Schlagwort-Archiv: Stilometrie

KI-Skandal in der NZZ weitet sich aus: Chefredakteur Gujer wusste seit einer Woche vom Vorwurf und hat nichts depubliziert – Zahlreiche weitere Kommentare stark verdächtig

Es ist eine tödliche Geschichte für die Glaubwürdigkeit der Neuen Zürcher Zeitung. Deren Chefredakteur Eric Gujer wusste seit mehr als einer Woche vom dringenden KI-Verdacht bei seinem neuen Kollegen Florian Eder, wie ein E-Mailverkehr belegt. Und Gujer hat nichts depubliziert. Der Verdacht kam auch nicht von irgendwem und er war nicht aus der Luft gegriffen: Der Informant ist selbst Journalist und Akademiker, und er hat alles mit Pangram-Analysen nachgewiesen. […]

Seuche KI bereits viel größer als angenommen? Typische KI-Stilelemente nun auch in einem Gastbeitrag von Plagiator und Medienminister Wolfram Weimer in der Welt gefunden

Es besteht der Tatverdacht, dass der Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos, CDU-nahe) in einem Gastbeitrag in der Welt vom 13. Mai 2026 (Printausgabe 11. Mai) ungekennzeichnete KI verwendet hat.

Hier wieder die typischen Stilelemente, die ein Mensch in dieser Dichte in einem kurzen Text kaum verwenden würde:

Negationen (Antithesen)

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der Aufmerksamkeitsökonomie moderner Plattformen. […]

Jener KI-Detektor, der Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt überführt hat, findet 87 Prozent KI-generierten Text in Clemens Pigs ORF-Bewerbung

Selbstverständlich sind alle KI-Detektoren noch mit Vorsicht zu genießen. Aber Pangram gilt in allen Software-Tests als die bislang verlässlichste Lösung. Pangram kam auch zum Einsatz, als weitere ungekennzeichnete KI-Textpassagen, ja sogar Doubletten innerhalb der KI-Texte (übrigens auch wie bei Pig!) in Reden des Thüringer CDU-Ministerpräsidenten und Serienplagiators Mario Voigt entdeckt wurden. […]

Clemens Pig beschreibt, wie in der Nazizeit die Demokratie gestorben ist, doch gerade diese sensible Darstellung hält einem Fakten-Check nicht stand

Vorweg: Kurz dachte ich mir gestern, das Eis sei gebrochen, die Mauer des Schweigens endlich eingestürzt. Die Kronen Zeitung berichtete online als Top-2-Aufmacher:

Binnen kürzester Zeit wurde bereits heftig kommentiert. Rund 20 Minuten später war der Artikel jedoch verschwunden und kehrte nicht wieder. – Gab es eine Intervention? […]

„Keine Mode, sondern eine notwendige Balance“: Zahlreiche weitere starke Indizien für eine von KI getextete Bewerbung von APA-CEO Clemens Pig für den ORF-Chefposten

Kooperation ist dabei kein romantisches Wort. Sie braucht Regeln.

Das steht auf S. 34 der Bewerbungsunterlage von Clemens Pig für seinen Millionenjob beim ORF von unserem Geld. Hat irgendjemand jemals behauptet, dass „Kooperation“ ein „romantisches Wort“ sei? – „Kooperation“ hätte man hier unter Anführungszeichen setzen müssen, da ja vom Wort die Rede ist und nicht vom durch das Wort beschriebenen Sachverhalt. […]

Hochakademischer Uni-Insider führt seit Jahren einen medialen Feldzug gegen FPÖ und ÖVP: Angriffe gegen Kurz, Nehammer und Kickl

Ich sage schon seit langem, dass anonyme Nutzerpostings (sogenannter „User-Generated Content“) ein ungemein spannendes Forschungsobjekt für die Computerlinguistik und die Textforensik sind. Mit modernen Methoden der – vor allem auch softwarebasierten – Autorschaftserkennung könnte man auch Indizien dafür sammeln, wer möglicherweise hinter einem Profil steckt. Ein Musterbeispiel für die aufstrebende Computational Communication Science wurde mir nunmehr mit der Bitte um Softwareerfassung zugespielt: 1.717 Postings des Nutzers „Fortiter In Re“ im „Standard“ seit August 2007. […]

Checkliste: Woran erkennt man von ChatGPT generierte Texte?

Liebe Blogleserinnen und -leser! Das ist nur ein erster Draft. Bitte liefert im Kommentarbereich weitere Ideen und Hinweise. Vielen Dank!

Anhand welcher Kriterien erkennt man Texte, die ChatGPT generiert hat?

