Ungekennzeichnete KI ist in Windeseile ein Brandbeschleuniger für den völligen Verlust des menschlichen Verstandes geworden

Das alles hat sich alleine in den vergangenen zwei Tagen ereignet:

  • Ich entdecke ein Buch, das vorgeblich kritisch gegenüber KI-Neusprech sein will – und schon das Vorwort des Verfassers stammt ganz offensichtlich selbst ungekennzeichnet aus der KI.
  • Die FAZ zieht einen Beitrag des unseligen Mario Voigt zurück, der aus der KI stammt und mehrere halluzinierte Zitate enthält, aber sich gleichzeitig moralisierend für ein Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ausspricht.
  • Der 67 Jahre alte ehemalige Chefredakteur des Tagesspiegel, Stephan-Andreas Casdorff, enthält im Haus „Schreibverbot“, weil er mehrere Kommentare ungekennzeichnet mit KI generiert haben soll. Warum macht er das? Ein Experiment, Ideenlosigkeit, Respektlosigkeit?

Es sind nur noch radikale performative Widersprüche. Wie heißt es in der „Zauberflöte“? „So ist denn alles Heuchelei!“ Ich ergänze: Ja, haben denn alle den Verstand verloren?

Bei Casdorff im Tagesspiegel waren typische KI-Sätze zu lesen wie: „Toleranz ist kein Zustand, der einmal erreicht und dann dauerhaft gesichert wäre. Sie muss immer wieder eingeübt werden.“ Oder „Wowereits Satz war nicht laut, obwohl er Schlagzeilen machte.“ Bemerkt noch jemand, dass die KI-Texter die wahren „Schwurbler“ sind? Dass hier nur gefällige Platitüden produziert werden? Und fällt noch jemandem auf, dass dieser ganze KI-generierte Wortmüll stets mit einer woken Haltung, meist auch mit einer linken Agenda verknüpft ist?

Zu den Fällen im Einzelnen:

Stephan-Andreas Casdorff, Ex-Chefredakteur und Ex-Herausgeber des Tagesspiegel
(Fallstatus: Von ihm selbst bestätigt)

Ich habe Casdorff am Mittwoch eine E-Mail geschickt mit der Bitte: „Ich ersuche Sie um eine Stellungnahme innerhalb von 48 Stunden ab Lektüre dieser E-Mail, ob Sie für diesen Kommentar KI verwendet haben und wenn ja, welche: https://www.tagesspiegel.de/berlin/25-jahre-coming-out-statement-wowereits-satz-war-ein-schlusselmoment-gesellschaftlicher-veranderung-15675991.htmlDas Mail ging auch an mehrere Journalisten, weil ich davon überzeugt bin, dass das ein neues riesiges Problem für die Glaubwürdigkeit des Journalismus ist und da ganz schnell etwas getan werden muss. Ob das den Druck auf ihn erhöht hat oder man Casdorff durch Journalistenanfragen erst auf die Schliche gekommen ist, weiß ich nicht. Jedenfalls hat mir Casdorff gestern geantwortet: „Für meine Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen.“ Zumindest nun war er ehrlich. – Aber wie dumm ist das eigentlich, zu glauben, dass das niemand merken wird? Was sagt das über sein Bild der Leser aus?

Ex-Prof. und wahrscheinlich auch Ex-Dr. Mario Voigt, Noch-Ministerpräsident von Thüringen (CDU)
(Fallstatus: Von seinem Team bestätigt)

Ein Beitrag in der FAZ, ein Beitrag in der Welt, zwei Holocaustreden und vermutlich noch mehr. Ein intellektueller Totalausfall. – Warum ist Mario Voigt noch im Amt, der offensichtlich der CDU gerade tausende Wählerstimmen kostet? Wohl, weil die Zirkusshow weitergehen muss, um jeden Preis, wie bei Wolfram Weimer. Die CDU befindet sich gerade in der Selbstauflösung. Und die ARD macht bei der Rettung von Mario Voigt mit wie Fernsehen zu den besten DDR-Zeiten, indem sie Voigt als sympathischen Familienvater interviewt und nicht eine einzige kritische Frage stellt.

