Schlagwort-Archiv: Transparenz

Anfragebeantwortung des BfR ist eingetroffen: Sind Behördenberichte „plagiatsfähig“?

Die Beantwortung meiner vier Fragen an das BfR ist eingetroffen und wurde vom BfR selbst auch online unter der etwas versteckten Rubrik „AKTUELLE MITTEILUNGEN“ veröffentlicht. Ich begrüße nachdrücklich einen konstruktiven Dialog in der Causa. Dass das BfR mir mangelnde Recherche und ähnliche Verfehlungen vorwirft, ist in Anbetracht meiner diesen Vorwürfen vorausgehenden Anschuldigungen geschenkt. […]

Nach dem Glyphosat-Plagiat weiter keine Antworten auf konkrete Fragen: Was hat das BfR zu verschweigen?

Nun ist also ‚die Katze aus dem Sack‘. Der Prüfbericht, an dem Helmut Burtscher-Schaden und ich, unterstützt durch ein kleines Profi-Team, über mehrere Wochen tage- und auch nächtelang gearbeitet haben, ist heute im EU-Parlament in Straßburg den anwesenden 22 JournalistInnen vorgestellt worden. Als erste haben, gleich nach dem Termin, Addendum und Le Monde über die neuen Vorwürfe berichtet. […]

Robert Menasse im Interview: „Ja, ich bin ein Blender!“ – Einige Bemerkungen zu Fake-Zitaten aus aktuellem Anlass

Das Zitat in der Überschrift ist ein Fake-Zitat. Ist es, etwa unter Berufung auf Paul Feyerabends postmodernistisches Credo vom „Anything goes“, „erlaubt“? Man muss da etwas genauer hinschauen.

Der Schriftsteller Robert Menasse hat also zumindest drei Zitate des 1982 verstorbenen CDU-Politikers Walter Hallstein frei erfunden. Bekannt sind die Vorwürfe bereits seit Oktober 2017, aber niemand hat damals die Fährte aufgenommen. […]

Die Text-Verschwörung oder: Zunehmender Ärger mit nicht beeinflussbaren, (semi-)automatisch generierten Texten im Web

Zehn Jahre nach „Das Google-Copy-Paste-Syndrom“ schreibe ich derzeit mein neues Buch zu Automated Content. Ein unglaubliches Thema, das mittlerweile weit über Social Bots und journalistische „Schreibroboter“ hinausreicht.

Für mein Buch suche ich nach Unternehmen und Privatpersonen, die sich über mutmaßlich (semi-)automatisch generierte Texte im Web ärgern. […]

Fehler im System: Warum sind viele Habilitationsschriften der Öffentlichkeit nicht zugänglich?

Bachelorarbeiten sind nicht in Bibliotheken abgabepflichtig, sie werden meist nicht einmal von den Universitäten und ihren Instituten gesammelt. Diplom- und Masterarbeiten sind in Österreich in Bibliotheken abgabepflichtig, in Deutschland hingegen nicht. In Deutschland ist es deshalb auch fast immer unmöglich, einen Diplom- oder Magistertitel auf Echtheit zu überprüfen. […]

Neue Baustelle: Wie verlässlich und methodisch einwandfrei sind in Österreich Gutachten von Gerichtssachverständigen?

Die Urteile von allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen, ja mehr noch von Amtssachverständigen, spielen häufig eine große Rolle vor Gericht und bei Behörden: Sie entscheiden schlichtweg über die Zukunft und allenfalls das Glück oder Unglück von Menschen und insbesondere von Familien – etwa, wenn es um Fragen der Abschiebung oder um Obsorgeverfahren geht. […]

Wo kommen die Sätze her? Plagiatsprüfung des neuen österreichischen Regierungsprogramms

Das erfreut hoffentlich nicht nur den Plagiatsgutachter: Im Programm der neuen österreichischen Bundesregierung findet sich im Abschnitt „Maßnahmen“ des Unterkapitels „Wissenschaft“ als dritter Punkt: „Weitere Maßnahmen gegen ‚Ghostwriting‘, Plagiate und Datenfälschung“ (S. 70).

