Schlagwort-Archiv: Gute wissenschaftliche Praxis

Warum Plagiatsveröffentlichungen wichtig sind: Ein Interview

Ein Journalist eines elektronischen Mediums hat mich um ein Interview gebeten, von dem am 15.01.23 einige kurze Zitate gesendet werden. Ich publiziere die Fragen und meine Antworten hier in voller Länge:

Warum ist das Veröffentlichen der Vorwürfe (seit 2021 z.B.: Aschbacher, Zadić, Karner, Popper) aus Ihrer Sicht sinnvoll und notwendig? […]

UG-Murks (Teil 2): Wie das österreichische Wissenschaftsministerium das Thema „gute wissenschaftliche Praxis“ versemmelte

Ich habe ja in den vergangenen Wochen eine einmalige, von der ÖVP initiierte Demontage bei gleichzeitig mehr als berechtigter Kritik erfahren müssen. Man kann es vielleicht nachvollziehen, dass ich nun keine gute Meinung von der Politik mehr habe, wenn diese grundsätzlich aus einem persönlichen Betroffenheitsreflex heraus agiert: Sachte Öffnung von Türen nach dem Fall Aschbacher und Schließung aller Türen nach dem Fall Karner. […]

Zahlreiche Plagiate auch in der Diplomarbeit von WKStA-„Auspacker“ Thomas Schmid

Es wurde ja höchste Zeit, sich endlich die an der Universität Wien 2006 eingereichte politikwissenschaftliche Diplomarbeit jenes Herrn genauer anzusehen, der seit Wochen und Monaten die österreichischen Medien beherrscht: Thomas Schmid aus Westendorf (Tirol).

Betreut wurde die Diplomarbeit vom Juristen, Ex-ÖVP-Politiker und Ex-Präsidenten der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) Heinrich Neisser. […]

Falsche Grundlage (Teil 1): Die Auswirkung des UG-Murks auf den Gesetzeskommentar

Ich habe ja kürzlich auf science.orf.at über einige Widersprüche im österreichischen Universitätsgesetz zur Ahndung studentischer Täuschungshandlungen geschrieben, nachdem ein diesbezüglicher Fachartikel zu Beginn dieses Jahres keinerlei Reaktionen ausgelöst hat.

Ich habe in beiden Publikationen drei Probleme identifiziert:

1. Erster Fehler aus den Jahren 2015 und 2021: Das „Plagiat“ wurde vom „Vortäuschen“ einerseits definitorisch abgehoben (§ 51 Abs. […]

Ausschaltung geht weiter: ÖVP-nahe Österreichische Forschungsgemeinschaft (ÖFG) entfernt mich aus der ARGE „Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel“

Das hat es in der Geschichte der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG), eines sehr ÖVP-nahen, um nicht zu sagen tiefschwarzen Wissenschaftsvereins wohl noch nie gegeben: Nach mehr als einem Jahr ehrenamtlicher Tätigkeit mit null Cent Einnahmen, ja sogar mit Ausgaben eliminiert man mich aus der Funktion des stellvertretenden Leiters der im Wesentlichen von mir konzipierten und aufgebauten Arbeitsgemeinschaft „Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel“ der ÖFG. […]

Fall Zadić: Universität Wien nennt das geringfügige Umschreiben von Sätzen ohne Quellenangaben „kein Plagiat“

Die Universität Wien hat das Plagiatsverfahren gegen Justizministerin Alma Zadić eingestellt, wie sie heute online berichtet. Erwartbar war, dass der Doktorgrad nicht entzogen werden wird, so auch meine Prognose. Seit dem Fall des steirischen ÖVP-Landesrates Christian Buchmann (2017) werden in Österreich wegen Plagiats keine Grade mehr aberkannt, zumindest wurde öffentlich kein weiterer Fall bekannt und alle meine noch so klaren Plagiatsanzeigen verliefen im Sand. […]

„Mich interessiert Plagiatsforschung, ich habe ein wissenschaftliches Motiv“: Interview mit dem „Kurier“ in voller Länge

Anlässlich dieser Story hat mich der „Kurier“ um ein ausführlicheres Interview gebeten, das ich hier im Volltext veröffentliche.

