Die Vorgeschichte lesen Sie hier. Und nun auch in der FAZ.
Thomas Fetsch ist Bundestagsabgeordneter der AfD. Er schrieb gestern auf X:

Es ist ja nicht so, dass ich alles unkritisch sähe. Es gibt natürlich noch viel Verbesserungsbedarf. Aber das Bestehen von Missständen muss ja nicht zwingend deren Dauer in die Unendlichkeit bedeuten.
Das ist sowas von Fritze-Merz-Sprech, dass es einem die Socken auszieht. Könnte 1:1 jeder aus der CDU geschrieben haben und könnte Snicklink Merz unterlegen. Würde jeder glauben.
Ich dachte, die AfD steht für eine neue Politik, spricht anders, liefert keine Worthülsen mehr, spricht die Dinge offen aus?
Daniel Birkefeld ist „AfD Bezirksverordneter BVV Marzahn-Hellersdorf“. „Bezirksverordneter“ dürfte für jeden Nicht-Berliner ein Fremdwort sein, musste ich googeln. Aber darum geht es nicht. Nach einem für wirklich jedermann klar erkennbaren Gag von mir, dass ich aus Rache innerhalb eines Tages die Löschung eines Salzburger Bankkontos für einen AfD-Politiker erwirkt hätte, schrieb Birkefeld ebenfalls gestern auf X:

Erika Steinbach ist unter anderem „Geigerin, Informatikerin, Diplomverwaltungswirtin“. Sie veröffentlichte heute auf X einen meines Erachtens recht gelungenen Doppelgag von mir, den ich der Leserschaft nicht vorenthalten möchte:

Versuch einer mentalitätsgeschichtlichen Erklärung
Die AfD ist nicht Nazi, weil sie dem Hitlerismus frönen würde. Sie ist es auch nicht, weil sie remigrieren will (das ist die falsch geführte Debatte rund um das BfV-Gutachten). Das sind – wie so vieles – Konstrukte der Linken. Aber die AfD könnte Nazi sein, weil ihre Gefolgsleute vielleicht folgende Eigenschaften stärker aufweisen als andere:
- Totale Humorlosigkeit, Verkennen von Ironie, damit auch keine Bereitschaft zur Quellenkritik
- Blinde Gefolgschaft, Tunnelblick, bedingungslose Loyalität ohne Zulassen von Kritik, keine Fehlerkultur
- Freund/Feind-Schema, sektenartige Weltwahrnehmung
Das Problem der AfD ist nicht, dass ihre Protagonisten Rechtsextremisten sind. Aber: Sie könnten Dilettanten sein. Der politische Mitbewerber ist allerdings auch wiederum zu dumm, zu erkennen, dass er die AfD mit dem Aufdecken dieser Schwachpunkte schlagen könnte.
So lehne ich mich äquidistant zurück und werde zusehen, wie es mit Deutschland weiter geht.
Frau Weidel kann ja beweisen, dass sie 83 Millionen Menschen besser führen kann als ihr Kompagnon Sell zwölf Personen. Ich glaube jedenfalls nicht mehr daran. So schnell kann es gehen.