Archiv des Jahres: 2022

ChatGPT: Das sieht nach einer Revolution aus!

ChatGPT ist da und stellt alle bisherigen GPT-Modelle in den Schatten. Das sieht nun in der Tat danach aus, als müssten Schulen und Hochschulen ihre Prüfungsmethoden sowie Plagiatssoftware-Anbieter und „Plagiatsjäger“ ihre Detektionsstrategien überdenken. Denn diese künstlich generierten Texte scheinen nach ersten Tests tatsächlich plagiatsfrei zu sein, also wirklich genuin neu geschrieben. […]

UG-Murks (Teil 2): Wie das österreichische Wissenschaftsministerium das Thema „gute wissenschaftliche Praxis“ versemmelte

Ich habe ja in den vergangenen Wochen eine einmalige, von der ÖVP initiierte Demontage bei gleichzeitig mehr als berechtigter Kritik erfahren müssen. Man kann es vielleicht nachvollziehen, dass ich nun keine gute Meinung von der Politik mehr habe, wenn diese grundsätzlich aus einem persönlichen Betroffenheitsreflex heraus agiert: Sachte Öffnung von Türen nach dem Fall Aschbacher und Schließung aller Türen nach dem Fall Karner. […]

Plagiatsaffäre St. Gallen: Dokumentation bisher gefundener Fremdplagiate und exemplarischer Eigenplagiate in der Habil-Schrift

Mittlerweile berichten auch österreichische Medien über die Plagiatsaffäre von St. Gallen, siehe etwa Vorarlberg Online und ORF Vorarlberg. Heute nachmittag kündigte der Rektor der Universität St. Gallen überraschend an, nicht nur den des Plagiierens verdächtigten Professor, sondern auch einen zweiten renommierten Lehrenden desselben Instituts vom Dienst freizustellen. […]

Weiteres schwerwiegendes Plagiat in der St. Galler Plagiatsaffäre aufgetaucht

„Entsprechend ihrer Bestimmung, der Suche nach Erkenntnis, ist das Streben nach Realitätsnähe der Wissenschaft immanent, das nach Praxisnähe jedoch nicht.“
(Markus Thomae 1999, S. 8)

„Entsprechend ihrer Bestimmung, der Suche nach Erkenntnis, ist das Streben nach Realitätsnähe der Wissenschaft immanent, das nach Praxisnähe jedoch nicht.“
(Erik Hofmann 2004, S. […]

Distanzierung von „IHS-Plagiatsstudie“: Studienergebnisse nicht valide und falsche Schlussfolgerungen

[…]

Plagiatsfall bei Professor an der Universität St. Gallen: Hinweise auf Plagiat seit mehr als einem Jahr bekannt

Und wieder habe ich ehrenamtlich einen Fall dokumentiert, diesmal von der Hochschule St. Gallen. Diese hat Hinweise auf Plagiate in der Dissertation ihres Lehrenden vor mehr als einem Jahr erhalten. Im Mai 2022 wurde der Professor von der St. Gallener Integritätskommission allerdings „freigesprochen“. Für die Dissertation ist rechtlich die TU Darmstadt zuständig, an der sie im Jahr 2004 angenommen wurde. […]

Zahlreiche Plagiate auch in der Diplomarbeit von WKStA-„Auspacker“ Thomas Schmid

Es wurde ja höchste Zeit, sich endlich die an der Universität Wien 2006 eingereichte politikwissenschaftliche Diplomarbeit jenes Herrn genauer anzusehen, der seit Wochen und Monaten die österreichischen Medien beherrscht: Thomas Schmid aus Westendorf (Tirol).

Betreut wurde die Diplomarbeit vom Juristen, Ex-ÖVP-Politiker und Ex-Präsidenten der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG) Heinrich Neisser. […]

Falsche Grundlage (Teil 1): Die Auswirkung des UG-Murks auf den Gesetzeskommentar

Ich habe ja kürzlich auf science.orf.at über einige Widersprüche im österreichischen Universitätsgesetz zur Ahndung studentischer Täuschungshandlungen geschrieben, nachdem ein diesbezüglicher Fachartikel zu Beginn dieses Jahres keinerlei Reaktionen ausgelöst hat.

Ich habe in beiden Publikationen drei Probleme identifiziert:

1. Erster Fehler aus den Jahren 2015 und 2021: Das „Plagiat“ wurde vom „Vortäuschen“ einerseits definitorisch abgehoben (§ 51 Abs. […]

Ausschaltung geht weiter: ÖVP-nahe Österreichische Forschungsgemeinschaft (ÖFG) entfernt mich aus der ARGE „Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel“

Das hat es in der Geschichte der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (ÖFG), eines sehr ÖVP-nahen, um nicht zu sagen tiefschwarzen Wissenschaftsvereins wohl noch nie gegeben: Nach mehr als einem Jahr ehrenamtlicher Tätigkeit mit null Cent Einnahmen, ja sogar mit Ausgaben eliminiert man mich aus der Funktion des stellvertretenden Leiters der im Wesentlichen von mir konzipierten und aufgebauten Arbeitsgemeinschaft „Gute wissenschaftliche Praxis im Wandel“ der ÖFG. […]

Von Peter Sloterdijk, Elisabeth von Samsonow und Diedrich Diederichsen durchgewunken: VroniPlag Wiki dokumentiert Dissertationsplagiat an der Akademie der bildenden Künste Wien

Die Privatdozentin für Kultursoziologie an der Universtität St. Gallen Yana Milev war entweder fleißigste Wikipedia-Autorin unter vielen verschiedenen Nicknames. Oder aber ebenso emsige, vielleicht gar mit dem Postmodernismus kompatible Plagiatorin.

