Satte 129 Seiten Bewerbungsschreiben hat der CEO der APA, Mag. Dr. Clemens Pig, offenbar in Windeseile herausgeschossen. Der Standard hat das komplette Konvolut heute veröffentlicht. Das von einem ehemaligen APA-Designer layoutierte Opus wirkt auf den ersten Blick wahnsinnig eindrucksvoll. Auf den zweiten Blick… naja, hört man einen sattsam bekannten Sound heraus. Exakt derselbe Stil findet sich auch im „persönlichen“ Schlusskapitel des aktuellen Buchs von Clemens Pig (und sonst nirgends in seinen Büchern!).
Hier wieder die üblichen Verdächtigen (sie finden sich allesamt im „persönlichen“ Schreiben Pigs an die ORF-Stiftungsräte):
Nicht lauter als nötig, nicht leiser als geboten, sondern verlässlich.
Diese Offenheit ist kein Risiko, sondern ein Schutz.
Nicht jede Kennzahl muss täglich öffentlich sein. Aber die Richtung muss nachvollziehbar werden.
Ein ORF, dem Österreich vertraut, entsteht nicht durch einen einzigen großen Schritt. Er entsteht durch viele saubere Entscheidungen.
Genau deshalb ist diese Bewerbung kein Versprechen eines bequemen Weges. Sie beschreibt einen Weg, der Konflikte nicht sucht, aber auch nicht ausweicht. [Anm. S.W.: Hier fehlt ein „ihnen“.]
Am Ende entscheidet nicht, ob eine Bewerbung große Worte findet. Am Ende entscheidet, ob der ORF nach einer Geschäftsführungsperiode glaubwürdiger, klarer, digital stärker und besser geführt ist.
Das Publikum wird nicht fragen, welche internen Projekte welche Namen getragen haben. Es wird fragen, ob der ORF in wichtigen Momenten verlässlich war, ob er die Vielfalt des Landes fair gezeigt hat.
Rechenschaft darf nicht nur im Geschäftsbericht stattfinden. Der ORF braucht verständliche Formate.
Ein jährlicher Public-Value-Bericht sollte deshalb nicht nur Leistungen aufzählen, sondern Ziele, Kennzahlen, Beispiele, Fehler, Korrekturen und nächste Schritte darstellen.
Auch Publikumsdialog gehört zur Rechenschaft. Beschwerden, Lob, wiederkehrende Kritikpunkte und redaktionelle Antworten sollten nicht in internen Systemen verschwinden.
All das verlangt Führung, die ruhig genug ist, nicht jeder Erregung zu folgen, und entschlossen genug, notwendige Entscheidungen nicht zu verschieben.
Ein Haus, das sich selbst erklärt, muss weniger von außen erklärt werden.