
Was hier in der Welt steht, ist saudumm. Und ich werde genau erklären, warum.
Es gab keinen Versuch, den Bachelor-Abschluss von Ulrich Siegmund zu „skandalisieren“. Personen haben zuerst auf abgeordnetenwatch und dann auf X (ein „GERT POSTEL“) eine völlig normale Frage gestellt. Das ist auch keine Kampagne und keine linke Verschwörung – völlig lächerlich. Ulrich Siegmund gibt offiziell an:

Ein Bürger, ein Blogger, ein Journalist, ja auch ein Aktivist auf X darf und soll in einer freien demokratischen Gesellschaft nach der Universität oder Fachhochschule eines Spitzenkandidaten fragen. Nicht jede bloße Frage ist vom Willen einer Skandalisierung motiviert. Es soll auch Menschen geben, die sich einfach nur für einen neuen Faktenstand interessieren. Man nennt das übrigens Forschung (ganz klassisch nach Popper) oder Erkenntnisgewinn (ebenso nach Popper). Journalisten wie Herrn Rosenfelder dürfte das mitunter fremd sein.
Die Frage nach einem Studienort ist nicht gleichzusetzen mit der Frage nach Blutwerten, Bankvermögen oder sexueller Präferenz. Es geht hier nicht um den höchstpersönlichen Lebensbereich. Die AfD hat hochschulpolitische Positionen in ihrem Parteiprogramm (die ich allesamt unterstützenswert finde). Herr Siegmund kandidiert für das höchste Amt in einem Bundesland. Was hätten Fragen zu seinem Studienabschluss mit „skandalisieren“ zu tun? Das zeigt eher ein grundfalsches Verständnis von journalistischer Investigation auf.
Es haben sich auch keine „Eliten blamiert“. (Nebenfrage: Wer sind die eigentlich noch, die „Eliten“? Friedrich Merz? Mario Voigt? Die Glossisten der Mainstream-Medien?) Wieder wird hier Böses unterstellt. Warum sollte man sich nicht über eine Bachelorarbeit zum Thema Duftmarketing lustig machen können? Ich erinnere mich an eine legendäre Diplomarbeit an der Universität Salzburg: „Harry-Potter-Leseverhalten in Bad Ischl.“ Oder an der Universität Klagenfurt: Eine Cultural-Studies-Studie zum Surfbrettverleih auf Bali. Legendär war auch eine (übrigens plagiierte) Diplomarbeit darüber, dass einige Kinder die erste Folge von „Wickie und die starken Männer“ sahen und das „lustig und spannend“ fanden (so der Erkenntnisgewinn). Alles geschehen an staatlichen Universitäten, also von uns allen bezahlt. Eine Arbeit über Duftmarketing kann genial oder Durchschnitt oder Schrott sein – wir wissen es nicht.
Wir wissen nicht, ob Herr Siegmund eine Schmalspur-Arbeit in einem Schmalspur-Studium abgeliefert hat. Es kann auch sein, dass er als nicht akademisch Sozialisierter aus Neugierde und Motiven des Wissenserwerbs selbst finanziert studiert hat und sein Bestes gegeben hat. Auch hier: Soll es noch geben.
Nicht jeder, der studiert, tut das mit der Konrad-Adenauer- oder Heinrich-Böll-Stiftung im Rücken.
Es ist also schlichtweg Dummheit, über Sachverhalte zu urteilen, die man nicht kennt. „Blamage“ unterstellt, dass man Ulrich Siegmund um jeden Preis schaden wollte.
Tatsächlich wollten sehr viele Menschen Ulrich Siegmund um jeden Preis schaden. In den sozialen Medien, beim politischen Gegner, in der Wikipedia und auch in den Medien.
Vor wenigen Tagen gab es aus heiterem Himmel unzählige Nachrichten, die skandalisierten, dass Ulrich Siegmund „immer noch nicht“ Details zu seinem Studium preisgeben würde, begleitet von wilden Unterstellungen (so einen Studiengang gäbe es gar nicht usw.) und als Tatsachen hingestellte Mutmaßungen. Die verlinkten „Nachweise“ für die angeblich „immer noch nicht“ beantwortete Frage, konkret eine Anfrage auf Abgeordnetenwatch, war da noch keine Woche alt. Das war kein neutrales und berechtigtes Nachfragen, das war der Versuch, Stimmung zu machen und einen Skandal aufzubauen.
Und kaum ist – wenige Tage später – nachgewiesen, dass der Studienabschluss real und alle Angaben korrekt waren, wird nicht etwa zurückgerudert, sondern direkt umgeschwenkt auf die nächste Kampagne, und das exotisch anmutende Thema der Bachelorarbeit wird kritisiert. Ungeachtet dessen, dass es anscheinend relevant genug war, um zu diesem Themen ein Unternehmen zu gründen.
Egal wie man politisch zu Siegmund stehen mag – selbstverständlich war das eine Kampagne, und eine genauso schmutzige wie unberechtigte dazu.
Bitte entschuldigen Sie, ich war ja quasi von Anfang an mit dabei und es war keine „Kampagne“, schon gar nicht eine gesteuerte. Auch die Aufdeckungen bei Brosius-Gersdorf im vergangenen Jahr waren keine „Kampagne“. Auch hier war ich von Anfang an quasi „Mitakteur“.
Dass die Lügenmedien dann das anders framen, habe ich in meinem Blog beschrieben.
Das Framing „zusammengebrochene Kampagne“ ist unzutreffend. Es waren normale Fragen, und Herr Siegmund hat normal geantwortet.
Vielleicht können Sie Realität und Medienrealität unterscheiden.