Ist die Dissertation des bundesdeutschen Grünen-Vizekanzlers und Schriftstellers Robert Habeck eine Wissenschaftssimulation?

Um es kurz zu machen: Ja.

Auf dem Klappentext der Buchfassung der Dissertation „Die Natur der Literatur“ (2001) von Robert Habeck ist zu lesen:

Man lese dies ganz genau, wiederholt, gleichsam in Zeitlupe. Sinnerfassend, hermeneutisch. Als habilitierter Medienwissenschaftler, der sich in seiner Dissertation zum Teil mit denselben Theoretikern wie Habeck beschäftigt hat, kann ich Ihnen sagen: Das ist alles Bullshit. […]

Plagiate in weiteren Publikationen von Mario Voigt: Auch zu Hartz IV und Mindesteinkommen hat der Politiker abgeschrieben

Der CDU-Spitzenkandidat von Thüringen und Professor an der Quadriga Hochschule Berlin hat nicht nur in der Buchfassung seiner Dissertation (2008-2010) an zumindest 46 Stellen plagiiert. Wir haben in den vergangenen Tagen zehn Plagiatsfragmente in drei weiteren Veröffentlichungen Voigts gefunden, die zwischen 2004 und 2017 erschienen sind. […]

Massive Qualitätsprobleme an der Universität für angewandte Kunst Wien

Und wieder einmal steht ein ‚weiblicher Führungsstil‘ an österreichischen Hochschulen im Fokus. Diesmal betrifft es die Universität für angewandte Kunst Wien, in Person ihrer offenbar gerne Stacheldraht um den Hals tragenden neuen Rektorin Petra Schaper Rinkel.

Wir hatten bereits ähnliche Meldungen vom Max-Reinhardt-Seminar (mit dem Ergebnis des Rücktritts der Institutsleiterin Maria Happel) und damit auch indirekt von der letztverantwortlichen Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), Ulrike Sych. […]

Plagiatsvorwurf gegen den Professor für Digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule Berlin, Mario Voigt

Ich zitiere aus meiner Plagiatsanzeige an die TU Chemnitz, eingebracht am 14.08.24 (hier geringfügig editiert):

„Sehr geehrter Rektor Prof. Dr. Strohmeier, sehr geehrtes Sekretariat!

Sie finden anbei eine gutachterliche Dokumentation von 46 Plagiaten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!) in der Dissertation von Prof. Dr. Mario Voigt, angenommen vermutlich im Jahr 2008 an der TU Chemnitz. […]

Wie haben Absolventen der Universität Salzburg in der ausklingenden Barockzeit zitiert?

Ich freue mich, von einem Kollegen zu hören, dass diese Arbeit (ehrenamtlich betrieben und daher derzeit nur sehr exemplarisch möglich) ein „Forschungsdesiderat“ sei.

Ich habe mir aus forschender Neugierde 23 Dissertationen an der „alten“ Universität Salzburg angesehen, die in den Fächern Religion, Jus und Philosophie in der Zeit um 1780 eingereicht wurden. […]

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat fast ihre halbe maltesische Dissertation plagiiert

Auf 135 Seiten widmete sich die junge Juristin Roberta Tedesco Triccas (heutige Metsola) dem wohl für eine Dissertation viel zu breiten Thema „Electoral Systems and Electoral Outcomes: A Comparative Study“. Die im Juni 2003 an der Universität Malta eingereichte Arbeit ist fast zur Hälfte plagiiert. […]

Österreich: Land ohne Sachthemen

Wir sind so. – Wie genau?

Wahrscheinlich sind nicht nur wir so. Vielleicht ist die gesamte DACH-Region tendenziell so, vielleicht Mitteleuropa, vielleicht die EU, vielleicht der Mensch an sich, sofern er nicht ums tägliche Überleben kämpfen muss. Aber ich schreibe hier über das Land, in dem ich lebe und arbeite, und gegen einen hierzulande weit verbreiteten Menschentyp, gegen Wesenszüge, mit denen ich seit langem auf Kriegsfuß stehe. […]

Jene steirische Expertin, die für Polaschek die Abschaffung der VWA an Schulen forcierte, hat selbst in ihrer Diplomarbeit plagiiert

Mit dieser Schlagzeile verabschiede ich mich in die Sommerpause. Ich weiß, dass das akademische System in Österreich völlig krank und korrupt ist. Und ich werde das weiter schonungslos aufzeigen und dokumentieren. – Wie kommt jemand dazu, die Forderung nach Abschaffung der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) an Schulen zu erheben, wenn er (in diesem Fall: sie) selbst nicht korrekt zitiert hat? […]

Software-Prototypisierung, Geschichte von Zitat und Plagiat in der Wissenschaft, GWP-Netzwerk: Wir machen das alles ohne Förderungen!

