Wir haben seinerseit in den 80ern als Dissertanten noch „ehrenwörtliche“ Versicherungen abgeben müssen. Weiß man heute überhaupt noch, was Ehre ist? Und dem überwiegenden Teil der Bevölkerung fallen wir ehrlichen, fleißigen Akadademiker dem Spott anheim, weil sie es eh nicht besser wissen können oder vom Mainsteam desinformiert werden (siehe „Titel“ etc.). Machen Sie bitte weiter so! Beste Grüße! Dr. Harald Vetter

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  4. Christoph Novacek

    Hallo Hr. Dr. Weber!
    Zu allererst möchte ich Ihnen zum Erfolg Ihrer Arbeit und Ihrem Perfektionismus gratulieren und zum Erfolg, den Sie schließlich für die Gesellschaft erbracht haben!
    Ich kann mir vorstellen, dass Ihre Arbeit jeden Tag eine neue Herausforderung darstellt. Auf der einen Seite eine spannende, auf der anderen Seite eine ermüdende, weil man täglich immer wieder mit den gleichen primitiven und dummen Versuchen konfrontiert ist, sich reinzuwaschen, selbst wenn es wie im Fall Aschbacher auch hier völlig klar auf der Hand liegt, dass es sich bei der „Arbeit“ großteils um ein Platiat handelt. Bin echt gespannt, was da demnächst herauskommt.
    Ich wollte Ihnen nur kurz eine meiner eigenen Erfahrungen als Chief Editor beim Magazin des Project Management Institute Austria vor gut 20 Jahren mitteilen.
    Ich zeichnete also verantwortlich für die Beiträge, die wir entweder von Partnern aus zumeist der Wirtschaft bekamen oder aus der Wissenschaft, gefragt oder ungefragt. Und da bekam ich einen laangen Artikel, der das halbe Magazin gefüllt hätte. Noch dazu von einem (mir nicht bekannten) Arbeitskollegen, der sich als ach so wissenschaftlich ausgab.
    Ich sträubte mich von Anfang an gegen die Veröffentlichung, aber unser Präsident entschied sich trotzdem dafür, wenn auch mit Kürzungen.
    Schon am nächsten Tag kam der Protest und die berechtigte Klagsandrohuhung des originalen Autors. Wir haben den Artikel natürlich sofort zurückgezogen. Ich weiß nicht, ob eine Klage erfolgt ist, da ich damals gezwungen war, aus Wien wegzugehen. und den Kontakt verloren habe. Der Plagiator hat sich jedenfalls öffentlich entschuldigt und sich – wie üblich – mit dem Zeitdruck gerechtfertigr, unter dem er angeblich gestanden wäre. Als ob man das nicht hinlänglich kennen würde und es ein Rechtfertigungsgrund wäre, sei es, um einen akademischen Grad zu erschleichen oder internatiole Reputatutation.
    Was ich damit auch noch sagen wollte: Am Beispiel dieses kurzen Artikels war für mich völlig klar, wie einfach es eigentlich ist, mit Hilfe (nicht mithilfe, was sich in den letzten Jahren eingschlichen hat: Mithilfe ist etws Anderes als mit Hilfe – ich bin da genau, aber mir bewusst, dass dank journistischer Unbillen so Manches Einzug gehalten hat, was irreführend ist. Dabei wäre es eigentlich sehr einfach.)
    Was ich damit sagen möchte: Es ist eigentlich für einen einigermaßen sprachgewandtn Menschen leicht erkennbar, wenn jemand versucht, sich die Sprache und Ausdrucksweise jemandes anderen anzueignen.
    In dem oben genannten Artikel waren es drei völlig unterschiedliche Abschnitte:
    1.) Einleitung: strotzend vor Fehlern in Grammatik und Allgemeinplätzen: Nonsens
    2.) Ein völlig deplatzierter theoretischer Teil ohne jeglichen Anhaltspunkt, in einer Sprache, die jeglicher Praxis fern ist, möchtegern akademisch
    3.) Angeblich praktischer Teil, in dem der angebliche Autor seine wiederum aus anderen Quellen abgekupferten Quellen in die Realität umgesetzt gesehen haben wollte. Für die er weder aufgrund seiner Qualitfikation noch aufgrund beruflicher Erfahrungen eine Grundlage hatte.
    2.5. und 4.) Sowohl das Verbindungskapitel als auch das resumé ist bloß ein kurzer Einwurf, den das völlige Entbehren einer Erklärung des Zusammenhangs als auch der sprachlichen Qualität kennzeichnet. Abgesehen vom nicht erkennbaren Erkenntnisgewinn, den man doch voraussetzen können sollte.

    Ehrlich gesagt wäre ich an einer Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert, insbesondere da ich glaube, eine spezielle Sprachbegagung zu haben. Auch in English. Glauben Sie mir, ich habe schon meine auch bitteren eigenen Erfahrungen gamacht. Ich rieche es förmlich, wo die Lunte liegt.

    Ich habe zwar selber keinen Studienabschluss, aber arbeite seit meinem Eintritt ins Arbeitsleben als IT engineer mit internationalen Standards, hauptsächlich IEEE, wo ich seit fast 30 Jahren Mitglied bin.
    Ich habe schon für viele sehr unterschiedliche Firmen gearbeitet und meine (schriftlichen) Spuren hinterlassen. Immer nach den (für mich erkennbaren höchsten) Standards, auch was Referenzen betrifft. Im Gegenteil, anstatt zu verheimlichen, dass etwas nicht meiner Weisheit entstammt, habe ich immer ganz prominent angegeben, dass ich mich auf allgemein anerkannte Standards berufe oder auf bestimmte Autoren. Und einige dieser von mir geschriebenen, betriebs-spezifischen Standards sind bis heute in Kraft.
    Ich scheue mich nicht, mich auf andere zu berufen, die vielleicht mehr Einsicht und Erfahrung haben als ich. Aber ich scheue mich auch nicht auf zuzeigen, wo ich begründeterweise meine Zweifel an der Aufrichtigkeit der Einflussnahme von anderen habe – sei es wissenschaftlich nachgewiesen oder anderweitig.
    Wir alle kennen das zur Genüge: Leute, die sich ohne jegliche Qualifikation in die Spitzenränge drängen. Und das ist beileibe nicht nur in der Politik so. Aber das Ganze ist zu sehr verflochten. Der gordische Knoten wäre eine Wohltat.
    Ok, zurück zu meiner Frage: Kann ich etwas zu Ihrer Aufklärungsarbeit beitragen?
    Das würde mich sehr interessieren und freuen…

    Antworten
    1. Christoph Novacek

      PS: Ich bin selbst auch Musiker und habe schon einer damaligen Studentin zum perfekten Abschluss verholfen. Ich weiß, wie das geht.. Das war ein Freundschaftsdienst wie so viele andere, die ich geleistet hab. Weil ich eben wusste, wie man so etwas macht: eine Master-Arbeit.
      Ich weiß, wie man wie man wissenschaftlich arbeitet – im Gegensatz zu vielen Studien-Absolventen

    2. Christoph Novacek

      Zu meinem letzten Kommentar wollte ich noch kurz festhalten, dass ich natürlich nicht als Ghostwriter für die Studentin geschrieben habe, sondern sie einfach beraten habe, vor allem hinsichtlich Aufbau und Inhalt (inklusive Begriffsdefinitionen und Literaturverzeichnis), abgesehen von Fehlerkorrekturen und Formulierungsvorschlägen. Ich habe jedoch inhaltlich kein einziges Wort für sie geschrieben.

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