Schlagwort-Archiv: Aberkennung

VroniPlag Wiki und Ihr werter Plagiatsgutachter wissen: Frank-Walter Steinmeier hat plagiiert

Spätestens nach diesem Artikel war es Zeit für öffentliche Wahrheitsfindung. Und die hat – wieder einmal – VroniPlag Wiki übernommen: Seit heute findet sich eine (sicher lange noch nicht abgeschlossene) Analyse von Frank-Walter Steinmeiers Dissertation aus dem Jahr 1991 auf der VroniPlag-Hauptseite. Einmal mehr erledigt also die wichtigste Arbeit im deutschen Wissenschaftssystem eine unbezahlte und weitgehend anonyme Gruppe, während hochbezahlte Professoren wie Claus Leggewie in der FAZ Lügen verbreiten. […]

Universität Düsseldorf nach der Causa Schavan mit mehreren Plagiatsfällen beschäftigt – weiterer Grad entzogen

Daran sollte sich die Exzellenz-Universität Dresden mal ein Beispiel nehmen: Die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf geht das Plagiatsproblem offensiv und erfrischend ehrlich an. In einem am 15. 8. 2013 publizierten Dokument bekennt sie durchweg Farbe für eine ordentliche Wissenschaft. Erfreulich, schon auf der ersten Seite des Zwischenberichts Worte wie die folgenden zu lesen: „Ausschlaggebend ist allein das Vorliegen substantiierter Hinweise, nicht die Herkunft dieser Hinweise.“ […]

Lammertplag: Nachweis der Täuschung in wesentlichem Umfang bereits erbracht

Die Mühen des „Robert Schmidt“ sind es wert, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Hier also meine Einschätzung: Der Nachweis der Täuschung in wesentlichem Umfang ist mit den 42 beanstandeten Fließtext-Seiten (von insgesamt 116) bereits erbracht worden. Es ergibt sich ein eindeutiges Muster der suggerierten eigenständigen Auseinandersetzung mit Literaturquellen, Studien und Forschungsergebnissen – wobei aber durchweg andere, nicht genannte Literatur dieser Auseinandersetzung zugrunde lag. […]

Zur Verjährungsdebatte: Überlegungen zu „Autonomie“ und „Reputation“ der Wissenschaft

„Grundlage aller Überlegungen der Unterzeichner ist die Wahrung und Förderung wissenschaftlicher Autonomie“, heißt es in dem gestern hier im Blog diskutierten brisanten Positionspapier (S. 2). Und weiter: „Wissenschaftsautonomie ist der Gestaltungsmacht staatlicher Akteure entzogen. Selbst der Missbrauch von Freiheit vermag ihre Abschaffung nicht zu rechtfertigen.“ […]

Sprengstoff: Positionspapier regt Verjährung von Plagiaten nach zehn Jahren an

Ein Positionspapier des Allgemeinen Fakultätentags, der Fakultätentage und des Deutschen Hochschulverbands empfiehlt ‚zwischen den Zeilen‘ die Einführung einer Verjährung von Plagiatsdelikten nach zehn Jahren. Es heißt in dem Paper:

„Insgesamt sehen die Unterzeichner gleichwohl mehr Gründe, die für eine Verankerung einer Verjährungsfrist in der Promotionsordnung sprechen als dagegen. […]

Konsequenzen aus dem Fall Schavan

Annette Schavan wird offenbar nicht nur von weiten Teilen der Opposition geliebt, sondern auch von den bundesdeutschen Massenmedien. Jüngere und ältere Journalisten der führenden Blätter kommentieren heute einhellig, dass der Titelentzug „falsch“ bzw. „nicht richtig“ sei oder Schavan „bloß nicht zurücktreten“ solle. […]

Schavan-Update: Juristische Mithilfe gesucht

Einmal an dieser Stelle ein Aufruf zur Mithilfe: Hat jemand meiner Blog-Leserinnen und -Leser dieses Urteil aus dem Jahr 1980 im Volltext? Noch interessanter wäre freilich das diesem Urteil im Instanzenweg vorgängige Urteil des VG Stuttgart vom 10. Februar 1978, Az: V 346/76.

Jüngere Urteile, d. […]

Schavan-Update: Wie waren die wissenschaftlichen Standards vor 1980?