Staatsoperndirektor Bogdan Roščić, Innenminister Gerhard Karner, Justizministerin Alma Zadić, Bundespolizeidirektor Michael Takàcs und viele andere:  Sie haben deren wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate hin untersucht, überprüfen gegenwärtig die Dissertation von Finanzminister Magnus Brunner. […]

Retourkutsche wegen Plagiatsvorwurfs gegen Karner: Bildungsministerium cancelt meine Forschungsvorhaben an der TU Wien

Der Plagiatsfall von Innenminister Gerhard Karner ging am Dienstag, 4. Oktober 2022 im „Standard“ um 15:00 Uhr exklusiv online. Rund neunzig Minuten später klingelte das Telefon an der TU Wien: Der geplante, für sieben Jahre anberaumte neue Forschungsschwerpunkt „Gute wissenschaftliche Praxis – digital“, finanziert vom BMBWF (hier eine Vorab-Dokumentations- und -Vernetzungsarbeit online), sei gestrichen. […]

„Tiroler Folgenlosigkeit“ oder: Wo die „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ nie funktioniert hat

Als „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ waren 1997/98 die grundlegenden Reformen angedacht, die der bundesdeutsche Strafrechtswissenschaftler Albin Eser im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Max-Planck-Gesellschaft zu Papier brachte. Ein transparentes Ombudsverfahren mit Einbindung und Informationen an den Hinweisgeber anstelle eines intransparenten Behördenverfahrens (oder wohl besser: anstelle einer bisherigen Praxis des Totschweigens) wurde empfohlen. […]

Plagiierte Sätze, Bauernopfer-Referenzen und Fehlzitate in der Dissertation von Maja Göpel

Im Fall Ulrike Guérot hieß es, das Establishment wollte mit dem Plagiatsvorwurf eine im alternativen Lager populäre Coronamaßnahmen-Kritikerin anpatzen. Im Fall Maja Göpel heißt es nun, der akademische Mainstream wolle mit dem Ghostwriting-Vorwurf eine im andersrum alternativen Lager beliebte Transformationsdenkerin aus rein niederen Motiven anpatzen. Dasselbe Narrativ hörten wir auch schon bei den Plagiatsfällen Baerbock und Zadić. […]

Polizeiliches Plagiat: Masterarbeit des neuen Bundespolizeidirektors ist seitenweise aus dem Internet kopiert

Michael Takàcs, der seit Juli 2022 amtierende neue zweithöchste Polizist Österreichs und ehedem Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, ist seit 2006 Master of Science der Donau-Universität Krems. Doch nun stellt sich die Frage, ob er diesen Titel zurecht führt. Ein Blick in seine Masterarbeit nährt massive Zweifel. […]

„Kurier“-Interview zur Plagiatsforschung und zur „Quellen-Archäologie“ in voller Länge

Der „Kurier“ zitiert in seiner Printausgabe vom 19.01.22 einige Statements von mir aus einem gestern geführten längeren Interview (online in voller Länge hinter Bezahlschranke), das ich auch hier zur Gänze wiedergebe. Es wird nicht helfen, die immer gleiche Handvoll Twitter-Trolls umzustimmen, die nur Lust an der Hetze verspüren. […]

Diskussion zur Dissertation von Justizministerin Alma Zadic: Materialien zur Qualitätsdebatte und Zitierweise

[…]

Zahlreiche Plagiate und Quatsch auch in der Diplomarbeit von Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab

Von Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab, geb. Knasmüller habe ich bislang politisch so gut wie nichts gehört. Eine Blitzrecherche ergab, dass sie eine wahrliche Musterkarriere hingelegt hat: Doppelstudium der Psychologie und der Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck, juristische Dissertation, in der Folge mehrere wissenschaftliche Publikationen, wissenschaftliche Assistentin an den Universitäten Innsbruck und Salzburg, dann die Beamtenkarriere in Wien steil hinauf zur „jüngsten Sektionschefin Österreichs“. […]

Trotz angedrohter Strafen bis zu 60.000,– Euro: Akademische Ghostwriting-Agenturen erstellen munter weiter Angebote für Österreich

Ich habe ein kleines sozialwissenschaftliches Experiment gewagt: Ich habe mir glaubhaft die Identität eines Tiroler Master-Absolventen angeeignet, der in Österreich eine Doktorarbeit schreiben möchte. Sein Name: Charlie Holzbauer, MA. Sein Thema hat der Charlie schon: die soziologische Distinktionstheorie von Rodrigo Jokisch. Aber Charlie hat noch niemanden, der ihm die Hauptarbeit abnehmen würde: die Mühsal des Schreibens von 150 Seiten Theorieteil der Dissertation. […]