Nun, Plagiate gibt es nicht nur in der Wissenschaft: Man denke an Produktplagiate in der Wirtschaft, an plagiierte Predigten in der Kirche, an abgekupferte Reden von Politikern und an immer wieder aktuelle Plagiatsvorwürfe in der Kunst. […]

Kann ein Behörden-Bewertungsbericht Plagiate enthalten? Am Beispiel Monsanto & Glyphosat-Wiederzulassung in der EU

+++ Sie finden hier mein Gutachten in deutscher und hier in englischer Sprache. Alle Vergleichsdokumente hat „Global 2000“ hier veröffentlicht. +++

Am Samstag, dem 23.09.2017 erhielt ich eine Anfrage von „Global 2000“, bei der es einmal nicht um die üblichen Verdächtigen – sprich vermutete Dissertationsplagiate – ging. […]

Veröffentlichung oder Geheimhaltung von Plagiaten und Titelaberkennungen? Zur überholten „Amtsverschwiegenheit“ in Österreich

Als der deutschen Ex-Bildungsministerin Annette Schavan 2013 der Doktorgrad aberkannt wurde, begab sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf, Bruno Bleckmann, nicht nur in die Öffentlichkeit, um den Verfahrensstand mitzuteilen, sondern auch, um forsch das Ergebnis des Verfahrens samt Abstimmungsdetails vor laufenden Kameras zu verkünden. […]

Online-Petition unterschreiben: Google soll Buchsuche (nicht nur) für Plagiatsdetektion öffnen

Unter dem Titel „Wir fordern von Google Volltexte zum Gratis-Downloaden! Schluss mit dem Bücher-Monopol!“ habe ich heute eine Online-Petition gestartet. Ich hoffe sehr, dass viele diese unterschreiben werden, die das Anliegen mit mir teilen. Ich bitte deshalb zunächst alle Blog-Leserinnen und -Leser um eine effiziente Streuung in den sozialen Medien (in denen ich, ich gestehe es, immer noch ein bisschen nachlässig bin). […]

Nächste Revolution nach Plagiatswikis: Deep-Web-Plagiatssuchmaschine kommt

„‚Wir wenden zurzeit ein Verfahren an, das alle Dissertationen einer Hochschule miteinander vergleicht‘, sagt Plagiatsexpertin Debora Weber-Wulff, Professorin für Informatik an der Hochschule für Technik und Wissenschaft Berlin. 4000 Charité-Promotionen hat das Netzwerk laut Weber-Wulff auf seinen Rechnern gespeichert, die nun erst digital, dann händisch abgeglichen werden sollen. […]

Von Münster nach Berlin: Das Mediziner-Doubletten-Syndrom erfasst nun auch die Charité

Es war ja fast zu erwarten: Der „Flächenbrand“ zu Münster kann auch anderswo entfacht werden. Nun widmet sich VroniPlag Wiki also der Charité. VroniPlag startete die Aufarbeitung mit einer komplett aus einer zwei Jahre älteren Doktorarbeit plagiierten Dissertation. Die absurde Übereinstimmung zeigt sich schon bei den Titeln in der DNB-Datenbank:

„Onkologische Langzeitergebnisse, Inkontinenz und Spätkomplikationen nach transperitonealer laparoskopischer radikaler Prostatektomie ohne Nerverhalt: Follow up von 700 Patienten, operiert in den Jahren 1999-2005 an der Klinik für Urologie der Charité Mitte“ von Anita Lisowski (2010)

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„Onkologische Langzeitergebnisse, Inkontinenz und Spätkomplikationen nach transperitonealer laparoskopischer radikaler Prostatektomie: Follow up von 1000 Patienten, operiert in den Jahren 1999 – 2004 an der Klinik für Urologie der Charité Mitte“ von Ramin Mansour (2008)

Das ist natürlich erneut große Wissenschaftssatire – und gleichzeitig ist es ungemein verstörend, dass solche Dinge auch (gerade?) […]

Plagiatsdetektion und Google-Intelligenz

Inspiriert von der Titelgeschichte über Google im „Spiegel“, Heft 10/2014, denkt Ihr werter Plagiatsgutachter seit Tagen nach längerer Zeit mal wieder nur noch an das Tun und Lassen von „vielen der klügsten Menschen der Welt“ in den sogenannten „geheimen Labors“ in Mountain View. Was geschieht hier? […]

Der Fall Friedman/Grün: Wer schrieb von wem ab, oder gab es eine gemeinsame Festplatte?

