Schlagwort-Archiv: Annette Schavan

Der Plagiatsfall ist noch viel größer als gedacht: Mario Voigt und die Thüringer CDU haben der Bevölkerung jahrelang die Unwahrheit gesagt

Mario Voigt, Thüringens Ministerpräsident von der CDU, kämpft um sein politisches Überleben. Wie macht er das? Indem er der Bevölkerung die Unwahrheit sagt. Mehrfach. Zunächst, 2024, hieß es, seine Doktorarbeit sei völlig in Ordnung, es gebe überhaupt keine Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten – dies habe ein Experte (mit CDU-Parteibuch) festgestellt. […]

Novelle des Universitätsgesetzes: Österreich plant studienrechtliche Verjährung von Plagiaten nach 30 Jahren

Laut der bevorstehenden Novelle des Universitätsgesetzes (UG 2002) sollen an österreichischen Universitäten Plagiate nach 30 Jahren studienrechtlich verjähren. Das berichteten ORF und Austria Presse Agentur (APA) gestern, die auch weitere Details zur Anhebung der Zahl sogenannter „prüfungsaktiver Studierender“ aus dem Gesetzesentwurf durchsickern ließen. Die Novelle des Universitätsgesetzes kommt Anfang November in die sechswöchige öffentliche Begutachtung. […]

Veröffentlichung oder Geheimhaltung von Plagiaten und Titelaberkennungen? Zur überholten „Amtsverschwiegenheit“ in Österreich

Als der deutschen Ex-Bildungsministerin Annette Schavan 2013 der Doktorgrad aberkannt wurde, begab sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf, Bruno Bleckmann, nicht nur in die Öffentlichkeit, um den Verfahrensstand mitzuteilen, sondern auch, um forsch das Ergebnis des Verfahrens samt Abstimmungsdetails vor laufenden Kameras zu verkünden. […]

Wegweisendes Schavan-Urteil nun online nachzulesen

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf in der Causa Schavan ist nun im Volltext online nachzulesen. Es ist in vielerlei Hinsicht wegweisend. Klar ist: Viele Universitäten hielten und halten sich in keiner Weise an das, was hier geschrieben steht. Da das Verwaltungsgericht der Universität Recht gegeben hat, verstoßen zahlreiche andere Universitäten, die ganz anders agieren, mitunter wiederholt gegen herrschendes Recht. […]

Konsequenzen aus dem Fall Schavan

Annette Schavan wird offenbar nicht nur von weiten Teilen der Opposition geliebt, sondern auch von den bundesdeutschen Massenmedien. Jüngere und ältere Journalisten der führenden Blätter kommentieren heute einhellig, dass der Titelentzug „falsch“ bzw. „nicht richtig“ sei oder Schavan „bloß nicht zurücktreten“ solle. […]

Schavan-Update: Juristische Mithilfe gesucht

Einmal an dieser Stelle ein Aufruf zur Mithilfe: Hat jemand meiner Blog-Leserinnen und -Leser dieses Urteil aus dem Jahr 1980 im Volltext? Noch interessanter wäre freilich das diesem Urteil im Instanzenweg vorgängige Urteil des VG Stuttgart vom 10. Februar 1978, Az: V 346/76.

Jüngere Urteile, d. […]

Schavan-Update: Wie waren die wissenschaftlichen Standards vor 1980?

Die Herausforderung im Fall Schavan ist es, die Dissertation nicht auf Grundlage der heutigen Regeln, sondern auf Basis jener Regeln zu beurteilen, die vor 1980 in der bundesdeutschen Erziehungswissenschaft, insbesondere an der Universität Düsseldorf, geherrscht haben. Das macht den Fall auch für Wissenschaftshistoriker spannend. Freilich ist das immer wie ein Indizienprozess: Egal, wie viele Lehrbücher man aus der Zeit vor 1980 zitieren mag, Frau Schavan könnte immer behaupten, diese gar nicht zu kennen oder die Zitierregeln schlichtweg anders oder womöglich gar nicht gelernt zu haben. […]

Endbericht zum Fall Schavan: Täuschungsabsicht ist nachweisbar

Ich empfehle allen an der Thematik Interessierten die genaue Lektüre des Endberichts zur Dissertation von Annette Schavan. Bei oberflächlicher, wohlwollender Interpretation spräche für die Verfasserin (und unsere Welt ist ja oberflächlich geworden und wir neigen zu vorschnellen Urteilen): Inkriminierte Passagen finden sich auf 94 der 333 Textseiten, also auf 28 Prozent. […]

Schavan-Update: Wie eine Forschungsministerin wiederholt Luhmann recycelte

Es ist schon unglaublich: Schavan hat nicht nur wiederholt eindeutig plagiiert, sondern auch immer wieder halb- und viertelsatzweise bei Niklas Luhmann abgeschrieben, und zwar im Umfeld von direkten Zitaten Luhmanns. Das heißt: Auch beim vermeintlich interpretierenden Eigentext betrieb Frau Schavan Wortbrocken-Recycling von Niklas Luhmann. Eine Methode, die vielleicht im Mittelalter möglich war, wenn Gelehrte der Antike wiedergegeben wurden, aber sicher nicht in den achtziger Jahren des 20. […]

