Schlagwort-Archiv: Veröffentlichung

Siegfried Weischenberg, Hannes Haas und Wikipedia als unerwähnte Quellen: Plagiate in journalistischen Artikeln und in der Doktorarbeit von Alexandra Föderl-Schmid, Süddeutsche Zeitung

Am 18.12.2023 berichtete Marvin Schade vom mir bis dahin unbekannten Portal medieninsider.com über fehlende Quellenangaben in Artikeln von Alexandra Föderl-Schmid, der stellvertretenden Chefredakteurin der „Süddeutschen Zeitung“. Vor Weihnachten war viel los im „Plagiatsbusiness“, auch Alice Weidel und Claudine Gay sahen sich zu der Zeit mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. […]

Uniko-Chef Oliver Vitouch macht Ernst und startet seine Gerichtsoffensive gegen Inhalte dieses Blogs

Der Rektor der Universität Klagenfurt (ist der Name nicht schon ein Hinweis auf Klagefreudigkeit?) macht Ernst: Heute sind die ersten medienrechtlichen Anträge gegen diesen Blogbeitrag eingetroffen:

Der „Chef“ der 22 staatlichen österreichischen Universitäten geht also jetzt gerichtlich gegen den jahrelangen Kämpfer für mehr Qualität und eine bessere gesetzliche Grundlage für die Universitäten vor. […]

Causa Oliver Vitouch: Ist unverhohlene Parteipropaganda mit dem Amt des Rektors einer öffentlichen Universität vereinbar?

In mehreren Interviews hat der Rektor der Universität Klagenfurt und Uniko-Präsident Oliver Vitouch seine Nähe zur SPÖ bekundet. 2015 ging er aber noch einen Schritt weiter, als er unverhohlen Wahlwerbung für die damalige Klagenfurter Bürgermeisterkandidatin der SPÖ, Maria-Luise Mathiaschitz machte:

Quelle: Kleine Zeitung, 28.02.15, S. 28

Mir ist in Österreich kein anderer Universitätsrektor bekannt, der sich so offen politisch (in diesem Fall: links) positioniert. […]

Hochakademischer virtueller Heckenschütze löscht 517 Seiten Postings – Kritik auch an SPÖ: „Wen soll ich jetzt noch wählen? Grün oder KPÖ?“

Jener hochakademische virtuelle Heckenschütze, der in unzähligen Postings im „Standard“ unter zumindest dem Nickname „Fortiter In Re“ seit knapp 17 Jahren gegen blaue und schwarze Politiker Österreichs anschreibt, hat für einige Positionen auch die SPÖ kritisiert – obwohl er sich als „bekennender Linker“ bezeichnete:

Leicht irritierend dann die Schlussfrage: „Wen soll ich jetzt noch wählen? […]

Hochakademischer Uni-Insider führt seit Jahren einen medialen Feldzug gegen FPÖ und ÖVP: Angriffe gegen Kurz, Nehammer und Kickl

Ich sage schon seit langem, dass anonyme Nutzerpostings (sogenannter „User-Generated Content“) ein ungemein spannendes Forschungsobjekt für die Computerlinguistik und die Textforensik sind. Mit modernen Methoden der – vor allem auch softwarebasierten – Autorschaftserkennung könnte man auch Indizien dafür sammeln, wer möglicherweise hinter einem Profil steckt. Ein Musterbeispiel für die aufstrebende Computational Communication Science wurde mir nunmehr mit der Bitte um Softwareerfassung zugespielt: 1.717 Postings des Nutzers „Fortiter In Re“ im „Standard“ seit August 2007. […]

Plagiatsvorwurf gegenüber der stellvertretenden Chefredakteurin der „Süddeutschen“, Alexandra Föderl-Schmid, ist zutreffend

Das deutsche Start-up „MEDIENINSIDER“ überraschte heute mit einem Plagiatsvorwurf gegenüber der allseits anerkannten österreichischen Journalistin Alexandra Föderl-Schmid. Auch meine ersten Reflexe waren „Das hätte sie doch gar nicht notwendig gehabt.“ und „Der Vorwurf muss falsch sein.“.