Letzteren Vorwurf erhebt die Plattform VroniPlag Wiki seit heute auf ihrer Startseite, garniert mit mehreren illustren Namen der postmodernen Philosophie (manche nennen es auch Schwafelei): Betreuer der offensichtlich erheblich plagiatsinfizierten Dissertation von Yana Milev war Peter Sloterdijk, Gutachterin Elisabeth von Samsonow und Beisitzer Diedrich Diederichsen. […]

Fall Zadić: Universität Wien nennt das geringfügige Umschreiben von Sätzen ohne Quellenangaben „kein Plagiat“

Die Universität Wien hat das Plagiatsverfahren gegen Justizministerin Alma Zadić eingestellt, wie sie heute online berichtet. Erwartbar war, dass der Doktorgrad nicht entzogen werden wird, so auch meine Prognose. Seit dem Fall des steirischen ÖVP-Landesrates Christian Buchmann (2017) werden in Österreich wegen Plagiats keine Grade mehr aberkannt, zumindest wurde öffentlich kein weiterer Fall bekannt und alle meine noch so klaren Plagiatsanzeigen verliefen im Sand. […]

„Telepolis“-Interview zu politisch-medialer Korruption in Österreich

In Österreich wird es totgeschwiegen, im Ausland interessiert es kaum jemanden: Die Verzahnung von Politik und Medien war in diesem Land zumindest bis vor einigen Jahren so eng, dass die neue Ministerriege im Büro des mächtigsten Chefredakteurs des Landes bestimmt wurde – vor dem sogar ein ehemaliger Bundespräsident den Knicks machte. […]

„Mich interessiert Plagiatsforschung, ich habe ein wissenschaftliches Motiv“: Interview mit dem „Kurier“ in voller Länge

Anlässlich dieser Story hat mich der „Kurier“ um ein ausführlicheres Interview gebeten, das ich hier im Volltext veröffentliche.

Staatsoperndirektor Bogdan Roščić, Innenminister Gerhard Karner, Justizministerin Alma Zadić, Bundespolizeidirektor Michael Takàcs und viele andere:  Sie haben deren wissenschaftliche Arbeiten auf Plagiate hin untersucht, überprüfen gegenwärtig die Dissertation von Finanzminister Magnus Brunner. […]

Retourkutsche wegen Plagiatsvorwurfs gegen Karner: Bildungsministerium cancelt meine Forschungsvorhaben an der TU Wien

Der Plagiatsfall von Innenminister Gerhard Karner ging am Dienstag, 4. Oktober 2022 im „Standard“ um 15:00 Uhr exklusiv online. Rund neunzig Minuten später klingelte das Telefon an der TU Wien: Der geplante, für sieben Jahre anberaumte neue Forschungsschwerpunkt „Gute wissenschaftliche Praxis – digital“, finanziert vom BMBWF (hier eine Vorab-Dokumentations- und -Vernetzungsarbeit online), sei gestrichen. […]

Teil 3: Chronologie eines gescheiterten Rufmords – Wie der Colchicin-Coup abgelaufen sein muss

Dieser dritte Teil über die unglaubliche Colchicin-Fälschung handelt, wie die beiden Teile zuvor, keinesfalls von der Identität des Auftraggebers. Seine Hintergründe und Motive werden hoffentlich an anderer Stelle erörtert werden.

Quelle: Eigene Abbildung

Im dritten und vorläufig letzten Teil soll es um die Frage gehen, wie es möglich war, einen gefakten Kongressband mit 367 Seiten Umfang, gebunden, mit 13 Beiträgen, unter anderem von renommierten und allesamt bereits verstorbenen amerikanischen Medizinern und Biologen wie etwa Stephen E. […]

Teil 2: Colchicin-Fall: Die Fälschungshinweise verdichten sich – Ein Aufruf zur Mitarbeit und eine öffentliche Entschuldigung

Die Fälschungshinweise bezüglich des angeblich rumänischen Sammelbands „Colchicine – 100 years of Research“ (1982), auf dessen Grundlage von Martin Heidingsfelder und mir ein Plagiatsvorwurf gegenüber der Dissertation des Münchner Rechtsmediziners Matthias Graw aus dem Jahr 1987 erhoben wurde, verdichten sich. Die Indizien gehen mittlerweile weit über das hinaus, was die Ombudsstelle der Universität Hamburg entdeckt hat und was erste Medien berichtet haben, siehe FAZ und Merkur. […]

Teil 1: Mögliche unglaubliche Wende im Fall Matthias Graw: Ist das „Original“ des „Plagiats“ eine Fälschung?