  1. Oberflächlichkeit, wenig bis kein Tiefgang
  2. „Allerweltsformulierungen“ wie „Es gibt zahlreiche Autoren, die sich mit dem Thema NN beschäftigt haben.“
[…]

Newsticker: Bislang 54 verifizierte Plagiatsfragmente im Buch „Jetzt“ von Annalena Baerbock

Endbericht vom 13.09.2021:

Endbericht: 100 Plagiatsfragmente in Annalena Baerbocks Buch „Jetzt“ (57 Seiten, 1.927 KB)


Stand: 25.07.2021, 18:00 Uhr

Anzahl verifizierter Plagiatsfragmente: 54

Umfang der Vergleichstabelle Original – Plagiat: 30 Seiten, A4

Plagiierte Autorinnen und Autoren: > 27 (einige Werke mit zahlreichen angegebenen Autorinnen und Autoren)

Plagiierte Bücher, Massenmedien und sonstige Webquellen: 25

Das insgesamt 34 Seiten umfassende Dokument finden Sie hier zum Downloaden (PDF-File, 380 KB). […]

Rätselhafte Textübereinstimmungen zwischen Annalena Baerbocks Buch „Jetzt“ und Robert Habecks Buch „Von hier an anders“ entdeckt

Das hätte sich Annalena Baerbock wohl nicht gedacht: Ihr Buch Jetzt wird zunehmend zum Gegenstand der Textlinguistik und Digitalforensik und nicht der politischen Auseinandersetzung. Das Buch zwingt ja Wissenschaftler wie mich förmlich, nicht über die Gegenstände der Politik zu sprechen, sondern über das Sprechen über die Gegenstände der Politik. […]

Die neue Guttenberg-Dissertation: Erste Ergebnisse einer Plagiats- und Ghostwriting-Analyse

Fast möchte man ja sagen, Herr von und zu Guttenberg hat das Promotionswesen mit der Schrift „Agents, Bills, and Correspondents through the Ages ein zweites Mal verhöhnt. Denn diesmal hat er uns gezeigt, wie furchtbar irrelevant Dissertationen eigentlich sind: Mehr als ein Jahr lang nahm niemand von der Doktorarbeit Notiz. […]

Ghostwriting-Fall bei WU Wien angezeigt: Hans-Peter Haselsteiner war offenbar Mitwisser von Titelerschleichung seiner späteren Ehefrau

Ghostwriting ist neben Plagiarismus eines der großen Probleme an den Universitäten, und Softwareanbieter wie Turnitin oder PlagScan arbeiten hier an Lösungen. Der diese Zeilen schreibende Plagiatsgutachter hat über die Jahre einen eigenen stilometrischen Kriterienkatalog entwickelt, mit dem er Texte auf Autorschaft vergleichen kann, basierend auf einer Liste von 21 formalen und stilistischen Merkmalsgruppen mit Untermerkmalen. […]

Experten für Weiterentwicklung einer wirklich tauglichen Plagiatssoftware gesucht

Wie in diesem Blog schon mehrfach erwähnt, beschäftigt sich Ihr werter Plagiatsgutachter nicht nur mit der Plagiatssuche und -gutachtenerstellung im Rahmen von Fremdaufträgen, sondern auch mit der Weiterentwicklung seiner eigenen Plagiatssoftware PlagCheck. Diese Idee wurde ja aus einer Not heraus geboren, weil bisherige Systeme allesamt ihre zum Teil groben Lücken aufweisen und seit ca. […]

Neue Geschäftsfelder für die Plagiatsprüfung: Jenseits der Dissertationsautopsie

Der Klassiker der Plagiatsprüfung ist ja immer noch die Dissertation, die zwischen ca. 1975 und heute verfasst wurde. In den vergangenen Monaten hat sich allerdings das Geschäftsfeld Ihres werten Plagiatsgutachters mehr oder weniger ‚von selbst‘ erweitert:

* Zunehmend kamen die Anfragen und Aufträge auch aus der Wirtschaft: Von plagiierten Unternehmenswebsites über Imagefolder bis zu Projektexposés und Patentschriften. […]

Der Fall Michel Friedman oder: Warum Dissertationsautopsie die interessanteste neue Wissenschaft ist

Erstmals gibt es einen prominenten Plagiatsfall in Deutschland, bei dem sich das Interesse der Plagiatssucher (Erbloggtes, Heidingsfelder, Weber) genau umgekehrt proportional zum Interesse der Journalisten verhält. Und das ist beim derzeitigen Stand der Dinge auch gut so. Erbloggtes schrieb mir gestern: „Das ist irgendwie ein erfrischender Plagiatsfall. […]

Fall Guttenberg: Data Mining als nächster Schritt nach dem kollektiven Ergoogeln?

Der Stellungnahme auf GuttenPlag-Wiki ist völlig rechtzugeben: Guttenberg hat „bei der Ankündigung seines Rücktritts [erneut] keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden“. Wir wissen immer noch nicht die ganze Wahrheit.
Das brachte mich heute auf die Idee, dass das kollektive Ergoogeln der Arbeit (und eventuell der darauf folgende Abgleich mit nur offline verfügbarer Literatur) vielleicht nur der erste Schritt sein könnte, um die ganze Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. […]