Ich habe mich nach Bekanntwerden der Story mit dem Journalisten des „MEDIENINSIDER“ unterhalten und ich habe die publizierten Übereinstimmungen überprüft. […]

Universität Innsbruck: 158.000,– Euro Steuergeld für FWF-Projekt ohne publizistischen Output – doch der FWF hält seine schützende Hand darüber

Ende Juni 2016 erhielt der damals noch an der Universität Innsbruck lehrende Rechtswissenschaftler Andreas Th. Müller ein Projekt des österreichischen Forschungsförderungsfonds (FWF) mit dem Titel „Erlaubnisnormen im Völkerrecht“ und einer Dotierung von 158.096,– Euro.

In der Projektbeschreibung (ebenfalls aus dem Jahr 2016) hieß es:

„Im Rahmen des Projekts soll auf Basis einer vorläufigen Definition von Erlaubnisnormen eine Auswahl von ca. […]

Wie eine Schweizer SVP-Politikerin die Berichterstattung über Plagiatsfragmente in ihrer Dissertation zu verhindern suchte

Ich verwende gerne folgende Analogie: Ich weiß etwa, dass ich in meiner Dissertation nicht plagiiert habe. Keinen Halbsatz. Wenn ich nun davon Wind bekäme (alles fortan rein hypothetisch!), dass etwa mein größter journalistischer Feind in Österreich, Florian Klenk, eine Story mit dem Titel „Plagiatsvorwurf gegen Dissertation des Plagiatsjägers“ für die kommende Ausgabe des „Falter“ planen würde, dann würde ich mich doch ganz entspannt zurücklehnen, mich halbtot lachen und schon ein bisschen auf das viele Geld freuen, das mein Anwalt von dem Wiener Wochenblatt in Bälde holen könnte. […]

Prokrastinierte Publikationen: Über Falschangaben von im Druck befindlichen Veröffentlichungen in den Rechtswissenschaften

Nach den von mir aufgedeckten Problemen mit Zitierstandards in den österreichischen Rechtswissenschaften gibt es schon wieder eine Baustelle im Fach: Habilitationsschriften, deren Drucklegung über Jahre angekündigt wird, die aber bis dato nicht erschienen sind. Eigentlich sind das Falschangaben in Lebensläufen, etwa bei Bewerbungen: Es wird die kurz bevorstehende Drucklegung einer Publikation (meist der umfangreichsten im ganzen Schriftenverzeichnis) vorgetäuscht, die dann immer wieder hinausgeschoben wird. […]

Plagiatsverfahren Niki Popper: Text-Parallelen ohne Quellenangaben auch in der Diplomarbeit des für das Verfahren zuständigen Vizerektors

Dem Simulationsforscher Niki Popper werden auch in seiner Dissertation höchstens Zitierschwächen attestiert: Dieses erwartbare Ergebnis auf Basis eines externen Gutachtens verkündete heute die TU Wien in einer Originaltext-Aussendung. Monate vorher gab es schon einen „Freispruch“ für die fast zur Hälfte des Fließtextes plagiierte Diplomarbeit von Niki Popper. […]

Stefanie Stahl stahl noch mehr

Ich gestehe: Der Titel dieser Blogstory ist ein schamloses Plagiat. Die Idee hatte nämlich die Aufdeckerin von allerlei Stuss und Plagiaten im Buch „Wer wir sind“ von Stefanie Stahl, die Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychoanalytikerin Diana Pflichthofer.