Mag. Anna Thalhammer, Chefredakteurin des profil und Teilnehmerin der Bilderberger-Konferenz
(Fallstatus: Indizien- und Verdachtslevel auf Basis einer manuellen Analyse, von ihr in Abrede gestellt)

Anna Thalhammer, Chefredakteurin des österreichischen linksliberalen Nachrichtenmagazins profil, hat mir gestern gewhatsappt: „Sie können froh sein, dass ich Sie nicht verklagt habe.“ – Ich denke, dass hier das Problem der Text-Qualitätssicherung überhaupt nicht verstanden wird. Ich habe ja auch Plagiate in Frau Thalhammers Diplomarbeit entdeckt und ebendort zahlreiche Deutschfehler und eine Huldigung des Marxismus.

Mag. Dr. Clemens Pig, Noch-CEO der APA und designierter Generaldirektor des ORF
(Fallstatus: Indizien- und Verdachtslevel auf Basis einer manuellen und maschinellen Analyse, von ihm in Abrede gestellt)

Clemens Pig, der designierte Generaldirektor des ORF, spöttisch auch „Regierungsdirektor“ genannt, drohte bereits via Anwalt (der u.a. auch das DÖW vertritt) mit rechtlichen Schritten wegen meines Vorwurfs der KI-Nutzung. Mittlerweile gibt es jedoch neue Indizien zuhauf.

Wenn wir in Österreich so weit sein sollten, dass ich für die Wahrheit oder auch nur einen empirisch gut begründeten Verdacht verurteilt werde, dann soll es in einem freien demokratischen Land so sein und läuft das Mediengesetz im KI-Zeitalter in die falsche Richtung.

Sogar in seinem Antrittsstatement hat Clemens Pig gestern in 90 Sekunden drei Dreierketten aufgesagt. Eine davon war: „Die Herausforderungen für den ORF sind bekanntermaßen groß, vielfältig und gleichzeitig.“ Kein Mensch würde das so sagen. KI-Nutzung führt zu einem absurden Sprechpuppen-Effekt. Natürlich ist sie immer nur ein Verdacht und nie hundertprozentig beweisbar – außer, die Person gibt sie selbst zu, was Pig wohl niemals tun würde.


Für mich sind all diese Figuren – Casdorff, Voigt, Pig und Thalhammer – hoffentlich letzte Zuckungen eines sterbenden Systems der Heuchelei, das die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland und Österreich nicht mehr haben will.

3 Kommentare zu “Ungekennzeichnete KI ist in Windeseile ein Brandbeschleuniger für den völligen Verlust des menschlichen Verstandes geworden

Neuen Kommentar verfassen

  1. H. Dohm

    KI hat aufgedeckt, dass sich unsere Wissens- und Entscheidungssysteme weithin überlebt hatten bzw. menschliches Handeln im kreativen und evaluierenden Bereich ganz stark relativiert.
    Was Sie hier beschreiben, gab es bereits vor dem KI-Boom en masse, nur eben mit weniger ausgereiften Hilfsmitteln oder mehr menschlichem Input.

    Plagiate haben ihre Brisanz verglichen mit der Guttenplag-Ära einfach eingebüßt. Der Nimbus des Verbalen ist in Zeiten von Content halt hinne.

    Antworten
  2. Martin Nehring

    Sehr guter Beitrag, KI ist bekanntlich ein großes, spannendes und aktuelles Feld.

    Hinzufügen darf ich einen Hinweis auf die wahrscheinlich erste KI-generierte Verfassungsbeschwerde vom 29.5.2026, ein denkwürdiges, bedeutsames und prägendes Datum. Leider blieben elementare Voraussetzungen und rechtliche Grundlagen unbeachtet. Aber dafür ist dem Absender keine Schuld anzulasten. Was kann er schon für die Dummheit der KI?

    P. S.: Dieser Kommentar wurde ganz und gar vorständig ohne Zuhilfenahme einer KI erdacht.

    Antworten
  3. Joe Taferner

    Der Verlust des Verstandes dürfte bei den meisten Politikern keine Rolle spielen. Was man nicht hat, kann man nicht verlieren!

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar!

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die maximale Dateigröße für den Upload: 20 MB. Sie können hochladen: Bilddatei, Audiodateien. Links zu YouTube, Facebook, Twitter und anderen Dienstanbietern werden automatisch eingebunden. Dateien hierhin ziehen

Abschicken des Kommentars auch ohne Anhang möglich.
Von der Blog-Software akzeptierte Anhang-Dateiformate: .jpg, .jpeg, .gif, .png
Maximale Anhanggröße: Mehrere Dateien möglich, insgesamt 20 MB
In den Text integrierte Weblinks werden automatisch verlinkt.

Die Datenschutzerklärung für plagiatsgutachten.com finden Sie hier.