Schlagwort-Archiv: Copy & Paste

Mit drei Seiten Ko-Autorschaft zum Doktorat: Kürzeste Dissertation der Welt an der Uni Münster aufgetaucht

Sie wollen einen Text, etwa eine Doktorarbeit, auf Plagiat überprüfen lassen? Mail an weber@plagiatsgutachten.de


Wie Kollegin Debora Weber-Wulff in einem Leser-Kommentar im „Causa-Schavan“-Blog berichtet, wurden an der Universität Münster offenbar nicht nur medizinische Doktorarbeiten in Serie (teil-)plagiiert. Es ist nun auch die wahrscheinlich kürzeste Doktorarbeit der Welt aufgetaucht. […]

„Team Wallraff“ sollte sich die Münsteraner Plagiatsschmiede ansehen

Schon elf partiell bis nahezu komplett plagiierte Dissertationen an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster – und es werden wohl noch mehr werden. Dass unterschiedliche Betreuer in den neuen Plagiatsskandal involviert sind, weist meiner Erfahrung nach nicht auf eine Verschwörung einer Gruppe von Münsteraner Professoren hin, sondern eher auf die Tatsache, dass das Plagiat in der Medizin offenbar noch weiter verbreitet ist als in den Geistes- und Sozialwissenschaften. […]

Nächster Wikipedia-Textklau, nächste Dissertationsdoublette – alles wie vor Jahren. Oder?

Der „Plagiatsjäger“ gehört ja zu den paradoxen Berufen: Sein Ziel ist es, dass es ihn nicht mehr geben muss. Aber irgendwie scheint es sich mit dem akademischen Plagiarismus wie mit kriminellen Delikten zu verhalten: Sie sind systemimmanent. Da plagiiert ein Ko-Autor seiten- und kapitelweise aus Wikipedia und zumindest einer weiteren Quelle, und der betroffene C. […]

„Was bin ich?“ „Plagiatsjäger!“ – Skizze einer neuen Zunft

Die typische (Hand-)Bewegung bei Robert Lembke wäre gewesen: Das unentwegte Hin- und Herblicken von einem Monitor auf den anderen, das Bedienen eines Scanners oder das Drücken von „Strg“ + „C“ und „Strg“ + „V“ (das unsereins, ganz ähnlich wie die Copy & Paste-Plagiatoren, bei der Gutachtenerstellung auch häufig machen muss). […]

Plagiatsforschung und -begutachtung: Kleines Update vor der Sommerpause 2013

* Das nächste Buch Ihres werten Plagiatsgutachters wird den Titel „Plagiatsforschung. Eine Herausforderung für die Wissenschaft“ tragen. Es wird 2014 bei einem renommierten deutschen Verlagshaus erscheinen, nähere Informationen folgen im Herbst. Zielgruppe sind primär Lehrende an Schulen und Hochschulen. Ein Buch zum Thema „Richtig Zitieren – Nicht Plagiieren“ mit der Zielgruppe der Schüler und Studenten wird als nächstes in Angriff genommen werden. […]

Plagiatsfälle Stoiber, Fiala und Moeder: Wie die Uni Innsbruck und die ETH Zürich ehrliche Absolventen verhöhnen

Langsam fragt man sich: Wie verlogen und korrupt ist das Wissenschaftssystem in Deutschland, Österreich und der Schweiz eigentlich, wenn eine Handvoll mehrheitlich anonymer Wissenschaftler in einem Wiki einen glasklaren Plagiatsfall nach dem anderen dokumentiert, die betroffenen Universitäten und Hochschulen mit zunehmender quantitativer Brisanz der Untaten aber auf noble Zurückhaltung, Ignoranz oder sogar bewusstes Lügen machen? […]

Plagiatsfall in der Schweiz weitet sich aus: Noch viel mehr abgeschrieben

Nun hat also auch die Schweiz ihren ersten „richtigen“ Politiker-Plagiatsfall. Interessant ist, dass die Vorwürfe diesmal zunächst nicht in einem Blog, einem Wiki oder von den Massenmedien schwarz auf weiß publiziert wurden. Da muss man erst einmal vorsichtig sein. Umso größer war mein Erstaunen, als ich nach nur zwei Minuten Beschäftigung mit der inkriminierten Arbeit die nächste schwere Plagiatsstelle fand. […]

Autorschafts-, Zitats- und Plagiatsforschung: Skizze eines neuen Forschungsfelds

Es ist schon rätselhaft: Alle sagen, das muss nun erforscht werden, aber niemand geht es an. Ich habe deshalb nun selbst mit zwei am Thema interessierten Kollegen einen Forschungskatalog bzw. eine Aufgabenliste erstellt. Wir möchten in naher Zukunft zumindest einige dieser Punkte abarbeiten. Zunächst stehen ein Forschungsprojektantrag (Kooperation in Österreich) und ein Buchprojekt in Deutschland („Handbuch des Zitierens“) auf der Tagesordnung. […]

