Sprachliche und inhaltliche Finsternis auch im Twitter-Kanal von Zeitungsherausgeberin und Universitätsrätin Eva Dichand

Aufmerksamen Lesern dieses Blogs kommen Teile dieser Headline vielleicht bekannt vor. Richtig, das hatten wir schon einmal beim ehemaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Nun, auch Ihr werter Plagiatsgutachter twittert wieder, er ist aber selbst mit seinem sperrigen iPhone bemüht, in korrektem Deutsch zu veröffentlichen. Also die Ausrede „Ist ja nur Twitter!“ zählt eigentlich nicht. Vielmehr stelle ich die Gegenhypothese auf: Tweets sagen sehr viel über eine Person aus.

Eva Dichand ist nicht nur Herausgeberin des von mir noch nie gelesenen Wiener Gratisblatts „Heute“, sondern auch an der WU Wien promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Vorsitzende des Universitätsrats der Medizinischen Universität Wien, eine Funktion, in der sie erst vor wenigen Tagen verlängert wurde. Sie ist noch mehr, siehe Wikipedia. Von Redaktionsmitgliedern wird die Herausgeberin gerne mit dem Titel „Dr.“ angesprochen, wie Tweets der vergangenen Tage belegen.

Wolf Schneider et al. mögen mir beistehen: Ich erwarte mir von einer Person mit steuernder Funktion an der Medizinischen Universität Wien und einer Dissertation an der WU Wien ein korrektes Deutsch und auch nicht Emotionalitäten, wie man sie eher in TikTok-Accounts von Zehnjährigen zu lesen bekommt. – Einige Beispiele:

Je nach Präzisionsgrad komme ich in diesen beiden Tweets auf zumindest neun Fehler. Generell ist das Deutsch sehr schlecht.


Auch in diesen beiden Tweets finden sich zumindest sieben Fehler. Wieder generell sehr schlechtes Deutsch.


Ein Anti-Armutsaktivist, der eigentlich unser aller Sympathien haben sollte, wird von Eva Dichand mit den Worten „drehen jetzt alle vollkommen durch.“ verspottet. Das gibt’s gar nicht? Doch, das gibt’s!


Mit „Die MA macht sich lächerlich. Das gibt es auf der ganzen Welt nicht.“ wird über die österreichische Medienanalyse hergezogen. Dass sich eine Analyse lächerlich macht, das gibt es wirklich fast auf der ganzen Welt nicht.


Versehentliche Forderung nach Unterstützung der Verbreitung von Fake News

Der Tiefpunkt ist aber mit diesem Tweet erreicht: Nach ihrer neuerlichen Kür zur Vorsitzenden des Universitätsrats der Medizinischen Universität Wien fordert Eva Dichand von der Politik, „der Verbreitung von fake news und Abwertung wissenschaftl. Erkenntnisse Raum […] zu geben“. Es fehlt das Wörtchen „keinen“.

Es ist einfach nur noch traurig und verstörend. Die linguistisch nachweisbare Bildungsferne von Teilen unserer Elite erschreckt mich fast genau so wie deren mögliche Korruptionsbereitschaft. Und ja, bei Letzterer gilt in der Tat die Unschuldsvermutung. Letztere ist nicht meine Baustelle. Mit Ersterer werde ich mich weiter beschäftigen, egal, wer wie versucht, mich mundtot zu machen. Es ist eine Schande für den Journalismus, es ist eine Schande für die staatlichen Universitäten. Eva Dichand möge zumindest als Universitätsrätin zurücktreten.

3 Kommentare zu “Sprachliche und inhaltliche Finsternis auch im Twitter-Kanal von Zeitungsherausgeberin und Universitätsrätin Eva Dichand

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  1. Cryticus

    Die konservativen Hüter der deutschen Sprache, die selbst Probleme mit der deutschen Sprache haben: Darüber hat sich schon Kurt Tucholsky lustig gemacht.

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