Schavan-Update: Vier neue Fundstellen und Quelle Nr. 26

Die Arbeit geht voran, wenn auch langsam und mühsam: schavanplag meldet vier neue Fundstellen (siehe hier, hier und hier) und eine neue Quelle. Ein interessantes Spiel wäre nun, alle weiteren neuen Fragmente nicht zu veröffentlichen und zu schauen, was die Universität „finden“ wird. […]

Update: Schavan bediente sich auch bei Luhmann und Kant

Ich gestehe: Viel Zeit hat mich die Beschäftigung mit der Dissertation von Frau Schavan nicht gekostet, um zwei neue problematische Stellen zu entdecken. Frau Schavan hat in der Tat sauber gearbeitet, aber offenbar nur in einem Punkt: in der fein säuberlichen Trennung von (fast) wörtlich übernommenen Texten, die sie nicht unter Anführungszeichen gesetzt hat und von Texten, die sie unter Anführungszeichen gesetzt hat. […]

Schavan-Update: Aktion „Wer kennt diese Literaturstelle?“

Es gibt in der Arbeit von Frau Schavan mehrere verdächtige Textpassagen, die auf Grund der Elaboriertheit der Wissenschaftsprosa und des demonstrierten Kontextwissens möglicherweise nicht aus ihrer Feder stammen. Eine solche Passage wurde auf VroniPlag bereits publiziert. Ich veröffentliche sie hier erneut mit dem Aufruf: Wer kennt die im Bild unten kursivierte Literaturstelle? […]

Fall Schavan: Neue Darstellungsform der Plagiate und Aufruf zur Mitarbeit

Ein Massenmedium setzt den nächsten Schritt zur Aufklärung des Falls Schavan: Die „Süddeutsche Zeitung“ hat begonnen, erste Plagiatsstellen und die Originale vergleichend darzustellen. Die Verknüpfung von „Barcode“ und Text ist gelungen, allerdings wird man sich bei einer zu erwartenden größeren Anzahl von Plagiaten etwas einfallen lassen müssen. […]

„Person und Gewissen“ oder: Der Fall Guttenberg wird sich wiederholen

Ich hätte es nie im Leben für möglich gehalten, dass es in Deutschland eine Steigerung des Falles Guttenberg geben wird. Doch es gibt sie: in Form einer plagiierenden Ministerin, die für Bildung, Forschung und Wissenschaft zuständig ist. (Was würde Merkel nun sagen? Dieser Widerspruch ist nicht mehr auflösbar.) […]

Entscheidender Fehler von VroniPlag

Viele Universitäten haben wohl darauf gewartet, dass die VroniPlag-Aktivisten genau in diese Falle tappen: Sie bezeichnen eine noch nicht fertig recherchierte Arbeit als „Grenzfall„, machen damit einen bedeutenden ontologischen Fehler und wischen einen völlig zu Recht erhobenen Plagiatsvorwurf vom Tisch. Die Dissertation von Schavan ist aber, wenn man sich nur die Unterlagen auf schavanplag genau ansieht, längst kein „Grenzfall“ mehr. […]

Fall Schavan: Doktorgrad muss aberkannt werden

Mittlerweile habe ich die Textvergleiche zwischen der Dissertation von Frau Schavan und den Originalen akribisch studiert (ich unterstelle nun einmal eine Authentizität der Gesamtdokumentation, nicht zuletzt, da ja auch auf VroniPlag der Fall bereits zum Teil kompiliert wurde). Ich komme im Wesentlichen zu demselben Urteil wie Volker Rieble: Es handelt sich hierbei um Plagiate, die auf eine Arbeitsmethode hinweisen, die eindeutig als wissenschaftliches Fehlverhalten zu bezeichnen ist. […]

Wenn schavanplags Textvergleiche stimmen, dann,…

… ja dann hat auch Frau Annette Schavan abgeschrieben, und zwar auf die bekannt widerwärtige, die Wissenschaft kaputt machende Art und Weise. Dann gehört auch sie zu jenen, die nicht begriffen haben und/oder nie richtig gelernt haben, worum es in der Wissenschaft eigentlich geht. Langsam wird es redundant, ich schreibe es dennoch noch einmal: Es geht darum, dass man Texte einerseits korrekt zitiert und andererseits in eigenen Worten interpretiert – und nicht darum, dass man beides vermengt: dass man nach gesetzten Fußnoten noch ein bisschen vom soeben referenzierten Autor „mit abschreibt“, dass man Belege irgendwo einstreut, aber ganze Absätze leicht umgeschrieben übernimmt usw. […]

Unglaubliche Enthüllungen auf VroniPlag: Des Politikers Textkultur ohne Hirn


Quelle: VroniPlag

Ich bin immer wieder fassungslos, was das Team von VroniPlag alles zu Tage fördert. Man sehe sich nur die abgebildete Seite 23 in der Dissertation des FDP-Politikers Chatzimarkakis an. Warum erstellte er wie so eine Textschnipsel-Collage mit den Anschein eigener Durchdringung? Zum „Warum“: So etwas entsteht aus Überforderung oder Unterforderung. […]

Deutscher Plagiatsskandal: Wann äußert sich Schavan?

Ich war heute auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ich lese dort unter „Hochschulen“ nur von Qualitätspakt, Innovationspotenzial und Exzellenzinitiative. Die PlagWikis zeichnen derzeit ein ganz anderes Bild der Lage, das sehr traurig stimmt: Dissertationen, die offenbar von Betreuern (mittlerweile sind schon sechs Professoren betroffen!) […]