Zuerst, 2022, war da der massive Gegenwind der ÖVP und des österreichischen Wissenschaftsministeriums (BMBWF), das sogar vor Gericht zugegeben hat, alle meine Bestrebungen zur Erforschung der „guten wissenschaftlichen Praxis“ in dem Moment abgewürgt zu haben, in dem ich meinen wahren Plagiatsvorwurf gegen ÖVP-Innenminister Gerhard Karner erhoben hatte. […]

Polascheks „Hochschulrechtspaket 2024“ ist ein erneuter Rohrkrepierer: Neues Gesetz verweist auf Paragrafen, die es noch gar nicht gibt

In Österreich, speziell im Polaschekschen Wissenschaftsministerium, scheint alles möglich zu sein und niemanden juckt es wirklich: Flugs ist das neue Universitätsgesetz (UG) mit seiner völlig widersinnigen „Plagiatsverjährung“ in Kraft getreten – man möchte fast sagen, über das Hintertürl mitten im Semester, nämlich am 30. April 2024. […]

Manipulationsvorwurf gegen SZ-Kommission zur Aufklärung von Plagiaten bei Alexandra Föderl-Schmid

Machen wir es kurz: Der von der Süddeutschen Zeitung in Auftrag gegebene „Kommissionsbericht zur Aufarbeitung der gegen Alexandra Föderl-Schmid erhobenen Vorwürfe“ (PDF-File, 15 Seiten) ist frisiert. Er ist nun selbst ein Fall für eine Prüfung durch eine Kommission – aber diesmal bitte in externem Auftrag, etwa einer Medienbehörde oder einer politischen Partei. […]

Schlagzeile „nicht plagiiert“ durch SZ-Kommissionsbericht nicht gedeckt

Ich beschäftige mich in diesem Blogbeitrag mit der Rhetorik dieses Artikels aus der „Süddeutschen Zeitung“. In meinem Studium bei Peter A. Bruck nannte man das Verfahren, das ich im Folgenden anwende, die Diskursanalyse, und ich hätte etwas hochtrabender nicht von „Rhetorik“, sondern von „diskursiven Strategien“ gesprochen. […]

Vor-Ort-Reportagen, wörtliche Interview-Zitate und sogar Meinungsbeiträge plagiiert: Der „supersaubere Qualitätsjournalismus“ von Alexandra Föderl-Schmid

Alexandra Föderl-Schmid gilt als das Aushängeschild des Qualitätsjournalismus in Österreich. Für Nicht-Österreicher: „[…] Föderl-Schmid ist stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung, von 2007 bis 2017 war sie Chefredakteurin und später Mitherausgeberin der Tageszeitung ‚Der Standard‘ und hat über privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk dissertiert.“ (Quelle: ORF, „Was rettet den Qualitätsjournalismus?“ […]

Alexandra Föderl-Schmid hat an mindestens 157 Stellen ihrer Doktorarbeit plagiiert

Ein 120 Seiten umfassendes Detailgutachten zur 1996 an der Universität Salzburg angenommenen Doktorarbeit der SZ-Journalistin Alexandra Föderl-Schmid, das nunmehr hier im Volltext veröffentlicht wird, weist Plagiate an mindestens 157 Stellen nach.

Barcode Plagiate Dissertation Föderl-Schmid

Die Plagiatsdefinition im Gutachten folgt dabei streng dem DUDEN („Die schriftliche Arbeit“, 1985) sowie einem Lehrbuch für das Fach aus dem Jahr 1991, das am entsprechenden Institut der Universität Salzburg verbindlich war. […]

Soll das „Vgl.“ abgeschafft werden? („GWP-History“, Teil 4)

Ein Leser schreibt in einem Kommentar zu meinem Teil 3 einer Geschichte der guten wissenschaftlichen Praxis, dass die Verpflichtung zum „Vgl.“ das Einfallstor „für die dann in den späten 80er und in den 90er Jahren beginnende Unsauberkeit beim Zitieren“ geboten habe. Das ist ein interessanter Gedankengang: Denn erst mit der Migration des „Vgl.“ […]

Sinngemäßes Zitieren mit „Vgl.“ wahrscheinlich erst seit den 1970er Jahren normiert („GWP-History“, Teil 3)

Seit Jahren interessiert mich die noch ungeschriebene Kulturgeschichte des „Vgl.“ in den Geistes- und Sozialwissenschaften. (Der Verrat am „Vgl.“, der in der amerikanischen Plagiatsforschung mittlerweile „Sham Paraphrasing“ heißt, interessierte mich schon 2006).

In den ersten beiden Teilen meiner kleinen „GWP-History“ (Geschichte der guten wissenschaftlichen Praxis) hier im Blog habe ich mich mit der Entwicklung der Anführungszeichen und des Zitierens mit diesen in der Wissenschaft beschäftigt. […]

Systemproblem: Plagiate auch in der Dissertation des Chefredakteurs des „stern“, Gregor Peter Schmitz

Es wird immer klarer, warum meine Beliebtheitswerte bei gewissen deutschen Journalisten seit kurzem im Sinkflug sind: Mit meiner Methode sehe ich immer mehr Plagiatssünden. Ich glaube langsam, die Plagiatsdetektion wird noch eine „YouToo“- statt „MeToo“-Bewegung in den Mainstream-Medien.

