„Keine Mode, sondern eine notwendige Balance“: Zahlreiche weitere starke Indizien für eine von KI getextete Bewerbung von APA-CEO Clemens Pig für den ORF-Chefposten

Kooperation ist dabei kein romantisches Wort. Sie braucht Regeln.

Das steht auf S. 34 der Bewerbungsunterlage von Clemens Pig für seinen Millionenjob beim ORF von unserem Geld. Hat irgendjemand jemals behauptet, dass „Kooperation“ ein „romantisches Wort“ sei? – „Kooperation“ hätte man hier unter Anführungszeichen setzen müssen, da ja vom Wort die Rede ist und nicht vom durch das Wort beschriebenen Sachverhalt. Aber „romantisch“ kann wiederum niemals das Wort sein, sondern nur die durch das Wort beschriebene Idee, die Vorstellung, das Konzept. KI beherrscht solche dualistischen Unterscheidungen von Objektsprache und Metasprache, von Begriff und Bedeutung noch nicht lückenlos. Dieses Unterscheidungsmanagement ist vielmehr Menschenwerk.

In dieser Welt ist Kooperation kein romantisches Wort. Kooperation ist eine Überlebensstrategie demokratischer Öffentlichkeit.

Und das steht auf S. 108 bei Clemens Pig. Dieselbe Wortwahl, dieselben Fehler. Für einen menschlichen Texter wäre die zweimalige Verbindung von „Kooperation“ und „romantisch“ doch eher seltsam. Für ein LLM nicht.


Das Wort „Österreich“ kommt in der Bewerbungsunterlage 70-mal vor. Kein einziges Mal kommen weniger distanzierende Wendungen wie etwa „unser Land“, „hierzulande“ oder „unsere Heimat“ vor. Das ist typisch für das generische Texten einer unpatriotisch denkenden KI.


Der Austriazismus „weiters“, einer der wichtigsten Marker für die geographische Autorschaftsbestimmung in der DACH-Region, kommt auf 129 Seiten Bewerbungsunterlage null Mal vor. Im Buch „‚Democracy Dies in Darkness'“ von Clemens Pig aus dem Jahr 2023 kommt „weiters“ immerhin noch zweimal vor. KI ist mit solchen Finessen noch nicht gefüttert.


An drei Stellen in der Bewerbungsunterlage wird der dritte ORF-Spartenkanal ORF III erwähnt. Er wird allerdings in der Unterlage dreimal fälschlich „ORF 3“ geschrieben. Es ist Allgemeinwissen in Österreich, erst recht für einen Medienprofi, dass die korrekte Schreibweise „ORF III“ ist. Dreimal an verschiedenen Stellen kann sich so ein Fehler nicht wiederholen.


Auf S. 102 der Bewerbungsunterlage ist von einem „ORF-Gesetz § 4 mit dem Auftrag, Vielfalt und Public Value sichtbar zu machen“, zu lesen. Kein menschlicher Texter, noch dazu kein Medienprofi, würde eine solche Verkürzung durchführen. Die „Vielfalt“ findet sich nur in Abs. 2 des umfassenden § 4. „Public Value“ kommt im Gesetzeswortlaut des § 4 schlichtweg nicht vor.


Besonders verräterisch ist etwa diese Passage auf S. 80 der Bewerbungsunterlage von Clemens Pig:

Die Nennung „DR, Danmarks Radio“ ist im Deutschen sonderbar. Die öffentlich-rechtliche Rundfunk(!)anstalt Dänemarks hieß nur bis 1996 so. Bei „Organisation“ fehlt wieder der bestimmte oder unbestimmte Artikel, kein Mensch würde den Satz so schreiben. Das Phänomen hatten wir schon beim Wort „Archiv“.


In der gesamten Bewerbungsunterlage finden sich kein einziges Literaturzitat und keine Quellenangabe. Es gibt auch kein Literaturverzeichnis. Der Ähnlichkeitsbericht bei Turnitin ergibt eine Übereinstimmung mit bisherigen Texten der Menschheit von null Prozent. – Jeder Experte weiß: Ein solches Ergebnis ist ganz typisch für einen von einem LLM generierten Text.


(Wird fortgesetzt)

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