Die Herausforderung im Fall Schavan ist es, die Dissertation nicht auf Grundlage der heutigen Regeln, sondern auf Basis jener Regeln zu beurteilen, die vor 1980 in der bundesdeutschen Erziehungswissenschaft, insbesondere an der Universität Düsseldorf, geherrscht haben. Das macht den Fall auch für Wissenschaftshistoriker spannend. Freilich ist das immer wie ein Indizienprozess: Egal, wie viele Lehrbücher man aus der Zeit vor 1980 zitieren mag, Frau Schavan könnte immer behaupten, diese gar nicht zu kennen oder die Zitierregeln schlichtweg anders oder womöglich gar nicht gelernt zu haben. […]

Endbericht zum Fall Schavan: Täuschungsabsicht ist nachweisbar

Ich empfehle allen an der Thematik Interessierten die genaue Lektüre des Endberichts zur Dissertation von Annette Schavan. Bei oberflächlicher, wohlwollender Interpretation spräche für die Verfasserin (und unsere Welt ist ja oberflächlich geworden und wir neigen zu vorschnellen Urteilen): Inkriminierte Passagen finden sich auf 94 der 333 Textseiten, also auf 28 Prozent. […]

Höchstgericht bestätigt Entzug des Doktorgrads wegen Plagiats – Plagiatorin weiter als Doktorin und Assistenzprofessorin tätig

Es gibt ein neues Erkenntnis des österreichischen Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) zu einer plagiierten Dissertation mit dem Titel „Australian Aboriginal Art in Discourse. The ‚Western‘ and the ‚Primitive'“, die bereits im Jahr 1999 am Institut für Anglistik der Universität Wien angenommen wurde. Ein Sechstel der gesamten Dissertation wurde etwa von einem Buch der bekannten Anthropologin Sally Price abgeschrieben – der Hinweis darauf kam kurioserweise aus Australien selbst! […]

Fall Schavan: Doktorgrad muss aberkannt werden

Mittlerweile habe ich die Textvergleiche zwischen der Dissertation von Frau Schavan und den Originalen akribisch studiert (ich unterstelle nun einmal eine Authentizität der Gesamtdokumentation, nicht zuletzt, da ja auch auf VroniPlag der Fall bereits zum Teil kompiliert wurde). Ich komme im Wesentlichen zu demselben Urteil wie Volker Rieble: Es handelt sich hierbei um Plagiate, die auf eine Arbeitsmethode hinweisen, die eindeutig als wissenschaftliches Fehlverhalten zu bezeichnen ist. […]

Willkürentscheidungen von Universitäten nehmen zu

Nach höchst fragwürdigen Entscheidungen an der Universität Innsbruck hat nun auch die Universität Klagenfurt in einem quantitativ und qualitativ völlig eindeutigen Plagiatsfall einen akademischen Grad nicht aberkannt. Warum passiert so etwas zuletzt immer öfter? Offensichtlich hängt es nicht kausal vom Plagiat und von der nachweisbaren Täuschung/Erschleichung ab, ob ein akademischer Grad purzelt. […]

Integritätsagentur erkennt Plagiat – Universität erkennt nichts (ab)

Ihr werter Plagiatsgutachter hat eine Zeitlang geschwiegen, ist er doch derzeit in der Privatindustrie tätig und müssen im Moment auch noch so spannende Fälle liegen bleiben. Von Hinweisen, dass ein parfümierter Autor doch abgeschrieben haben soll, über seltsam paraphrasierende hohe kirchliche Würdenträger bis zu (wieder mal) österreichischen Spitzenpolitikerinnen und -politikern reicht im Moment die Überprüfungspipeline. […]

Dissertation an der TU Berlin: Erneut schmerzliche Enthüllungen auf VroniPlag


Anything goes: Quellenangabe „Super Illu“ auf S. 45 der Dissertation

Eigentlich ist es fast schon egal, ob der Promovierte Bürgermeister ist oder nicht, FDP-ler ist oder nicht, als Fachmann auf seinem Gebiet gilt oder nicht, Webseiten zum einschlägigen Thema betreibt bzw. betrieben hat oder nicht: Die neuen Enthüllungen auf VroniPlag über eine 2009 an der TU Berlin angenommene Dissertation sind auch ohne das den massenmedialen Nachrichtenfaktoren entsprechende Beiwerk wieder schwer zu verdauen: Neben den bekannten Spielarten des Textplagiarismus stellt sich hier die (zwar in den VroniPlag-Fällen auch nicht neue, aber doch selten so klar hervorgetretene) Frage nach der Quellenseriosität – unabhängig von korrekter Zitation oder Plagiat. […]

Forderung nach flächendeckender rückwirkender Überprüfung von Dissertationen

Ich finde, es ist an der Zeit, eine Forderung auszusprechen: Die Universitäten und Fachhochschulen Deutschlands sollten verpflichtet werden bzw. idealerweise sich verpflichten, alle Dissertationen zumindest der vergangenen fünf Jahre (etwa: 2006 bis 2010) auf Plagiat im Stile Guttenbergs & Co., aber auch auf sinnlose bzw. falsche Zitation im Stile Althusmanns (mit der Folge des „Subtilplagiarismus“) zu überprüfen. […]