Neue Auswüchse einer „Textkultur ohne Hirn“ in Wirtschaft und Politik

Wozu noch selbst texten? Die „McDonaldisierung“ der Gesellschaft hat längst auch unsere Textkultur erfasst. Kritiker wie ich und einige andere Blogger sehen einen Trend zur zunehmenden Verlogenheit der Gesellschaft, zur zunehmenden Austauschbarkeit, wenn nicht gar Überflüssigkeit des Gesagten. Sprachphilosophisch gesprochen: Es werden eben nicht nur die Satzinhalte („Kommunikationsbotschaften“), sondern die Aussagesätze selbst recycelt. […]

Können Unternehmen noch selber texten? Problemfeld „Selbstdarstellungs-Plagiarismus“

Eine Salzburger Forschungsgesellschaft schreibt auf ihrer Webseite:

„Die Freiheit der Wissenschaft ist ein hohes Gut. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwächst daraus eine große Verantwortung. Die Research Studios Austria Forschungsgesellschaft nimmt diese Verantwortung wahr, auch und gerade im Dialog mit der Öffentlichkeit.“

Quelle: http://www.researchstudio.at/innovationspipeline

Das steht so auch bei der Max-Planck-Gesellschaft, allerdings im bundesdeutschen Kontext um einen Halbsatz angereichert:

„Die Freiheit der Wissenschaft ist ein hohes Gut – in der Bundesrepublik Deutschland ist die Forschungsfreiheit daher im Grundgesetz verankert. […]

Kindle-Copy-Paste

Deborah L. Salivar-Keene (vielleicht ist das ein Anagramm? Dann bitte um Hilfe!) ist eine fleißige Autorin. 53 Bücher von ihr über Gott und die Welt und von Piaget bis zur Marketingtheorie gibt es auf amazon.de derzeit für den Kindle. Für rund acht Euro pro „Buch“ gibt es abendfüllende zwei bis acht Seiten zu erscrollen. […]

Ideal für Copy-Paste: Heiße-Luft-Neusprech

Ihr werter Plagiatsgutachter hatte unlängst nichts Besseres zu tun, als sich für die Headhunter-Branche zu interessieren. Er fand ein Unternehmen, und er las auf dessen Website den folgenden schönen Satz (ohne Anführungszeichen):

„Der Mehrwert aus unserer Beratungsarbeit sind, neben messbaren und gewinnwirksamen Ergebnissen, qualitative Verbesserungen durch effiziente Organisationsstrukturen und Prozesse und ein Controlling über die Projektarbeit hinaus.“ […]

Der Wikinepp in Uni-Bibliotheken geht munter weiter

Die taz widmet sich einem neuen/alten Thema, auf das unter anderem auch in diesem Blog erstmals hingewiesen wurde: den dubiosen Verlagspraxen von VDM. Geschäftsidee des Verlegers ist es, möglichst viele Books-on-Demand anzubieten, wobei in einigen VDM-Subverlagen ausnahmslos Wikipedia-Artikel auf mitunter beliebig anmutende und unredigierte Weise kompiliert werden – und das für teures Geld. […]

Sehr gut! Wieder ein „Doktor Decorus“ in Deutschland weniger

Die Universität Tübingen hat heute mitgeteilt, dass Matthias Pröfrock der Doktorgrad entzogen wurde. Interessant ist dabei die Formulierung in der Pressemitteilung, der Promotionsausschuss „geht aufgrund der Schilderungen des Betroffenen zu seiner Arbeitsweise bei der Abfassung der Dissertation davon aus, dass die Übernahme der fremden Texte jedenfalls grob fahrlässig erfolgte“. […]

SE-Arbeiten aus „Fälschung, Betrug und Plagiat in Wissenschaft und Kunst“

Ich freue mich, eine erste Auswahl von Seminararbeiten aus meinem einschlägigen Seminar in diesem Sommersemester hier publizieren zu können (Universität für angewandte Kunst Wien, Fachbereich Medientheorie).

Ludwig Hammel und Joseph Knierzinger:
Plagiat und Wirklichkeit

Alexander Korab:
Der Tisch, der in der Ecke steht… Mitterers Non-Dualismus, Schrödingers Quantenmechanik sowie eine kritische Position gegenüber der infiniten Wahrheitssuche und weiteren wissenschaftlichen Fortschritten im Dienste des Kapitalismus. […]

Unglaubliche Enthüllungen auf VroniPlag: Des Politikers Textkultur ohne Hirn


Quelle: VroniPlag

Ich bin immer wieder fassungslos, was das Team von VroniPlag alles zu Tage fördert. Man sehe sich nur die abgebildete Seite 23 in der Dissertation des FDP-Politikers Chatzimarkakis an. Warum erstellte er wie so eine Textschnipsel-Collage mit den Anschein eigener Durchdringung? Zum „Warum“: So etwas entsteht aus Überforderung oder Unterforderung. […]