Ihr werter Plagiatsgutachter hat seine Dokumentation knapp eine Woche lang schön brav zurückgehalten. Denn der Fall ‚gehörte‘ und ‚gehört‘ meinem wertgeschätzten Kollegen Martin Heidingsfelder, der mich vor genau sieben Tagen von seinen ersten Funden informiert hat. Nun hat Heidingsfelder allerdings selbst gestern auf Twitter eine ominöse Nachricht hinterlassen, und „Erbloggtes“, der irgendwie immer alles auch schon zu wissen scheint, lieferte heute morgen den Weiterdreh. […]

Was haben die deutschen Universitäten eigentlich aus den Plagiatsfällen gelernt? Offenbar nichts!

Ihrem werten Plagiatsgutachter erscheint seine Sache immer wieder wie ein Kampf gegen die Windmühlen. So auch heute, nach einer meines Erachtens verstörenden Mail des für die Selbstkontrolle der Wissenschaft zuständigen Professors der Universität München. Es ist nicht das erste Mal, dass ich auf eine hoffentlich einigermaßen präzise Recherche und den Versuch einer Interpretation einfach keine klare Antwort bekomme, dass Dinge irgendwie entschieden (das heißt in neun von zehn Fällen: abgeschmettert) werden, ohne diese Entscheidungen zu begründen. […]

Die TU Dresden und das (oder ihr?) Plagiatsproblem

„Plagiatsvorwürfe sind bei uns sehr selten“, sagt der ehemalige Rektor und heutige Ombudsmann für die saubere Wissenschaft an der TU Dresden in einem lesenswerten Artikel in der Sachsen-Ausgabe der heutigen „Zeit“. Und der ehemalige Dekan ergänzt, es habe überhaupt nur einen einzigen Fall gegeben, nämlich den „Fall“ Wöller. […]

„Ars Electronica“ als PR-Plattform für CERN

Die „Ars Electronica“ im österreichischen Linz war einmal ein Festival für spannende, teils subversive Kunst und für innovatives, teils gesellschaftskritisches Denken. Ihr werter Plagiatsgutachter wunderte sich schon vor Jahren über die höchst seltsamen Pfade, die dieses dereinst wegweisende Festival seit Ende der neunziger Jahre eingeschlagen hat – und über das große Schweigen dazu in Österreich, wie immer bis auf einige ganz wenige kritische Stimmen. […]

Wollte die Medizinische Universität Wien einen Plagiatsfall vertuschen?

Eine „Forschungsinstitution mit Weltruf“ sei man, heißt es in der Webseiten-Beschreibung der Med-Uni Wien, die Google listet. Da stören offenbar Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten. Aber genau dieser Umgang ist der falsche Weg: Solche Fälle passieren, gerade bei großen Institutionen, und sie sollten transparent behandelt, das heißt publik gemacht werden. […]

Warum keine kollaborative Wiki-Lösung gegen die EHEC-Krise?

GuttenPlag und VroniPlag haben sich bei der raschen kollektiven Aufklärung wissenschaftlichen Fehlverhaltens bewährt. Im Moment hat Deutschland noch viel handfestere Probleme als abschreibende Führungskräfte: EHEC ist (hoffentlich nicht) in aller Munde.
Und ich frage mich gerade, warum es noch kein Wiki für die Bewältigung der EHEC-Krise gibt. […]

Einmal kein Plagiat, einmal Plagiat mit Vorsatz – und zweimal die Frage nach der Transparenz

Die Diplomarbeit des ehemaligen österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser stellt kein Plagiat dar, meldete heute die Universität Klagenfurt, auch unter Berufung auf eine „summarische Prüfung“ (?) der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI). Verdächtige Passagen der Arbeit waren unter anderem in einer österreichischen Tageszeitung als Faksimiles veröffentlicht worden (siehe die „Bilderstrecke“ hier). […]