Ich wurde nun von einem Medium eingeladen, das Buch nicht auf Plagiat, sondern inhaltlich kritisch zu lesen. […]

Plagiatsvorwurf gegen „Deutschlands Psychologin Nr. 1“ Stefanie Stahl

Die ohnedies schon erstaunlich lange Liste der Sachbuchplagiate am deutschsprachigen Buchmarkt ist nun um einen klingenden Autorennamen reicher: Dipl. Psych. (mit Abschluss an der Universität Trier) Stefanie Stahl. Sie wird ihrer Leserschaft die Frage beantworten müssen, warum sie in ihrem jüngsten SPIEGEL-Bestseller „Wer wir sind“ unter anderem aus der „Zeit“ und aus der „Welt“ abgeschrieben hat – vor allem aber aus dem Hauptwerk ihres Mentors Klaus Grawe mit dem Titel „Neuropsychotherapie“ (2004). […]

Plagiatsvorwurf gegen Nazi-Kapitel in der IHS-Studie zum Vertrauen in die Wissenschaft

Nun, macht ja nix: Wir sind in Österreich. Die Autorinnen und Autoren der soeben stolz präsentierten IHS-Studie zum Vertrauen in die Wissenschaft haben ausgerechnet im Kapitel zur österreichischen Nazizeit plagiiert. Diese Nachricht wird das Vertrauen in die Wissenschaft in Österreich weiter stärken.

Und im Klartext und ganz unironisch: Solche Stellen würden in jeder Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) an einem österreichischen Gymnasium (ich werde häufig mit einschlägigen Fällen konfrontiert) dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler ein Jahr verlieren. […]

Keine „Unschuldsvermutung“ bei der Berichterstattung über Plagiats(verdachts)fälle

Bei der Berichterstattung über Plagiats(verdachts)fälle war in österreichischen Medien zuletzt manchmal die Floskel „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ zu lesen, so etwa zuletzt hier. Unbefugte Titelführung wegen Plagiats und Ghostwriting wurden 2021 ins Universitätsgesetz neu als Straftatbestände aufgenommen. Und im österreichischen Verwaltungsstrafverfahren gilt die Unschuldsvermutung. Gilt nun auch die Unschuldsvermutung, wenn Massenmedien über Plagiats(verdachts)fälle berichten? […]

Der Irrsinn der SMBS – University of Salzburg Business School: Dissertationen wurden sogar untereinander plagiiert

Dissertation Nummer vier, die ich mir fassungslos ansehe (es wird doch noch eine Nachtschicht), stammt von Novartis-Manager Stefan Schwerd. Und wieder enthält sie schwerwiegende Plagiate. Schwerd, 2017 schreibt auf S. 30:

Das stammt (und noch viel mehr) unzitiert aus dieser Dissertation, UK, aus dem Jahr 2006:

Nun aber die nochmalige Steigerung: Der Novartis-Manager hat auch aus einer früheren Dissertation aus Riga plagiiert. […]

Ein Wissenschaftsskandal braut sich zusammen: Zumindest zwei weitere Dissertationen in Zusammenarbeit mit der SMBS und Riga sind dreiste Plagiate

Es macht wütend, es macht fassungslos. Das Klischee, dass sich Menschen in gut dotierten Positionen in der Wirtschaft ihren Doktorgrad mit Plagiaten (und/oder Ghostwriting) einfach erkaufen können, scheint sich langsam zu bewahrheiten.

Nach der fast vollständig plagiierten Dissertation des ehemaligen Zillertalbahn-Technikvorstands Helmut Schreiner entpuppt sich nun auch die Dissertation der Novartis-Personalchefin Lydia Sedlmayr aus dem Jahr 2017, wieder entstanden in der Kooperation zwischen der SMBS (University of Salzburg Business School) und Riga, als unverschämtes Plagiat. […]

Schweizerischer Gewerbeverband: Plagiator Henrique Schneider mit Gegengutachten unterlegen

Das sind gute Nachrichten aus der Schweiz: Der Serienplagiator und Titel-Hochstapler Henrique Schneider wird definitiv nicht Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands. Zunächst hat ein vom Gewerbeverband selbst in Auftrag gegebenes Gutachten meine Plagiatsermittlungen im Wesentlichen bestätigt. Klarerweise hat auch der Beschuldigte ein Gutachten in Auftrag gegeben. […]

Titelmissbrauch, gefälschte Promotionsurkunde, abgelehnte Dissertation: Auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz bekam Leider-nein-Doktorarbeit überreicht

