Es sind akademische Tricks und Lebenslügen, über die die Junge Freiheit und dieser Blog heute exklusiv informieren. Wie kann so etwas in Deutschland möglich sein, wen und was verkaufen uns hier die Mainstream-Medien – allen voran das ZDF, das den Herrn als einen seiner Experten listet? Rüdiger Maas, „Diplom-Psychologe“, „promovierter Psychologe“ und von 2019 bis 2024 zusätzlich Philosophie-Doktorand an einer Münchner Hochschule. Das erzählt uns der Mainstream seit Jahren, denn das steht so auf seinen Webseiten. Nur: Es stimmt so nicht. Genauer: Stets gibt es zwar eine (andere!) reale Basis, stets aber hat Maas deutlich mehr aus ihr gemacht, als es die Tatsachen hergeben.
Rüdiger Maas hat laut der Augsburger Allgemeinen (Artikel „Als Helfer in der Welt zuhause“ vom 07.11.2014, nur in Print) 121 Länder bereist, er spricht sechs Sprachen, hat traumatisierte Menschen in Nepal therapiert, hat eine Hilfsorganisation gegründet. Das habe ich nicht überprüft. Aber es klingt schon ein wenig übertrieben.
Die Systemmedien reichen Rüdiger Maas als „Generationenforscher“ weiter, als Corona-Soziologen, als Interpreten politischer Wahlen und als Befürworter eines Social Media-Verbots bis 18 (!) Jahren. Maas ist Dauergast im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, er sitzt bei Markus Lanz. Sein Wort hat Gewicht. In E-Mails schreibt Maas Dinge wie: Er habe keine Zeit, er müsse zum Flieger, er komme gerade von einem Interview. Keine Frage: Maas ist ein vielbeschäftigter Star. Er ist „CEO“ seines eigenen privaten Instituts in Augsburg. Auf inszenierten Fotos sieht er wie ein Magier aus dem Zirkus aus, ein wenig angsteinflößend sogar.
Er selbst ergänzt seine enorme Umtriebigkeit noch mit den Hinweisen, dass er auch als Psychotherapeut und Gerichtsgutachter tätig sei, sogar als Editor einer Fachzeitschrift für Gynäkologie tritt er in Erscheinung.
Kurz: Maas verkauft sich als Universalgenie.
Im Folgenden kann ich nur gerichtsfest darstellen, was Rüdiger Maas von sich behauptet hat und was er alles nicht ist:
| FALSCH: „Diplom-Psychologe” | WAHR: Diplom-Rehabilitationspsychologe (FH) |
| Das behauptete Maas bis zu Beginn meiner Recherchen und der der Jungen Freiheit an zahlreichen Stellen, siehe etwa hier. Mittlerweile hat Maas diese Passagen in „Psychologe“ (ohne „Diplom-“) abgeändert. Offenbar wurde ihm klar, dass diese falsche Titelführung strafbar sein kann. | Laut Eigenangabe, die erst nach Recherche-Druck erfolgt ist, Abschluss 2006 als „Dipl.-Reha-Psych.“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Änderung der Angabe erst vor wenigen Tagen. Die aus meiner Sicht ebenso notwendige Titel-Ergänzung „(FH)“ verschweigt Maas weiter. |
| FALSCH: In Psychologie in Deutschland oder Japan Promovierter | WAHR: In Bibliothekswissenschaften in Bulgarien Promovierter |
| Auch das stand bis vor wenigen Tagen in spitzfindiger semantischer Zweideutigkeit auf der Website von Rüdiger Maas: „Als promovierter Psychologe“, siehe hier. Und Maas gab mehrfach an, in Deutschland und in Japan studiert zu haben. Dieser Sachstand wanderte auch in Wikipedia. Seine wahre Promotion in Bulgarien verschwieg Maas dabei stets. | Die Formulierung auf der Webseite wurde mittlerweile nach der Recherche geändert in: „Als Psychologe“. Die Doktorarbeit von Rüdiger Maas ist ein Kuriosum für sich. Der Titel lautet „Management of information processes for increasing the impact of media