Nur wenige Tage, nachdem der Thüringer CDU-Ministerpräsident und Serienplagiator Mario Voigt der ungekennzeichneten KI-Nutzung bei zumindest zwei Holocaust-Reden überführt wurde, steht ein für die Glaubwürdigkeit des Mainstream-Journalismus viel dramatischerer Verdacht im Raum: KI-typische Stilelemente finden sich aggregiert in einem Holocaust-Kommentar des neuen Chefredakteurs der Neuen Zürcher Zeitung Deutschland, Florian Eder, der seit Jahresbeginn im Amt ist.
Ich sage gleich vorweg, dass sich zahlreiche KI-typische Stilelemente auch in weiteren Kommentaren von Florian Eder in der NZZ befinden. – Hier zunächst die schon aus anderen Fällen bekannte Stilanalyse des Holocaust-Kommentars (19 Antithesen und vier Trikola bei 811 Wörtern; Schweizer „ss“-Schreibung hier belassen):
Antithesen
Israel ist kein theoretischer, sondern ein existenzieller Ort.
Diese Diskrepanz ist kein theoretisches Problem.
Sonst bleibt ein Ritual, das beruhigt, aber nicht schützt.
Entscheidend ist dabei nicht der Ton der Kritik, sondern das, was aus ihr folgt.
Die Frage ist nicht, ob man Israels Politik kritisieren darf – sondern ob man bereit ist, die Konsequenzen zu verantworten…
Das ist kein Randphänomen. Es ist der Rahmen, in dem sich Jüdinnen und Juden heute bewegen.
… weniger wie eine Realität als wie ein frommer Wunsch.
„Nie wieder“ ist eine moralische Verpflichtung – aber keine Garantie für jüdische Sicherheit in der Gegenwart.
Für viele Jüdinnen und Juden ist dieses sichere Leben jedoch keine Gewissheit, sondern Hoffnung.
Erben etwa misst Sicherheit nicht an Absichtserklärungen, sondern an der Frage, wer im Ernstfall schützt…
Die Antwort lautet nicht: wohlmeinende Reden oder ritualisierte Betroffenheit. Sie lautet: Gemeinschaft, Souveränität – und im Zweifel die Fähigkeit zur Selbstverteidigung.
Wer sich auf die Perspektive der Überlebenden einlässt, darf sich nicht mit Erinnerung an die ermordeten Juden zufriedengeben. Entscheidend ist die Frage, wer die lebenden Juden heute schützt.
Diese Erkenntnis ist unbequem, aber sie ist der Massstab, an dem sich deutsche Verantwortung messen lassen muss.
Sicherheit hingegen, die von Empathie einer Mehrheitsgesellschaft abhängt, ist keine verlässliche Grösse.
… nicht aus situativer Vorsicht, sondern als Dauerzustand.
An diesem Punkt geht es beim Satz „Nie wieder“ nicht mehr allein darum, sich an die Greueltaten der Nationalsozialisten zu erinnern, sondern auch um die Frage, was daraus folgt.
Aus Sicht vieler Holocaust-Überlebender ist der jüdische Staat kein Symbol und kein Mittel zur Selbstvergewisserung, auch keine religiöse Utopie. Er ist entstanden aus der Erfahrung, dass Nachbarn wegschauten, Institutionen Rechte nicht sicherten und Sicherheitsbehörden jüdisches Leben nicht schützten.
Insofern ist Israel nicht die Verheissung des Guten, sondern die Antwort auf eine reale Bedrohung.
In akademischen Debatten wird Israel heute häufig mit Begriffen belegt, die seine Existenz erklären, aber nicht mehr begründen.
Trikola
kein Symbol und kein Mittel zur Selbstvergewisserung, auch keine religiöse Utopie
Er ist entstanden aus der Erfahrung, dass Nachbarn wegschauten, Institutionen Rechte nicht sicherten und Sicherheitsbehörden jüdisches Leben nicht schützten.
Antisemitische Parolen auf den Strassen, aggressiver Aktivismus an Universitäten, Absperrungen und Polizei vor jüdischen Einrichtungen
Gemeinschaft, Souveränität – und im Zweifel die Fähigkeit zur Selbstverteidigung
Spannend wird, ob man sich nun wegducken wird – oder ob Florian Eder seinen Posten räumen muss. Vor nur zwei Wochen griff die NZZ bei einer moralisch ähnlich gelagerten Plagiatsaffäre hart durch. Nun hat das renommierte Qualitätsblatt die nächste, viel dramatischere Affäre am Hals, denn insbesondere Chefredakteure, auch regionale, müssen ein Vorbild und absolut sauber sein.
Hier das Ergebnis von Pangram (nur zur Unterstützung des für den menschlichen Leser Evidenten):

Um den Anfordernissen für eine zulässige Verdachtsberichterstattung Genüge zu tun, zitiere ich hier die NZZ nach Inside Paradeplatz:
„Die Behauptung, Florian Eder lasse seine Kommentare von KI verfassen, trifft nicht zu“, wirft sich die NZZ-Zentrale in Zürich in Person der Sprecherin für den deutschen Chef ins Getümmel.
Wen juckt’s?
Sie müssen noch sehr viel lernen, Weber.