Der technische Vorstand der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG, Dipl. Ing. Helmut Schreiner MBA, führt seit zumindest 2020 einen Doktorgrad (meist „Dr. techn.“), ohne bislang promoviert worden zu sein. Es ist mir ein völliges Rätsel, woher bei einer Führungskraft, die bereits über zwei akademische Titel verfügt, diese kriminelle Energie kommt. […]

Wendung: Die WU Wien machte Stadtrat Peter Hanke fälschlicherweise selbst 26 Jahre lang zum Magister

Unglaublich: Eine Diplomarbeit (wir sprechen natürlich von jener des SPÖ-Politikers Peter Hanke) wird 26 Jahre lang im österreichischen Bibliothekenverbund-Katalog verzeichnet, obwohl der Verfasser sein Studium nie abgeschlossen hat. Das ist auf jeden Fall widerrechtlich. Zur Sicherheit holte ich heute eine Expertenmeinung ein: Abschlussarbeiten dürfen erst dann katalogisiert und veröffentlicht werden, wenn der Studierende sein Studium abgeschlossen hat – und dies auch wirklich mit der allerletzten bestandenen Prüfung. […]

Akademischer Betrugsvorwurf gegen den Wiener Finanzstadtrat Peter Hanke

Wie ich heute aus verlässlicher Quelle erfahren habe, hat der Wiener Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) sein Studium der Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) nie abgeschlossen. Zwei Titelvarianten einer Diplomarbeit Peter Hankes tauchen jedoch im Internet in mehr als einer Quelle auf. Eine offenbar selbst geschriebene Webseite und lexikalische Einträge suggerieren einen Studienabschluss mit dieser Diplomarbeit. […]

Master Thesis von Andreas Babler seit heute Mitternacht online

Die Master Thesis von Andreas Babler ist seit heute Mitternacht im Bibliothekskatalog der Donau-Universität Krems (DUK) im Volltext online. Bis gestern abend gab es nur ein einziges gedrucktes Exemplar österreichweit, das bis 7. Juli 2023 verliehen war. Löblich ist, dass die Bibliothek der DUK so schnell Transparenz hergestellt hat – es dürfte wohl ein öffentliches Interesse da gewesen sein, und auch ich habe gestern Druck gemacht. […]

Bundesdeutscher Ex-Klimaschutz-Staatssekretär Patrick Graichen hat auch an der University of Cambridge plagiiert

Es ist dies ein erneuter Hinweis auf das „Systemversagen“ der Universitäten, von dem Volker Rieble immer wieder spricht. Der ehemalige Klimaschutz-Staatssekretär der Grünen, Patrick Graichen, hat bereits in seinen schriftlichen Arbeiten an der University of Cambridge, UK im Jahr 1996 schwerwiegend plagiiert. Graichen erhielt in Cambridge seinen M. […]

Die ÖAWI veranstaltet ihre erste Jahrestagung – oder besser: „Geheimkonferenz mit Minister“ – beim FWF in Wien

Die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) veranstaltet erstmals eine Jahrestagung, und zwar zum Thema „Verantwortliches Forschen in Österreich“ am 09.05.23 im neuen Gebäude des Forschungsförderungsfonds (FWF) in Wien. Aber kaum jemand hat davon erfahren. Alle, die ich gefragt habe, wussten nichts von dieser Tagung. Über drei Umwege erhielt ich nun die Einladung. […]

Sprachliche und inhaltliche Finsternis auch im Twitter-Kanal von Zeitungsherausgeberin und Universitätsrätin Eva Dichand

Aufmerksamen Lesern dieses Blogs kommen Teile dieser Headline vielleicht bekannt vor. Richtig, das hatten wir schon einmal beim ehemaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Nun, auch Ihr werter Plagiatsgutachter twittert wieder, er ist aber selbst mit seinem sperrigen iPhone bemüht, in korrektem Deutsch zu veröffentlichen. Also die Ausrede „Ist ja nur Twitter!“ […]