Ein Trauerspiel: Kultusminister Althusmann unter Plagiatsverdacht

Es geht heute munter weiter. Diesmal war’s nicht VroniPlag, sondern hat’s ein Redakteur der „Zeit“ exklusiv berichtet.
Habe ich es nicht gesagt? In jeder Kommission, die für Qualitätsstandards im Bildungswesen zuständig ist, sitzt mindestens ein Plagiator (und wenn nicht Textdieb, dann andersartiger Titelbetrüger). Wir brauchen nun – neben dem Purzeln zahlreicher Doktorgrade – wirklich so etwas wie eine Revolution in der Wissenschaft. […]

Sehr gut! Wieder ein „Doktor Decorus“ in Deutschland weniger

Die Universität Tübingen hat heute mitgeteilt, dass Matthias Pröfrock der Doktorgrad entzogen wurde. Interessant ist dabei die Formulierung in der Pressemitteilung, der Promotionsausschuss „geht aufgrund der Schilderungen des Betroffenen zu seiner Arbeitsweise bei der Abfassung der Dissertation davon aus, dass die Übernahme der fremden Texte jedenfalls grob fahrlässig erfolgte“. […]

Zitierregeln und Plagiat – wie war es früher?

Die derzeitigen Debatten in Österreich um die Doktorarbeiten von Johannes Hahn, Peter Pilz und womöglich auch bald Christa Them werfen eine hochinteressante Frage auf: Herrschten früher, vielleicht vor 2000, vielleicht vor 1990, tendenziell Wildwuchs und Beliebigkeit in den textorientierten Wissenschaften? Wurden verbindliche Zitierregeln, ja am Ende die Grundregeln der Kennzeichnung fremden Textmaterials erst nach 1990 oder gar erst nach 2000 eingeführt? […]

Die Cultural Studies und das Copy-Paste-Syndrom

Ein totgeglaubtes Thema kehrt zurück. Prof. Lothar Mikos mag keine Plagiats-Wikis. – Wer ist Lothar Mikos? Nähere Informationen finden sich auf seiner optisch wie inhaltlich sensationellen Webseite. Ich glaube, er gehört im weiteren Sinne den so genannten „Cultural Studies“ an. Der Name tauchte für mich das erste Mal auf, als Lothar Mikos externer Erstbegutachter einer Diplomarbeit wurde, die von der Klagenfurter gekündigten Assistentin und Plagiatorin von „Wickie und die starken Männer“ verfasst wurde. […]

Ein denkwürdiger Tag

Sollten wir am 11. Mai fortan den „Tag der wissenschaftlichen Redlichkeit“ feiern? Heute morgen kam die Nachricht, dass die Universität Konstanz Veronica Saß den Doktortitel aberkannt hat. Am Vormittag folgte der Endbericht zu Guttenberg: Er findet klare Worte zu Guttenbergs unermesslichem Fake, aber leider keine klaren Worte zu Häberle und Streinz und deren Netzkompetenz anno 2006. […]

In Deutschland purzeln die Doktorgrade

Willkommen beim neuen Spiel (dank Massenmedien und vor allem Internet): „Ex-Doktor, ärgere Dich nicht“. Nach Guttenberg, zu dem der Prüfbericht der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ seit heute im Internet nachzulesen ist, nun also auch Veronica Saß. Zumindest drei oder vier weitere heiße Kandidaten für das Spiel, das zuletzt von VroniPlag maßgeblich gesteuert wurde, könnten folgen. […]

Flucht nach vorne an der Uni Wien – Fragen zu einem gutachterlichen Schnellschuss

Auf Druck der vor einer Woche neu gegründeten „Initiative Transparente Wissenschaft“ und einiger Printmedien hat die Universität Wien nunmehr selbst die Dissertation von Johannes Hahn im Volltext sowie auch das umstrittene Entlastungsgutachten des Züricher Philosophen Peter Schulthess online gestellt. Dies darf einerseits als erster Etappensieg der „Initiative Transparente Wissenschaft“ gewertet werden, andererseits sollte nun aber auch ein offener Dialog über die auf den Tisch gelegten Fakten stattfinden. […]

Professur auch nach plagiierter Diplomarbeit und widerrufenem Grad?

Was soll diese Überschrift denn? So was gibt es in Deutschland doch nicht, oder? Nein, ist auch auf Spiegel-Online zu lesen, na Gott sei Dank:

„Nach einem Fehlverhalten wie bei Guttenberg käme niemand mehr an ‚verantwortliche Positionen in der Wissenschaft, eine Karriere wäre ausgeschlossen‘.“

So beschreibt Ernst-Ludwig Winnacker, ehemaliger Präsident der DFG, die offenbar stets funktionierenden Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft auf Spiegel-Online. […]