Warum plagiierte der Chefredakteur des „stern“, Gregor Peter Schmitz, in seiner Dissertation „Geschichte per Gesetz?“ […]

Alexandra Föderl-Schmid plagiierte als Chefredakteurin des „Standard“ in einem Kommentar den NZZ-Literaturkritiker Andreas Breitenstein

Der Schweizer Literaturkritiker Andreas Breitenstein rezensierte am 24.03.1993 für die Neue Zürcher Zeitung das Buch „Das Land ohne Eigenschaften“ von Robert Menasse unter anderem mit folgenden Worten:

„Kaum ein Land ist der kritischen Selbstbefragung so hartnäckig aus dem Wege gegangen wie die österreichische Zweite Republik seit dem Zweiten Weltkrieg. […]

Noch schwerwiegendere Vorwürfe gegenüber SZ: Fälschung eines wörtlichen Zitats über die AfD in einer plagiierten Reportage über NS-Kriegsverbrecher?

Die Vorwürfe gegen die derzeit pausierende Vize-Chefedakteurin der „Süddeutschen Zeitung“, Alexandra Föderl-Schmid, werden immer massiver. Neben dem derzeit in bereits 38 Artikeln nachgewiesenen Plagiarismus (in diesem Zwischenbericht waren es noch 25 aus der SZ und einer aus dem „Standard“) kommt nun erstmals der dringende Verdacht einer Zitatfälschung hinzu. […]

Föderl-Schmid: Plagiate selbst in ihrer Rede über das „Begräbnis der Fakten“

Update 23.04.24: Mittlerweile sind alleine in dieser Rede elf Plagiatsfragmente nachgewiesen, davon sieben aus dem „Spektrum der Wissenschaft“.


Im Rahmen der „Montforter Zwischentöne“, eines Festivals der Vorarlberger Stadt Feldkirch, hielt Alexandra Föderl-Schmid am 6. November 2022 eine laut Programm „Totenrede“ mit dem Titel „Das Begräbnis der Fakten“. […]

„Plagiatsverjährung“: Noch mehr Rechtsmurks des BMBWF – und dies auf Wunsch der Universitätenkonferenz!

Der neue „Plagiatsverjährungsparagraf“ ist schon in der Regierungsvorlage ein erneutes Beispiel für ganz schlechte Legistik seitens des BMBWF. Der Murks hört einfach nicht auf.

Der neue § 89 Abs. 2 UG soll lauten:

„(2) Die Aufhebung und Einziehung des Verleihungsbescheides aufgrund eines Plagiats in einer Bachelor-, Diplom- oder Masterarbeit ist nur im Zeitraum von zehn Jahren ab dem Zeitpunkt der Beurteilung der Bachelor-, Diplom- oder Masterarbeit zulässig.“ […]

Leopold Fonck, Universität Innsbruck, dürfte der Vater der modernen wissenschaftlichen Arbeitstechniken sein („GWP-History“, Teil 2)

Man nennt das, glaube ich, Ironie der Geschichte: Vieles spricht dafür, dass die modernen Regeln wissenschaftlichen Arbeitens vor knapp 120 Jahren an der Universität Innsbruck erstmals kompakt verschriftlicht wurden – und damit ausgerechnet an jener Universität, die sich in den vergangenen 20 Jahren durch eine besondere Untätigkeit in Sachen Titelaberkennung bei schwerwiegenden Plagiaten ausgezeichnet hat, in der aber darüber hinaus das Thema Zitieren auch so oft mit Füßen getreten wird. […]

Gänsefüßchen, „Vgl.“ & Co.: Zur Herkunft der wissenschaftlichen Zitierregeln („GWP-History“, Teil 1)

Schon seit Jahren interessiert mich, woher die wissenschaftlichen Zitierregeln eigentlich kommen. Und damit meine ich zunächst heutige kleinste gemeinsame Nenner wie etwa:

  • Wörtliche Zitate werden in doppelte Anführungszeichen gesetzt. Oder:
  • Sinngemäße Zitate müssen an Ort und Stelle mit einer Quellenangabe versehen sein.

(Sofern freilich die Unterscheidung zwischen diesen beiden Zitatarten überhaupt getroffen wird, was in gewissen naturwissenschaftlichen Disziplinen nicht der Fall ist.) […]

„Plagiatsverjährung“ ist Titelentwertung: Wie Blimlinger und Polaschek jedes Bemühen um Qualitätssicherung an Hochschulen zerstören

Da will sich ein System nun vor neuen Aufdeckungen schützen.

Eines der vier Ziele des „Hochschulrechtspakets 2024“ war die „Sicherstellung der höchstmöglichen [sic] Integrität im wissenschaftlichen und künstlerischen Studien-, Lehr- und Forschungsbereich“. Diese „Sicherstellung“ setzt die schwarz-grüne Koalition jetzt mit folgendem Signal um: ‚Wenn Du Deinen Textbetrug länger als zehn Jahre abgesessen hast, kann Dir hierzulande nichts mehr passieren.‘ […]