during the Corona pandemic“, was wohl mit „Informationsprozessmanagement zur Erhöhung der Medienwirkung während der Corona-Pandemie“ zu übersetzen ist. Die Dissertation umfasst laut Bibliothekseintrag 155 Seiten. An der bulgarischen Hochschule für Bibliothekswissenschaft und Informationstechnologien kann man auch über eine Promotionsvermittlung studieren, was vom bekannten Doktormacher Martin Stieger für rund 22.000,– Euro angepriesen wird. Das ist nicht verboten, aber für sehr viele ein schneller Weg zum Doktortitel. Das Webangebot lockt damit, dass das Studium auch nur ein Jahr dauern kann und dass man den „Dr.“ ohne Titelzusatz führen darf. Damit wird die Intention klar. Und: Warum machte Rüdiger Maas ausgerechnet aus seiner Doktorarbeit kein Buch? |
| FALSCH: Studium von 2019 bis 2024 an der Hochschule für Philosophie München | WAHR: Nur als Promovierender geführt |
| Maas schreibt in seinem Forscherprofil auf ORCID: „2019 untill [sic!] 2024 I studied philosophy in Munich, Germany.“ Nach Studienabbruch klingt dies eher nicht. | Die Hochschule für Philosophie München bemerkt dazu per E-Mail im März 2026: „Er ist als Promovierender geführt, damit ist jedoch keine Immatrikulation verbunden.“ Aus Gründen der Rechtssicherheit ist dazu anzumerken, dass die Formulierung der Pressesprecherin nicht ausschließt, dass Maas immatrikuliert war, aber in diesem Zeitraum seine Promotionsschrift nicht verfasst hat. Das Thema der Doktorarbeit hat Maas geändert von „Generationengerechtigkeit“ zum „digitalen Tod“. |
Wer oder was ist Rüdiger Maas wirklich? Eine perfekte Inszenierung seiner selbst, eine One-Man-Show, das ist gewiss. Seine Erzählung, ein im originären Studienfach Psychologie in Deutschland und Japan promovierter Diplom-Psychologe zu sein, ist jedenfalls als akademische Lebenslüge enttarnt worden.
Wer so umtriebig ist, für den wäre doch eine Doktorarbeit ein (weiteres) Meisterstück, das man gerne publiziert und nichts, was in einem Schrank in Bulgarien weggesperrt wird.
Das Motiv scheint auch klar zu sein: Als Rehapsychologe einer Ost-FH und als ein in Südosteuropa promovierter Bibliothekswissenschaftler hätte es Maas unmöglich zum „Generationenforscher“ und Psychologen für alles und alle geschafft. Er hätte nicht den Versteher spielen können.
Ich werde mir in den nächsten Wochen die Bücher und die empirischen Studien von Rüdiger Maas sehr genau ansehen. Auffallend ist, dass die Bücher oft nur rund 100 Seiten umfassen, in Ko-Autorschaft(en) und in einem sehr populärwissenschaftlichen Stil verfasst wurden. Auch die Frage nach der Zahlenbasis und nach der Einhaltung der Güterkriterien empirischer Sozialforschung wird noch interessant werden.
Hier meine Anzeige an die Staatsanwaltschaft Augsburg. Ein Kollege hat Maas mittlerweile auch beim Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) angezeigt.






Diese Titelinflation ist fürchterlich. Wer kann das noch überblicken oder kontrollieren, wenn jemand mit Titeln aus Fernost oder Südwest kommt? Und die Qualitätskontrolle der „heimischen“ Titel funktioniert ja ebenfalls nicht. Da laufen selbst Professoren mit erschwindelten Titeln herum und es gibt keine Instanz, die sich für die Überprüfung oder für Sanktionen zuständig sieht. Fällt alles in die „Universitätsautonomie“. Das System wurde ad absurdum geführt.
So gesehen (beschrieben), passt der Typ doch hervorragend zu Lanz und dessen üblichen Gästen!