GWP @ UG: Erfreuliche Debatte über verbindliche Definitionen für „Plagiat“ und „gute wissenschaftliche Praxis“ in Österreich gestartet

I. GUTE WISSENSCHAFTLICHE PRAXIS

Die „gute wissenschaftliche Praxis“ ist in den österreichischen Hochschulgesetzen UG, FHG, HSG und PrivHG angekommen. Alle vier Hochschultypen des Landes (staatliche Universitäten, FHs, PHs und Privatuniversitäten) finden ab Herbst die „Sicherstellung guter wissenschaftlicher Praxis und akademischer Integrität“ neu in den leitenden Grundsätzen zu Beginn der jeweiligen Gesetzesmaterie. […]

Reaktionen auf meinen Blog-Beitrag zu den unerträglichen Zuständen der (nicht nur österreichischen) Kommunikationswissenschaft

Nun, der Name des beghostwriteten „David“ ist mir bekannt. Der Fall ist auch bereits verifiziert worden. Aber was wird schon passieren? Genau gar nichts. Denn wir haben ja in Österreich auch an den Universitäten die Amtsverschwiegenheit. In der Forschung und in der Publikationspraxis sind wir im Zeitalter von Open Access, Open Data und Open Content angekommen, da gibt es Transparenz, kollektives Teilen und einen öffentlichen Diskurs. […]

Vom Uni-Serienbetrüger zum ÖH-Politiker und Fernsehreporter? Der „Fall David“ legt die unerträglichen Zustände der (nicht nur österreichischen) Kommunikationswissenschaft offen

Dieser Text ist keine Abrechnung. Die hier geschilderten Vorkommnisse sind auch keine „alternativen Fakten“. Der Text erzählt vielmehr einen Aspekt der jüngeren Geschichte eines Fachs jenseits von Online-Auftritten, Hochglanzbroschüren, Jubiläen, Wissensbilanzen und Institutsrankings. Und er erzählt vor allem eines: Eine wahre Geschichte. Eine Geschichte, deren Wiederholungscharakter mich immer wieder staunen lässt. […]

Welche beiden Wissenschaftlerinnen die Dissertation von Christine Aschbacher durchgewunken haben

Es sind zwei Namen, die sich in der Dissertation von Christine Aschbacher nicht finden, nämlich die der sogenannten Opponenten: Sie sind im Promotionsverfahren die eigentlichen Begutachter der Dissertation neben dem bereits bekannten Betreuer Jozef Sablik. Im slowakischen Zentralregister für akademische Abschlussarbeiten erfährt man die Namen der beiden:

Für den Entstehungs- und „Reifungsprozess“ des Elaborats war also Jozef Sablik verantwortlich. […]

Welche Wissenschaft wollen wir? – Brauchen die Universitäten Betrüger? Einige grundsätzliche Überlegungen

Es ist schon immer wieder befremdlich, wenn ich die Kopfnoten in den Schuljahreszeugnissen meiner Kinder lese: Da werden unter anderem „Leistungsbereitschaft“, „Zuverlässigkeit und Sorgfalt“ und „Selbstständigkeit“ benotet (Anmerkung: Meine Kinder gehen in Sachsen zur Schule). Die akribisch vorgehenden DeutschlehrerInnen streichen in der Schule zu Recht vieles rot an und vergeben Punkte nach einem genauen System. […]

Neu gegründeter Arbeitsschwerpunkt „Gute wissenschaftliche Praxis“ startet mit Leitfäden zum Zitieren und zur Schummel-Entdeckung

Einen Leitfaden zum Sinn des Zitierens (für Studierende) und einen Leitfaden zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis bei Distanzprüfungen (für Lehrende) veröffentlichte vor wenigen Tagen der von Kollegen Markus Haslinger und mir neu gegründete Arbeitsschwerpunkt „Gute wissenschaftliche Praxis“ an der TU Wien. Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ berichtet heute in Print und online darüber. […]

9-Punkte-Programm zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – nicht nur in Zeiten der coronabedingten Distanzlehre

Je mehr an den Universitäten mittels Software auf Distanz unterrichtet und geprüft wird, desto intensiver müssen wir Lehrende auch Software einsetzen, die uns dabei unterstützt, Schummelversuche zu entdecken, das heißt die gute wissenschaftliche Praxis zu sichern. (Und das gilt eigentlich auch schon für die Schulen, in wichtiger Ergänzung zum erst diese Woche vorgestellten österreichischen 8-Punkte-Masterplan für digitale Bildung.) […]