Die Cultural Studies und das Copy-Paste-Syndrom

Ein totgeglaubtes Thema kehrt zurück. Prof. Lothar Mikos mag keine Plagiats-Wikis. – Wer ist Lothar Mikos? Nähere Informationen finden sich auf seiner optisch wie inhaltlich sensationellen Webseite. Ich glaube, er gehört im weiteren Sinne den so genannten „Cultural Studies“ an. Der Name tauchte für mich das erste Mal auf, als Lothar Mikos externer Erstbegutachter einer Diplomarbeit wurde, die von der Klagenfurter gekündigten Assistentin und Plagiatorin von „Wickie und die starken Männer“ verfasst wurde. […]

Ein denkwürdiger Tag

Sollten wir am 11. Mai fortan den „Tag der wissenschaftlichen Redlichkeit“ feiern? Heute morgen kam die Nachricht, dass die Universität Konstanz Veronica Saß den Doktortitel aberkannt hat. Am Vormittag folgte der Endbericht zu Guttenberg: Er findet klare Worte zu Guttenbergs unermesslichem Fake, aber leider keine klaren Worte zu Häberle und Streinz und deren Netzkompetenz anno 2006. […]

Fünf-Jahres-Jubiläum: Plagiate statt Ostereier suchen


Noch kein Wiki, aber immerhin Wickie: Akademischer Plagiatsfall anno 2006 im Netz

Es war Ostern 2006, als eine Kollegin und ich erstmals die Idee hatten, das Ausmaß eines akademischen Plagiatsfalls im Netz zu dokumentieren und zu diskutieren. Dieses Faktums gedenken wir heute fast ein wenig nostalgisch ;-). […]

Fall Guttenberg: Data Mining als nächster Schritt nach dem kollektiven Ergoogeln?

Der Stellungnahme auf GuttenPlag-Wiki ist völlig rechtzugeben: Guttenberg hat „bei der Ankündigung seines Rücktritts [erneut] keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden“. Wir wissen immer noch nicht die ganze Wahrheit.
Das brachte mich heute auf die Idee, dass das kollektive Ergoogeln der Arbeit (und eventuell der darauf folgende Abgleich mit nur offline verfügbarer Literatur) vielleicht nur der erste Schritt sein könnte, um die ganze Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. […]

Professur auch nach plagiierter Diplomarbeit und widerrufenem Grad?

Was soll diese Überschrift denn? So was gibt es in Deutschland doch nicht, oder? Nein, ist auch auf Spiegel-Online zu lesen, na Gott sei Dank:

„Nach einem Fehlverhalten wie bei Guttenberg käme niemand mehr an ‚verantwortliche Positionen in der Wissenschaft, eine Karriere wäre ausgeschlossen‘.“

So beschreibt Ernst-Ludwig Winnacker, ehemaliger Präsident der DFG, die offenbar stets funktionierenden Selbstreinigungskräfte der Wissenschaft auf Spiegel-Online. […]

Und noch ’n Guttenberg-Plagiat… Aber wer hat diesmal von wem abgeschrieben?


Aus der Webseite von Herrn Guttenberg


Aus der Webseite von Herrn Thering (auch CDU, allerdings Hamburg)

Doktorarbeiten mit Höchstnote entpuppen sich als jenseitig plumpe Internetcollagen mit minimaler „Editierarbeit“, die gegen alle Regeln des wissenschaftlichen Handwerks verstoßen. Und nun auch das noch: Plagiate (auch im nicht-wissenschaftlichen Kontext gibt es Plagiatsbegriffe!) […]

Schon mehr als 500 Wikinepp-Bücher in Bibliotheken

Der Karlsruher Virtuelle Katalog verrät, dass sich schon mehr als 500 Bücher mit plump aus der Wikipedia kopierten Inhalten in deutschsprachigen Bibliotheken befinden – vorwiegend in Universitätsbibliotheken. 360 davon sind derzeit alleine in Deutschland erfasst. Dieses Ergebnis erhält man, wenn man nach Verlagen wie „Alphascript“, „Betascript“, „Fastbook“ und „Books LLC“ sucht. […]

Eine Warnung: Bücher mit kopierten Wikipedia-Artikeln nun auch in Uni-Bibliotheken

Welches Signal geben Bibliotheken Studierenden und Schülern, wenn sich Bücher mit unredigierten kopierten Wikipedia-Inhalten nun auch schon in deren Regalen befinden? VDM Publishing ist (neben Books LLC, der bereits wiederholt Thema in diesem Blog war) so ein Verlag, der unter den Namen Alphascript, Betascript oder Fastbook Publishing ausnahmslos Textkopien aus der Wikipedia als E-Books herstellt. […]