Jener KI-Detektor, der Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt überführt hat, findet 87 Prozent KI-generierten Text in Clemens Pigs ORF-Bewerbung

Selbstverständlich sind alle KI-Detektoren noch mit Vorsicht zu genießen. Aber Pangram gilt in allen Software-Tests als die bislang verlässlichste Lösung. Pangram kam auch zum Einsatz, als weitere ungekennzeichnete KI-Textpassagen, ja sogar Doubletten innerhalb der KI-Texte (übrigens auch wie bei Pig!) in Reden des Thüringer CDU-Ministerpräsidenten und Serienplagiators Mario Voigt entdeckt wurden. Voigt schreckte ja, wie heute bekannt wurde, nicht einmal davor zurück, KI-Elemente auch für eine Gedenkrede im KZ Buchenwald zu verwenden und sich dabei selbst zu wiederholen.

Lässt man die 129 Seiten ORF-Bewerbung von Clemens Pig durch Pangram laufen, sagt der KI-Detektor: „87% of this text is AI-generated.“

Und: „We believe that this document is mainly AI-generated, with some AI-assisted and human-written content.“


Herr Mag. Dr. Clemens Pig (seine Diplomarbeit und seine Doktorarbeit habe ich natürlich bestellt!) will die Sache mit mir nun offenbar durchjudizieren. Das kann er machen, denn dann wird in Österreich endlich ein Präzedenzfall geschaffen werden, ob der Vorwurf des KI-Verdachts bei sowohl durch Software als auch durch manuelle stilometrische Analysen ermittelten Indikatoren zulässig ist oder nicht. In Deutschland gab es jüngst dazu bereits einige Urteile. Um Herrn Pig die Entscheidung zu erleichtern, mit mir prozessieren zu wollen oder nicht, hier noch einmal ein Best-Of seiner Sätze unter dem Motto „Smells like AI“ (Analyse aus Zeitgründen nur der ersten 20 Seiten):

ORF als Schweizer Messer des Medienstandortes

Er ist digital, aber nicht beliebig.

Der ORF erlangt jetzt Erneuerung mit Vertrauen und Vision. Diese Formulierung ist bewusst gewählt.

Der ORF braucht keine Pose der Revolution, aber auch keine Fortsetzung des Gewohnten.

Nachrichtenarbeit ist dort am besten, wo sie nicht aus Pose besteht.

Der ORF muss nicht kleiner gedacht werden, sondern klarer.

Eine Organisation darf groß sein. Sie darf aber nicht unklar sein.

Ich verstehe Führung nicht als tägliche Lautstärke.

Es braucht ein klares Bild des Auftrags, eine nüchterne Diagnose und eine Umsetzung, die nicht nach drei Monaten in Projektfolien stecken bleibt.

Unabhängigkeit ohne Vertrauen wird defensiv. Vertrauen ohne Veränderung wird sentimental. Veränderung ohne Unabhängigkeit wird gefährlich.

Journalistinnen, Moderatoren, Produzentinnen, Techniker, Juristinnen, Entwickler, Controller, Kameraleute, Cutter, Disponentinnen, Korrespondenten, Landesstudio-Teams.
[Anm. S.W.: Ein Mensch hätte entweder alle genderfähigen Wörter gegendert oder keine.]


Hier hingegen ein Satz, der von Pig selbst stammt (laut Software also aus den restlichen 13 Prozent der Bewerbung):

Erster Fehler schon im allerersten Satz: Die Funktionsperiode beginnt nicht „ab“ 1. Jänner, denn dann würde sie ja jeden Tag von Neuem beginnen. Sie beginnt vielmehr „am“ 1. Jänner. Das Wort „Jänner“ statt Januar weist auf Pig als Texter hin.


Anmerkung: Die Investigation in der Causa Clemens Pig fand ehrenamtlich statt. Es gab keinen Auftraggeber. Ich hatte hier keine Einnahmen, sondern nur Ausgaben. Aber es ist die Neugierde, es ist die Wissenschaft, die mich antreibt. Diese Neugierde will mir das System seit Jahren nehmen. Aber es gelingt ihm nicht, weder der ÖVP noch der SPÖ.

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