Die Ombudsstelle für gute wissenschaftliche Praxis der Universität Hamburg hat die Untersuchungen im Fall des Plagiatsvorwurfs gegenüber der Dissertation des Münchner Rechtsmediziners Matthias Graw eingestellt, wie mir heute vormittag mitgeteilt wurde. Der Grund ist die mit drei Beispielen belegte Annahme, dass das rumänische „Original“, von dem Matthias Graw abgeschrieben haben soll, eine Fälschung sei. […]

Plagiate in der Diplomarbeit von Innenminister Gerhard Karner: Die ganze Dokumentation

Sie finden den Bericht zum Downloaden auch hier als PDF-File (36 Seiten, ca. 3,4 MB).

Der Bericht dokumentiert umfangreiche Text- und Abbildungsplagiate im Theorieteil der Diplomarbeit ab S. 30. Wie ich mittlerweile feststellen konnte, ist auch der Text bis S. 30 über weite Strecken ein Amalgam aus nicht oder nicht ausreichend zitierten Fremdtexten. […]

„Tiroler Folgenlosigkeit“ oder: Wo die „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ nie funktioniert hat

Als „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ waren 1997/98 die grundlegenden Reformen angedacht, die der bundesdeutsche Strafrechtswissenschaftler Albin Eser im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Max-Planck-Gesellschaft zu Papier brachte. Ein transparentes Ombudsverfahren mit Einbindung und Informationen an den Hinweisgeber anstelle eines intransparenten Behördenverfahrens (oder wohl besser: anstelle einer bisherigen Praxis des Totschweigens) wurde empfohlen. […]

Die Unterlassungslüge der Anneliese Rohrer ist prototypisch für den österreichischen Journalismus

Anneliese Rohrer kam heute von einer Veranstaltung des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Für ihren „Presse“-Kommentar ist ihr dann offensichtlich nichts G’scheites, genauer: nichts Besseres eingefallen, als zur Abwechslung mal mich in die Pfanne zu hauen – ganz so, wie es Armin Thurnher vor einigen Monaten getan hat. […]

Plagiierte Sätze, Bauernopfer-Referenzen und Fehlzitate in der Dissertation von Maja Göpel

Im Fall Ulrike Guérot hieß es, das Establishment wollte mit dem Plagiatsvorwurf eine im alternativen Lager populäre Coronamaßnahmen-Kritikerin anpatzen. Im Fall Maja Göpel heißt es nun, der akademische Mainstream wolle mit dem Ghostwriting-Vorwurf eine im andersrum alternativen Lager beliebte Transformationsdenkerin aus rein niederen Motiven anpatzen. Dasselbe Narrativ hörten wir auch schon bei den Plagiatsfällen Baerbock und Zadić. […]

Hacker-Angriff auf meine Website nach Bericht über Plagiat des Bundespolizeidirektors

Gestern Nacht um ca. 02:30 Uhr ging mein Blogbeitrag über das Plagiat in der Masterarbeit des frisch gekürten Bundespolizeidirektors Michael Takàcs, MSc, MA, BA online. Um 11:50 Uhr berichtete der „Standard“ als erstes Medium über den Plagiatsvorwurf. Wenig später wurde dieser Blog gehackt. Es war der erste erfolgreiche Hackerangriff in den zwölf Jahren des Bestehens des Blogs. […]

Polizeiliches Plagiat: Masterarbeit des neuen Bundespolizeidirektors ist seitenweise aus dem Internet kopiert

Michael Takàcs, der seit Juli 2022 amtierende neue zweithöchste Polizist Österreichs und ehedem Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, ist seit 2006 Master of Science der Donau-Universität Krems. Doch nun stellt sich die Frage, ob er diesen Titel zurecht führt. Ein Blick in seine Masterarbeit nährt massive Zweifel. […]

Performativer Widerspruch: Die seltsamen Plagiate des Nürnberger Kommunikationswissenschaftlers Markus Kaiser

Markus Kaiser ist Kommunikationswissenschaftler, Change-Berater, Lehrbuch-Autor und ehemaliger Journalist. An der Technischen Hochschule Nürnberg hat er eine Professur inne und ist Vorsitzender einer Prüfungskommission. In seinem Lehrbuch „Recherchieren. Klassisch – online – crossmedial“, erschienen 2015 bei Springer VS, beschwert er sich über eine heutzutage weit verbreitete journalistische Unsitte:

„Noch schlimmer: Journalisten machen bei einer Pressemitteilung Copy & Paste und veröffentlichen diese wortwörtlich und ungeprüft in ihrer Zeitung, Zeitschrift oder auf ihrer Website.“ […]