Die gesamte Bewerbung von APA-CEO Clemens Pig um den Führungsposten im ORF strotzt vor KI-Sprache. Das ist einfach nicht zu fassen. Unterschrieben sind die Kapitel aber stets so:

Auf S. 115 seiner Bewerbung fordert Pig tatsächlich eine „transparente Kennzeichnung“ von KI-Nutzung. Doch schon der nächste Satz verrät die nicht-menschliche (und als solche eben nicht-gekennzeichnete!) ‚Handschrift‘: „So wird aus Archiv nicht Nostalgie, sondern Public Value der nächsten Generation.“
„So wird aus Archiv nicht Nostalgie“, das würde kein deutscher Muttersprachler so schreiben, ohne einen bestimmten oder unbestimmten Artikel vor „Archiv“ oder ohne Beifügung etwa der Art „aus der Idee eines Archivs“. – Wir erinnern uns an den ebenfalls der ungekennzeichneten KI-Nutzung überführten Mario Voigt, den Thüringer CDU-Ministerpräsidenten der geistigen Leere und Serienplagiator, der schreiben ließ: „Diese Kontinuität ist keine Nostalgie. Sie ist Argument.“

Die gesamte Bewerbung von Clemens Pig ist voll mit solchen höchstwahrscheinlich von einer KI generierten Antithesen. Es sind hunderte. Auch die Trikola sind zahllos. Kein Mensch textet so.

Wenn meine These zutrifft (und die Indizien sind erdrückend!), dann hat Pig mit diesem Machwerk bewiesen, dass er ein Simulant ist. Dass er es gerade nicht ernst meint mit dem, was am Cover seiner Bewerbung steht:

In Wahrheit dürfte Clemens Pig zum ORF – wie Mario Voigt zur Musik im Radio – überhaupt nichts zu sagen haben. Wenn der dringende KI-Verdacht zutrifft, ist auch Pig ein Proponent der neuen geistigen Leere. Andernfalls hätte er seine Bewerbung um einen 400.000,– Euro-pro-Jahr-Posten selbst geschrieben. Um es einmal in KI-Sprache zu sagen: Nicht episch. Aber selbst.
Es ist eine katastrophale Entwicklung. Ein neuer Abgrund.
Er ist uns allen zugleich ein Held aus strahlender Vergangenheit, stählerner Gegenwart und mystischer Zukunft. Nicht nur durch kunstvolle Darbietung und handwerkliches Geschick gelingt es ihm, in individueller – und nicht minder unveränderlicher – Art derjenige zu bleiben, der er immer schon war: ein konsequent beschaulicher, neidvoll bescheidener sowie schließlich: unser aller Mitmensch. Ein Mann, dem Leben, Lehren und Belehren stets das Gleiche war. Wenn auch nicht unbedingt für jedes einfache Gemüt sofort wirksam noch etwa unmißverständlich oder gar nachvollziehbar.
Wunderschön!
Elegie auf Clemens Pig
Nicht laut war sein Werk, und doch weithin vernehmbar;
nicht grell sein Wort, und doch von Gewicht;
nicht flüchtig sein Blick, und doch stets auf das Kommende gerichtet.
Wo andere den Augenblick suchten, suchte er die Dauer.
Wo andere das Echo liebten, suchte er die Stimme.
Wo andere den Beifall zählten, suchte er den Sinn.
Er ging zwischen Nachricht und Deutung,
zwischen Geschwindigkeit und Sorgfalt,
zwischen Gegenwart und Erinnerung.
Die Tage vergehen, die Schlagzeilen verblassen, die Bilder verwehen.
Doch manches bleibt: eine Haltung, eine Arbeit, eine Spur.
Denn die Zeit liebt ihre Widersprüche:
Nähe und Distanz,
Licht und Schatten,
Anfang und Ende.
So steht sein Name im Strom des Vergänglichen,
und dennoch widersteht er ihm.
Nicht Besitz, nicht Macht, nicht Ruhm
sind das Maß eines Lebens,
sondern das, was bleibt, wenn Besitz vergeht, Macht schwindet, Ruhm verstummt.
Und so erinnern wir uns:
an den Fragenden, den Vermittelnden, den Beharrlichen;
an den Denker, den Gestalter, den Zeugen.
Die Stimmen verstummen, die Jahre verrinnen, die Zeiten wechseln.
Doch Erinnerung hält fest, was die Stunde verliert.
So endet das Wort –
und beginnt das Nachhallen.